Warum es sich lohnt, wenn Sie sich gegen Ungerechtigkeiten wehren

Geldscheine, durchgestrichen.

Manchmal ist etwas ungerecht.
Zum Beispiel:

  • Ein Mitarbeiter vom Amt beschimpft einen Menschen:
    Weil der Mensch eine Behinderung hat.
  • Oder die Kranken-Versicherung
    bezahlt die Hilfs-Mittel für einen Menschen nicht:

Obwohl der Mensch die Hilfs-Mittel braucht.

Eine Frau schreibt einen Antrag.

Das sind Ungerechtigkeiten.
Die Menschen können sich dagegen wehren.
Zum Beispiel:

Drei Männer mit Richter-Talar, darüber eine Waage mit einem Gesetz-Zeichen.

In diesem Text können Sie mehr darüber lesen:
So können Sie sich gegen Ungerechtigkeiten wehren

Geldscheine,daneben ein Gesetzbuch, das durchgestrichen ist.

Aber viele Menschen wehren sich nicht gegen Ungerechtigkeiten.
Sie denken zum Beispiel:

  • Es ist sehr anstrengend, sich zu wehren.
    Denn dafür müssen die Menschen viele Papiere schreiben.
  • Wenn Menschen sich wehren:
    Dann dauert es sehr lange, bis sie Recht bekommen.
  • Und wenn sie beim Gericht klagen:
    Dann kostet das vielleicht viel Geld.
Eine Frau in einem E-Rollstuhl hebt ihren Arm mit der geballten Faust in die Luft.

Deshalb haben viele Menschen Angst davor,
sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren.
 
Aber es kann auch sehr gut sein:
Wenn Sie sich wehren!
In diesem Text können Sie mehr darüber lesen.

Wenn Sie sich wehren: Dann helfen Sie auch anderen Menschen damit

Eine Frau schreibt einen Antrag.

Viele Menschen erleben Ungerechtigkeit:
Weil sie eine Behinderung haben.
 
Aber die Menschen können sich gegen die Ungerechtigkeit wehren.
Sie können zum Beispiel eine Beschwerde schreiben.
Wenn viele Menschen das immer wieder machen:
Dann können sie zusammen etwas verändern.
Und dann gibt es die Ungerechtigkeit bald vielleicht nicht mehr.
 
Sie können auch beim Gericht klagen.
Auch damit können Sie vielen Menschen helfen.
Das wird im nächsten Beispiel erklärt.

Drei Männer mit Richter-Talar, darüber eine Waage mit einem Gesetz-Zeichen.

Ein Beispiel
Ein Mensch mit Behinderung braucht besondere Hilfs-Mittel.
Die Kranken-Versicherung
will die Hilfs-Mittel aber nicht bezahlen.
Der Mensch findet das ungerecht.
Deshalb klagt er beim Gericht dagegen.
Das Gericht entscheidet dann mit einem Urteil:
Dass die Kranken-Versicherung die Hilfs-Mittel bezahlen muss.

Eine Frau in einem E-Rollstuhl hebt ihren Arm mit der geballten Faust in die Luft.

Andere Kranken-Versicherungen müssen sich dann
vielleicht auch an das Urteil halten.
Das heißt: Sie müssen die Hilfs-Mittel
auch für andere Menschen mit Behinderung bezahlen.
Das bedeutet:
1 Mensch mit Behinderung hat mit seiner Klage
vielen anderen Menschen mit Behinderung geholfen.

Die Ämter und Versicherungen haben nicht immer Recht

Ein großes Gebäude, darüber steht "Amt".

Manche Menschen denken:
Wenn die Ämter und Versicherungen etwas sagen,
dann haben sie damit immer Recht.
Und kein Mensch darf etwas dagegen sagen.
Das stimmt aber nicht!
Denn manchmal haben die Ämter und Versicherungen nicht Recht.

Eine Hand schreibt auf ein Blatt Papier, darauf steht "Antrag".

Wenn Menschen ein Recht auf Leistungen haben:
Dann müssen sie die Leistungen auch bekommen

 
Wenn Menschen bestimmte Leistungen brauchen:
Dann haben sie ein Recht auf diese Leistungen.
Sie können dann einen Antrag schreiben.
Die Ämter oder die Versicherungen
müssen dann den Antrag bewilligen.
Das bedeutet:
Sie müssen zu dem Antrag ja sagen.
Und sie müssen die Leistungen für die Menschen bezahlen.
Das ist so in den Gesetzen von Deutschland auf-geschrieben.

Eine Frau sitzt auf einer Liege. Ein Mann drückt gegen ihr Bein.

Ein Beispiel:
Eine Frau hat eine Geh-Behinderung.
Sie braucht Kranken-Gymnastik:
Damit die Geh-Behinderung nicht noch schlimmer wird.
Das bedeutet:
Die Frau hat ein Recht auf die Kranken-Gymnastik.
Deshalb schreibt sie einen Antrag an ihre Kranken-Versicherung.
Die Kranken-Versicherung muss den Antrag bewilligen.
Und sie muss die Kranken-Gymnastik bezahlen.

Manchmal wird ein Antrag nicht bewilligt

Ein Antrag, daneben eine Hand mit Daumen nach unten.

Manchmal bewilligen die Ämter und Versicherungen
einen Antrag nicht:
Obwohl die Menschen ein Recht darauf haben.
Zum Beispiel:

  • Weil die Mitarbeiter in den Ämtern und Versicherungen
    viel Arbeit haben.
    Das bedeutet: Sie müssen sehr schnell arbeiten,
    damit sie die viele Arbeit schaffen.
    Dabei passieren vielleicht Fehler.
Ein Mann sitzt in einem Büro an einem Schreibtisch.
  • Manche Mitarbeiter sind nicht gut ausgebildet.
    Das bedeutet: Sie haben nicht genug für ihren Beruf gelernt.
    Deshalb machen sie vielleicht ihre Arbeit falsch.
  • Manche Mitarbeiter in den Ämtern und Versicherungen denken:
    Die Menschen wollen zu viele Leistungen haben.
    Sie sollen dankbar sein:
    Wenn die Ämter und Versicherungen überhaupt etwas bezahlen.
    Das ist aber falsch!
    Die Menschen haben ein Recht auf die Leistungen.
    Deshalb müssen die Ämter und Versicherungen
    die Leistungen auch bezahlen.
Viel Geld, wenig Geld.
  • Viele Ämter und Versicherungen wollen nicht so viel Geld ausgeben.
    Deshalb wollen sie manchmal eine Leistung nicht bezahlen.
    Sie müssen die Leistung aber bezahlen:
    Wenn der Mensch ein Recht darauf hat.
    So ist es im Gesetz auf-geschrieben.
    Die Ämter und Versicherungen müssen sich daran halten.

An diesen Beispielen können Sie sehen:
Die Ämter und Versicherungen haben nicht immer Recht.
Das bedeutet: Sie dürfen sich wehren!

Sie bekommen keinen Ärger

Eine Frau droht mit erhobener Hand.

Viele Menschen denken:
Wenn sie sich gegen Ungerechtigkeiten wehren,
dann bekommen sie Ärger vom Amt oder von der Versicherung.
Deshalb wehren die Menschen sich nicht.
Das ist aber falsch!

Ein Mann droht mit erhobener Hand.

Wenn ein Mitarbeiter ungerecht ist,
dann macht er seine Arbeit falsch.
Wenn Sie sich dagegen wehren:
Dann bekommt der Mitarbeiter Ärger von seinem Chef.
Das heißt:

  • Sie bekommen keinen Ärger.
    Denn Sie haben nichts falsch gemacht.
  • Nur der Mitarbeiter bekommt Ärger:
    Weil er etwas falsch gemacht hat.
  • Und der Mitarbeiter muss seine Arbeit besser machen.
    Das heißt: Er muss zu allen Menschen gerecht sein.
Eine Frau im Rollstuhl. Daneben eine andere Frau, die den Zeigefinger hebt.

Deshalb ist es gut:
Wenn Sie sich wehren!
Denn damit zeigen Sie:
Kein Mensch darf ungerecht sein.

Manchmal ist eine Klage nicht erfolgreich

Drei Männer mit Richter-Talar, darüber eine Waage mit einem Gesetz-Zeichen.

Ein Mensch klagt beim Gericht:
Weil eine Versicherung  ungerecht war.
Das Gericht prüft dann in einer Gerichts-Verhandlung:
Ob das wirklich stimmt.

Daumen nach oben.

Vielleicht sagt das Gericht:
Die Versicherung war ungerecht.
Dann gibt es eine Strafe für die Versicherung.
Das bedeutet dann:
Der Mensch hat mit seiner Klage beim Gericht gewonnen.
In schwerer Sprache heißt das:
Die Klage war erfolgreich.

Daumen nach unten

Vielleicht ist die Klage aber nicht erfolgreich.
Das bedeutet:
Der Mensch gewinnt nicht mit seiner Klage.
Und die Versicherung bekommt keine Strafe.

Sie können Hilfe von Fach-Leuten bekommen

Zwei Frauen unterhalten sich.

Manche Menschen machen sich Sorgen:
Dass ihre Klage vielleicht nicht erfolgreich ist.
Deshalb trauen die Menschen sich nicht:
Beim Gericht zu klagen.
 
Aber Sie können Hilfe und Beratung
von verschiedenen Fach-Leuten bekommen.
Es gibt zum Beispiel:

Drei Männer mit Richter-Talar, darüber eine Waage mit einem Gesetz-Zeichen.

Alle diese Fach-Leute können Ihnen sagen:

  • Ob Sie mit Ihrer Klage beim Gericht gewinnen können.
  • Und ob die Klage sich lohnt.

Dann können Sie überlegen:
Ob Sie beim Gericht klagen wollen.
Und Sie brauchen sich nicht mehr so viele Sorgen zu machen.

Sie können sich Hilfe holen

Zwei Frauen, eine sitzt imRollstuh,die andere steht neben ihr und reckt einen Arm mit geballter Faust in die Luft.

Vielleicht wollen Sie sich gegen eine Ungerechtigkeit wehren.
Vielleicht haben Sie Angst,
dass Sie das nicht alleine schaffen können.
Aber Sie sind nicht alleine.
Sie können sich Hilfe holen.
Zum Beispiel:

  • Sie können Freunde um Hilfe bitten.
  • Oder Sie können Ihre Familie um Hilfe bitten.

Dann können Sie zusammen etwas gegen die Ungerechtigkeit machen.

Zwei Frauen unterhalten sich.

Vielleicht wollen Sie sich beschweren:
Weil ein Mitarbeiter vom Amt ungerecht war.
Dann können Sie Hilfe
von verschiedenen Verbänden bekommen.
Oder Sie können Hilfe
bei besonderen Beratungs-Stellen bekommen.
Diese Beratungs-Stellen heißen: EUTB.
Das ist die Abkürzung für: Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung.
Hier können Sie mehr darüber lesen:
Familien-Ratgeber EUTB

Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch mit Computer. Daneben sitzt ein Mann auf einem Stuhl.

Dort können Sie auch Hilfe bekommen:

  • Wenn Sie einen Widerspruch
    gegen einen Bescheid schreiben wollen.
  • Wenn Sie beim Gericht klagen wollen.
  • Oder wenn Sie Hilfe beim Gericht brauchen.

Sie können auch Hilfe von einem Anwalt bekommen.

Mehrere Menschen begrüßen und unterhalten sich.

Es gibt viele Menschen,
die etwas Ungerechtes erlebt haben.
Zum Beispiel:

  • Von einem Amt
  • oder von einer Versicherung.

Manchmal gründen diese Menschen dann
eine Selbsthilfe-Gruppe.
Dort helfen sich die Menschen gegen-seitig:
Wenn sie Probleme haben.
Auch Sie können Hilfe bei einer Selbsthilfe-Gruppe bekommen.

Sie können Geld für den Anwalt bekommen

Eine Frau schreibt etwas auf, daneben ein Gesetzbuch,

Es kostet Geld:

  • Wenn Sie sich Hilfe von einem Anwalt holen.
  • Und wenn Sie beim Gericht klagen.

Vielleicht haben Sie aber nicht viel Geld.
Dann können Sie verschiedene Hilfen bekommen.

50-Euro-Scheine

Das kann Geld vom Amt sein.
Zum Beispiel:

Für diese Hilfen müssen Sie einen Antrag schreiben.

Ein Anwalt,daneben Geldscheine und ein Gesetzbuch.

Für Anwälte gibt es ein Gesetz.
Darin steht:
Wie viel Geld der Anwalt für seine Arbeit bekommen darf.
Mehr Geld darf der Anwalt nicht bekommen.
Das bedeutet:
Sie müssen nicht so viel Geld für den Anwalt bezahlen.
 
Es gibt noch eine Regel.
Wenn ein Mensch bei einer Gerichts-Verhandlung gewinnt:
Dann muss der Mensch kein Geld für den Anwalt bezahlen.
Sondern der Verlierer muss für den Anwalt bezahlen.
 
Zum Beispiel:
Ein Mensch hat gegen seine Versicherung geklagt.
Und er hat die Gerichts-Verhandlung gewonnen.
Deshalb muss die Versicherung
jetzt das Geld für den Anwalt bezahlen.

Hier können Sie noch mehr darüber lesen:
Hilfe bei Widerspruch und Klage

Eine Klage kann sehr lange dauern

Zwei Kalender der Jahre 2022 und 2025.

Viele Menschen wollen nicht klagen:
Weil eine Klage sehr lange dauern kann.
Manchmal dauert es mehrere Jahre,
bis es ein Urteil vom Gericht gibt.
Das macht vielen Menschen Angst.

Geldscheine, darüber ein rotes X.

Aber wenn Sie nicht klagen:
Dann bekommen Sie vielleicht sehr lange kein Geld,
obwohl sie ein Recht auf das Geld haben.
Zum Beispiel:
Eine Frau ist 45 Jahre alt.
Sie hat wegen ihrer Behinderung ein Recht auf eine Früh-Rente.
Das bedeutet:
Sie kann schon 20 Jahre früher Rente bekommen.
Dafür muss Sie aber vielleicht beim Gericht klagen.

Eine Frau, daneben 50-Euro Geldscheine.

Vielleicht dauert die Gerichts-Verhandlung 3 Jahre.
Aber wenn die Frau gewinnt:
Dann bekommt sie noch fast 20 Jahre lang die Früh-Rente.
Wenn die Frau nicht klagt:
Dann bekommt sie 20 Jahre lang keine Früh-Rente,
obwohl sie ein Recht darauf hat.
 
Deshalb ist es gut:
Dass die Frau geklagt hat.
Auch wenn es lange gedauert hat.

Eine Klage kann sehr anstrengend sein

Eine Hand schreibt etwas auf ein Blatt Papier.

Viele Menschen haben Angst davor:
Beim Gericht zu klagen.
Denn eine Klage kann sehr anstrengend sein.
Das bedeutet:
Sie müssen dabei an viele Sachen denken.
Und Sie müssen viele Sachen machen.
Zum Beispiel:

  • Briefe schreiben,
  • Anträge schreiben
  • und Formulare ausfüllen.

Und eine Klage kann sehr lange dauern.
Zum Beispiel: Mehrere Jahre.

Eine Frau in einem E-Rollstuhl hebt ihren Arm mit der geballten Faust in die Luft.

Aber Sie können sich Hilfe holen:
Damit die Klage nicht so anstrengend für Sie ist.
Und oft gewinnen die Menschen mit ihrer Klage
beim Sozial-Gericht.
Dann fühlen sich die Menschen meistens gut:
Weil sie gewonnen haben.
Sie haben sich für ihre Rechte stark gemacht.
Das macht die Menschen mutig.
Und sie lernen dabei:
Dass sie viele Sachen schaffen können.
In schwerer Sprache heißt das:
Die Menschen bekommen Selbst-Vertrauen.

Hier gibt es mehr Informationen

Info-Heft

Sie können noch mehr Informationen bekommen.
Zum Beispiel:

  • Auf der Internet-Seite von der EUTB
    können Sie nach Beratungs-Stellen suchen.
    Hier kommen Sie zur Internet-Seite:
    EUTB-Beratungs-Stellen
  • Und es gibt die Internet-Seite von der BAG Selbsthilfe.
    Bei der BAG Selbsthilfe machen sich die Menschen
    zusammen für ihre Rechte stark.
    Hier kommen Sie zur Internet-Seite in schwerer Sprache:
    BAG Selbsthilfe

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