Nachteils-Ausgleiche bei Schwer-Behinderung   

Menschen mit Behinderung haben oft viele Nachteile.
Zum Beispiel.

  • Sie verdienen oft weniger Geld.
  • Sie müssen viel Geld für Hilfen bezahlen.

 
Deshalb gibt es Nachteils-Ausgleiche.

Für manche Nachteils-Ausgleiche
muss ein extra Antrag geschrieben werden.
Diese Nachteils-Ausgleiche bekommen nur Menschen,
die einen Schwer-Behinderten-Ausweis haben.
 
Die Merk-Zeichen
werden in den Schwer-Behinderten-Ausweis eingetragen.
Diese Merk-Zeichen gibt es:

G = Geh-Behinderung

  • Die Person kann sehr schlecht laufen.

aG = außer-gewöhnliche Geh-Behinderung

  • Die Person kann ohne Hilfe nicht mehr laufen.
  • Die Person benutzt einen Rollstuhl.

H = Hilflos

  • Die Person braucht bei vielen Dingen Hilfe.

Bl = Blind

  • Die Person kann sehr schlecht sehen.
  • Oder die Person ist blind.

TBL = taubblind

  • die Person kann schlecht sehen.
  • Und schlecht hören.

Gl = Gehörlos

  • Die Person kann sehr schlecht hören.
  • Oder sie kann gar nicht mehr hören.

B = Begleit-Person

im Bus und in der Bahn mitnehmen.

RF = Rundfunk-Gebühren-Ermäßigung

  • Die Person bezahlt weniger Geld fürs Fernsehen.

Weil sie zum Beispiel blind ist.
Oder weil sie gehörlos ist.

Manche Menschen mit Behinderung
dürfen kostenlos Bus und Bahn fahren.
Zum Beispiel wenn:

im Schwer-Behinderten-Ausweis steht.

im Schwer-Behinderten-Ausweis steht.
Und sie brauchen eine Wert-Marke.

Mehr Informationen

Hier können Sie mehr Informationen dazu lesen:
Frei-Fahrten im Personen-Nahverkehr

Diese Nach-Teils-Ausgleiche
können Menschen mit Behinderung auch bekommen

Alters-Rente

Das bedeutet: Eine Person muss nicht mehr arbeiten.
Sie bekommt Geld von der Renten-Versicherung.
Menschen mit einer Schwer-Behinderung
können früher in Rente gehen.
Sie können in Rente gehen:

  • Wenn sie 63 Jahre alt sind.
  • Wenn sie 35 Jahre lang gearbeitet haben.
  • Und in dieser Zeit die Renten-Versicherung bezahlt haben.

Wenn sie noch früher in Rente gehen wollen,
bekommen sie weniger Rente.
 
Mehr Informationen dazu
bekommen Sie bei Ihrer Renten-Versicherung.

Besonderer Kündigungs-Schutz

Wenn Sie eine Schwer-Behinderung haben:
Dann darf Ihr Chef Ihnen nur kündigen,
wenn das Integrations-Amt zustimmt.

Das Integrations-Amt prüft:

  • Ob Sie einen neuen Arbeits-Platz brauchen.
  • Oder ob Sie nur Unterstützung am Arbeits-Platz brauchen.

Zum Beispiel:

  1. Assistenz bei der Arbeit
  2. oder Hilfs-Mittel für Ihren Arbeits-Platz.

Damit Sie Ihre Arbeit gut machen können.

Wenn das Integrations-Amt entscheidet:
Dass Ihnen Assistenz am Arbeits-Platz helfen kann.
Damit Sie Ihre Arbeit wieder gut machen können.
Dann ist eine Kündigung unwirksam.
Das bedeutet:
Eine Kündigung ist nicht gültig.
 
Das ist wichtig:
Mitarbeitern darf nicht gekündigt werden,
nur weil sie behindert sind.
Mitarbeitern mit Behinderung darf auch nicht gekündigt werden,
wenn der Arbeit-Geber nichts von der Behinderung weiß.

Mehr Informationen

Hier können Sie andere Informationen dazu lesen:
Berufstätigkeit
Den Text gibt es in Leichter Sprache.

Zusatz-Urlaub

Wenn ein Mensch schwer behindert ist:
Dann bekommt er 5 Tage Urlaub mehr im Jahr.
Als ein Mensch ohne eine schwere Behinderung.
Den Urlaub muss der Arbeit-Geber bezahlen.
Weitere Informationen bekommen Sie beim Integrations-Amt.

Bau-Spar-Vertrag

Bei einem Bau-Spar-Vertrag
müssen Sie mehrere Jahre Geld einzahlen.
Zum Beispiel: 10 Jahre oder 20 Jahre.
In schwerer Sprache heißt das:
Der Bau-Spar-Vertrag läuft über 10 oder 20 Jahre.
Danach bekommen Sie das ganze Geld ausbezahlt.
Wenn Sie das Geld früher haben wollen:
Dann bekommen Sie nicht das ganze Geld.

Wenn Sie einen GdB von 95 haben, können Sie das Geld
vom Bau-Spar-Vertrag schon früher bekommen.
Oder Ihr Ehe-Partner kann das Geld schon früher bekommen.
Das bedeutet: Sie können das Geld bekommen,
bevor die 10 oder 20 Jahre vorbei sind.

Bei einem Bau-Spar-Vertrag bekommen Sie Geld vom Staat dazu.
Dieses Geld heißt: Bau-Spar-Prämien.
Sie müssen die Bau-Spar-Prämien nicht zurück bezahlen.
Auch wenn Sie das Geld von dem Bau-Spar-Vertrag
schon früher haben wollen.

Blinden-Briefe

Manche Briefe können kostenlos verschickt werden.
Das bedeutet:

  • Sie müssen keine Brief-Marke drauf kleben.
  • Und Sie müssen kein Geld bei der Post dafür bezahlen.

Zum Beispiel:

  • Wenn der Brief in Blinden-Schrift geschrieben ist
  • oder in dem Brief ein Ton-Band ist.
  • Wenn der Brief von einer Blinden-Anstalt ist
  • oder für eine Blinden-Anstalt ist.

Es muss aber drauf stehen,
dass es ein Blinden-Brief ist.

Ermäßigung

Menschen mit Behinderung müssen manchmal weniger Geld bezahlen.
Zum Beispiel:

  • Im Museum,
  • bei Stadt-Besichtigungen,
  • auf Sport-Veranstaltungen,
  • im Theater.

Dafür müssen sie ihren Schwer-Behinderten-Ausweis vorzeigen.

Kinder-Geld

Alle Eltern bekommen Kinder-Geld
bis die Kinder 18 Jahre alt sind.
Danach müssen die Eltern einen Antrag stellen.
Zum Beispiel:

  • Weil die Kinder eine Ausbildung machen.
  • Weil die Kinder noch zur Schule gehen.
  • Weil die Kinder an einer Uni lernen.

Dann können die Eltern Kinder-Geld bekommen,
bis die Kinder 25 Jahre alt sind.
 
Menschen mit Behinderung bekommen das Kinder-Geld,
so lange sie leben.
Zum Beispiel wenn sie:

  • Sich nicht selbst versorgen können.
  • Die Behinderung bekommen haben,

bevor sie 25 Jahre alt sind.

Mehr Informationen

Hier können Sie noch mehr Informationen lesen:
Steuer-Freibeträge
Der Text ist in Leichter Sprache.

Kriegs-Opfer-Fürsorge

Menschen bekommen Hilfe vom Staat,
wenn sie im Krieg verletzt wurden.
Diese Menschen heißen: Kriegs-Opfer.
Die Hilfe vom Staat bekommen auch:

  • Die Familien-Angehörigen
  • Und die Hinterbliebenen.

Das sind die Ehe-Partner und Kinder von Menschen,
die gestorben sind.
Zum Beispiel:

  1. Im Krieg
  2. oder nach dem Krieg,

an den Kriegs-Verletzungen.

Das Versorgungs-Amt bestimmt,
ob die Kriegs-Opfer Hilfe bekommen.
Und welche Hilfe sie bekommen.
Zum Beispiel:

  • Geld-Leistungen,
  • Hilfen für den Arbeits-Platz,
  • Beratung,
  • Pflege,
  • Behandlungen beim Arzt
  • oder bei anderen Fach-Leuten.

Im Bundes-Versorgungs-Gesetz
sind diese Hilfen genau aufgeschrieben.
Die Abkürzung dafür ist: BVG

Rundfunk-Gebühren

Rundfunk-Gebühren sind Geld für das Fernsehen.
Manche Menschen mit Behinderung
müssen kein Geld für das Fernsehen bezahlen.
Zum Beispiel:

  • Menschen, die nicht hören und nicht sehen können,
  • Menschen, die blind sind.

Wenn sie Blinden-Geld bekommen.
 
Wenn im Schwer-Behinderten-Ausweis
das Merk-Zeichen RF steht:
Dann bezahlen Menschen mit Behinderung
weniger Geld für das Fernsehen.
Sie müssen nur 5,83 € im Monat bezahlen.

Auch andere Menschen mit Behinderung
müssen weniger Geld bezahlen.
Zum Beispiel:

  • Menschen, die nicht gut sehen können.

Wenn sie einen GdB von 60 haben.

  • Menschen, die nicht gut hören können.

Oder gar nicht hören können.
Wenn sie auch mit Hör-Hilfen nicht hören können.

  • Menschen, die einen GdB von 80 haben.

Und sie nicht bei allen Veranstaltungen
dabei sein können.
Oder mitmachen können.
Sie müssen einen Antrag schreiben.

Wenn Menschen mit Behinderung in einem Heim leben.
Oder wenn sie in einer Einrichtung leben.
Dann müssen sie manchmal
kein Geld für das Fernsehen bezahlen.
Zum Beispiel wenn sie:

  • Geld zur Kranken-Versorgung bekommen.
  • Wegen ihrer Behinderung nicht am Leben teilhaben können.

Weil sie zum Beispiel:

  1. Eine schwere Körper-Behinderung haben,
  2. eine Lern-Schwierigkeit haben
  3. oder eine seelische Behinderung haben.

Diese Menschen sind oft sehr traurig.
Und sie haben oft Angst vor vielen Sachen.

  • Unterstützung und Geld bekommen
  1. bei der Ausbildung,
  2. bei der Wohnungs-Suche,
  3. für den Arbeits-Platz.
  • Geld zur Pflege bekommen.

Sozial-Hilfe

Manche Menschen bekommen Geld vom Staat.
Zum Beispiel für:

  • Die Miete,
  • das Essen
  • und die Kleidung.

Das Geld heißt: Sozial-Hilfe.

Menschen mit Behinderung bekommen oft mehr Sozial-Hilfe,
als Menschen ohne Behinderung.
Zum Beispiel:

  • Wenn sie 65 Jahre alt sind.
  • Wenn sie nicht mehr arbeiten können.

Und sie das Merk-Zeichen G im Schwer-Behinderten-Ausweis haben.
Denn Menschen mit Behinderung müssen oft
für manche Sachen mehr Geld bezahlen.
 
Junge Menschen mit Behinderung
bekommen auch mehr Sozial-Hilfe.
Wenn sie 16 Jahre alt sind.

Sie bekommen zum Beispiel Geld dafür:

  • Für die Berufs-Ausbildung,
  • für eine Wohnung,
  • für die Gesundheits-Versorgung.

Damit eine Behinderung besser wird.
Oder damit sie keine Behinderung bekommen.

Studenten

Alle Studenten können für ihr Studium
Geld vom Staat bekommen.
Das Geld heißt: BAföG.

Jedes Studium hat eine Regel-Studien-Zeit.
Das sind zum Beispiel: 3 Jahre
Das bedeutet:
In dieser Zeit können die Studenten
mit ihrer Ausbildung an der Uni fertig sein.
Und für diese Zeit bekommen sie das BAföG.
Wenn sie mehr Zeit brauchen,
bekommen die Studenten kein BAföG mehr.

Studenten mit Behinderung
können das BAföG länger bekommen.
Wenn sie mit ihrem Studium nicht so schnell fertig werden,
weil sie eine Behinderung haben.

Mehr Informationen

Hier können Sie noch mehr Informationen lesen:
Studium mit Behinderung
Der Text ist in Leichter Sprache

Telefon

Manche Menschen mit Behinderung bezahlen
für das Telefon weniger Geld.
Zum Beispiel:

  • Menschen, die keine Rundfunk-Gebühren bezahlen müssen.
  • Blinde Menschen.
  • Menschen, die nicht hören können.
  • Menschen, die nicht gut sprechen können.

Dafür müssen sie einen GdB von 90 haben.
Die Zahl steht im Schwer-Behinderten-Ausweis.

Die Telefon-Gesellschaft hat auch besondere Telefone.
Zum Beispiel:

  • Für ältere Menschen,
  • für Menschen mit Hör-Behinderung,
  • für Menschen, die sich nicht so gut bewegen können.

Menschen mit Behinderung müssen
manchmal auch weniger Geld bezahlen.
Wenn sie mit dem Handy telefonieren.
Darüber müssen sie mit dem Handy-Verkäufer sprechen.

zuletzt aktualisiert: 29.01.2018

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