Übergang von der Arbeit zur Rente

Der Übergang von der Arbeit zur Rente muss manchmal früher geplant werden als gedacht. Was bedeutet es, berufs- oder erwerbsunfähig zu werden? Wann und wie kann man Rente bei Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit beantragen? Wie können sich Beschäftige in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung auf den Ruhestand vorbereiten? All diese Fragen behandelt der folgende Text.


Für berufstätige Menschen wird die Frage nach dem Ruhestand mit zunehmenden Alter immer wichtiger. Nicht alle Menschen arbeiten bis zum regulären Rentenalter. Manche Behinderungen oder chronische Krankheiten fangen erst mit einem höheren Alter an. Vorhandene Behinderungen wirken sich oft erst dann stärker aus. Dies kann dazu führen, dass ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten kann.

Was bedeutet Berufsunfähigkeit?

Wer seine übliche Tätigkeit im Beruf nur noch weniger als sechs Stunden am Tag ausüben kann, ist Berufsunfähig. Der genaue Gesetzestext: "Berufsunfähig sind Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder Behinderung im Vergleich zur Erwerbsfähigkeit von körperlich, geistig und seelisch gesunden Versicherten mit ähnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten auf weniger als sechs Stunden gesunken ist". (Sozialgesetzbuch 6, Paragraf 240 Absatz 2)

Was bedeutet Erwerbsunfähigkeit?

Wenn Menschen durch ihre Behinderung oder Krankheit es nicht mehr schaffen, mindestens drei Stunden am Tag zu arbeiten, sind sie erwerbsunfähig. Der Gesetzestext: "Voll erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein." (Sozialgesetzbuch 6, Paragraf 43 Absatz 2).

Rente bei Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit beantragen

Wenn ein Mensch berufs- oder erwerbsunfähig ist, hat er Anspruch auf Rente. Vorher muss die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer aber genug Renten-Versicherungsbeiträge gezahlt haben. Den Antrag auf Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsrente können Sie bei den Kreis- und Gemeindeverwaltungen stellen. Wenn Sie schon ärztliche Atteste haben, können Sie diese direkt bei der Antragstellung mitschicken. Wenn nicht, fordert die Behörde die Atteste anschließend von Ihren Ärzten an. Es wäre gut, wenn Sie Ihren Ärzten schon vor Antragstellung ankündigen, dass sie bald Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit beantragen wollen. So können Ihre Ärzte noch einmal bei Ihnen nachfragen, falls etwas unklar ist.

Übergang von der Arbeit zur Rente in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung

Beschäftigte einer Werkstatt können durch ihren Arbeitgeber Hilfe bekommen, wenn sie sich dem Rentenalter nähern. Denn der Eintritt in den Ruhestand ist für alle Menschen eine bedeutende Umstellung. Nicht jeder freut sich auf den Ruhestand. In einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung fühlen sich die Mitarbeiter nützlich. Sie haben eine Aufgabe und unter den Arbeitskollegen Freunde gefunden. Es gibt auch die Möglichkeit, mit höherem Alter immer weniger zu arbeiten. So können sich die Mitarbeiter einer Werkstatt an ihre neue Freizeit gewöhnen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten in der Werkstatt langsam weniger zu arbeiten:

  • Verkürzung der Arbeitszeit
  • Verlängerte oder zusätzliche Pausen
  • Veränderung der Arbeitsinhalte (zum Beispiel weniger anstrengende Tätigkeit)
  • Veränderung des Arbeitsplatzes
  • Einrichtung einer Gruppe für ältere Beschäftigte

Weitere Informationen

  • Auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung finden Sie Informationen zu Reha und Rente für schwerbehinderte Menschen (10. Auflage, 2015).
  • Auf der Webseite www.rententips.de gibt es Informationen zur Erwerbsminderungsrente und Berufsunfähigkeit.
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zuletzt aktualisiert: 29.03.2017

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