Sonstige ambulante Hilfe

Es gibt verschiedene Angebote, die Menschen mit Behinderung im Alltag zu Hause helfen können. Je nachdem, in welchen Bereichen und wie viel Unterstützung Sie brauchen, gibt es unterschiedliche Hilfen.


Mobiler Sozialer Dienst (MSD)

Der Mobile Soziale Dienst hilft älteren Menschen oder Menschen mit Behinderung, die zu Hause wohnen. Oft arbeiten Zivildienstleistende oder Menschen, die ein Freiwilliges soziales Jahr machen, im Mobilen Sozialen Dienst. Zum Beispiel kommen Mitarbeiter des Mobilen Sozialen Dienstes zu Ihnen nach Hause und

  • sind Gesprächspartner, lesen Ihnen vor, gehen mit Ihnen Spazieren
  • begleiten Sie zum Arzt, zu Behörden, zu Veranstaltungen oder beim Einkaufen
  • helfen Ihnen im Haushalt, beim Abwaschen, Staub wischen oder Bett beziehen
  • helfen Ihnen beim Duschen oder beim An- und Auskleiden

Die Pflegeversicherungen und Sozialhilfeträger können die Kosten für den Mobilen sozialen Dienst übernehmen. Auf Anfrage helfen Ihnen die Mitarbeiter des Mobilen Sozialen Dienstes oft bei der Antragstellung. Grundlage für die Kostenübernahme sind das Pflegeversicherungsgesetz (PflegeVG) und die Hilfe zur Pflege nach dem Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII).

Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung

Die individuelle Schwerstbehindertenbetreuung ist heute praktisch die persönliche Assistenz. Persönliche Assistenten helfen Menschen mit Schwerstbehinderung in allen Bereichen des täglichen Lebens. Zum Beispiel in der Schule, bei der Arbeit, im Studium, bei der Pflege, im Haushalt oder in der Freizeit. Nähere Informationen können Sie im Familienratgeber-Artikel "Assistenz" nachlesen.

Haushaltshilfe

Wenn Sie ins Krankenhaus oder zur Reha müssen, können Sie Ihren Haushalt nicht mehr führen. Auch wegen einer Schwangerschaft oder Krankheit kann die Haushaltsführung schwer fallen. Haben Sie außerdem Kinder, kann dies zu einem echten Problem werden. In diesen Fällen können Sie eine Haushaltshilfe beantragen. Der Reha-Träger (meist die gesetzliche Krankenversicherung) kann die Kosten für die Haushaltshilfe übernehmen. Die Kosten müssen angemessen sein. Das bedeutet, dass der Stunden- oder Tageslohn der Haushaltshilfe nicht zu hoch sein dürfen. Die Deutsche Rentenversicherung sieht Kosten von bis zu 9,25 EUR pro Stunde oder bis zu 74 EUR pro Einsatztag (Stand 2017) als angemessen.

Sie bekommen die Kosten für eine Haushaltshilfe, wenn Sie diese drei Bedingungen erfüllen:

  • Sie können den Haushalt nicht führen, weil Sie schwer krank sind, ins Krankenhaus oder zur Reha müssen oder eine besonders schwierige Schwangerschaft erleben.
  • Sie haben mindestens ein Kind unter 12 Jahren. Bei manchen Krankenkassen liegt die Altersgrenze bei 14 Jahren. Oder bei Ihnen lebt ein Kind mit Behinderung, das Hilfe braucht.
  • Es gibt keine anderen Personen im Haushalt, die den Haushalt führen können. Zum Beispiel erwachsene Kinder oder Großeltern.

Wenn Verwandte, Bekannte, Freunde oder Nachbarn die Betreuung der Kinder übernehmen, können ebenfalls Kosten entstehen. Auch wenn Sie Ihr Kind in eine Kindertagesstätte geben. Auch in so einem Fall kann der Reha-Träger Kosten übernehmen. In welcher Höhe, erfragen Sie bei Ihrem Reha-Träger.

Häusliche Kinderkrankenpflege

Kinder mit Behinderung oder chronischer Erkrankung können auch zu Hause gepflegt werden. Die Pflege zu Hause, in der gewohnten Umgebung, ist für viele Kinder entspannter als in der Klinik. Die Kosten für die Kinderkrankenpflege übernimmt meist die Krankenkasse (5. Sozialgesetzbuch, Paragrafen 37, 38). Die häusliche Kinderkrankenpflege muss Ihnen ein Arzt verschreiben. Mit der Verschreibung melden Sie sich bei einem Pflegedienst Ihrer Wahl. Die Kosten für den Pflegedienst bezahlt dann Ihre Krankenkasse.

Kinderkrankengeld

Kinderkrankengeld können Eltern erhalten, die sich um ein krankes Kind kümmern. Die gesetzliche Krankenversicherung bezahlt dieses Kinderkrankengeld. Manche Krankenkassen nennen diese Leistung auch "Krankengeld bei Erkrankung des Kindes", "Kinderpflege-Krankengeld" oder "Kinderpflege-Krankentagegeld". Während die Eltern das kranke Kind pflegen, können sie nicht zur Arbeit gehen. In dieser Zeit bekommen die Eltern vom Arbeitgeber unbezahlt frei. Mutter und Vater bekommen für die Pflege pro Kind je 10 Arbeitstage frei. Alleinerziehende erhalten 20 Arbeitstage. Insgesamt bekommen Eltern jedoch höchstens 25 Arbeitstage frei, auch wenn sie drei und mehr Kindern haben. Für diese Zeiten erhalten die Eltern dann auch entsprechend Kinderkrankengeld. Anspruch auf Kinderkrankengeld haben Sie für erkrankte und behinderte Kinder auch über das 12. Lebensjahr hinaus. Wenn ein Kind nur noch wenige Monate zu leben hat, gibt es das Kinderkrankengeld zeitlich unbegrenzt. Das Kinderkrankengeld entspricht dem Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit: 70 Prozent des letzten Bruttoverdienstes, höchstens 90 Prozent vom Nettoverdienst.

Mahlzeitendienst / Essen auf Rädern

Nicht jeder schafft es, täglich für sich eine warme Mahlzeit zu kochen. Man kann in diesem Fall eine warme Mahlzeit bei einem Mahlzeitendienst bestellen. Wohlfahrtsverbände und Hilfsorganisationen, wie Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Arbeiterwohlfahrt (AWO), Caritas, Malteser Hilfsdienst, Deutsches Rotes Kreuz (DRK) oder der Paritätischer Wohlfahrtsverband bieten Essen auf Rädern an. Es gibt auch viele private Anbieter. Sie können oft auch spezielles Essen bestellen, zum Beispiel bei Diabetes. Sie können sich das Essen bei einigen Anbietern auch tiefgekühlt liefern lassen. So können Sie sich das Essen warm machen, wenn Sie Hunger haben. Die Kosten für diesen Dienst müssen Sie normalerweise selbst bezahlen. Wenn jemand sehr wenig Geld zur Verfügung hat, kann er auch versuchen, einen Zuschuss zu erhalten. Grundlage dafür ist das 12. Sozialgesetzbuch.

zuletzt aktualisiert: 29.03.2017

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