Infos für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige.

EUTB – Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung

Seit 2018 gibt es ein neues kostenloses Beratungsangebot für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen: Die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung, kurz EUTB. Hier können sich Menschen mit Behinderung in vielen Fragen beraten lassen. Die Berater*innen erklären Ihnen zum Beispiel, wo sie inklusive Angebote finden. Sie sagen Ihnen, welche Teilhabe-Leistungen Ihnen zustehen. Und sie helfen Ihnen bei der Beantragung von Leistungen. Zum Beispiel, wenn Sie nicht im Heim wohnen wollen und eine persönliche Assistentin oder einen Assistenten möchten. Oder wenn Sie einen neuen Rollstuhl brauchen.


Was macht eine EUTB-Beratungsstelle?

Menschen mit Behinderung haben einen gesetzlichen Anspruch auf Leistungen zur Teilhabe und Rehabilitation. Das kann zum Beispiel eine Erwerbsminderungs-Rente sein, eine Kur oder ein Gebärdendolmetscher. Um solche Leistungen zu bekommen, müssen Sie meistens einen Antrag bei einer Behörde, Versicherung oder Krankenkasse stellen. Dabei tauchen Fragen auf, die Sie oft selbst nicht beantworten können:

  • Welche Stelle ist für den Antrag zuständig?
  • Was soll ich in meinen Antrag schreiben?
  • Bis wann muss ich den Antrag verschicken?
  • Bis wann muss die Versicherung, Behörde, Krankenkasse antworten?
  • Was kann ich tun, wenn die Leistung nicht bewilligt wird?

Die EUTB-Berater*innen können Ihnen solche Fragen beantworten. Sie besprechen auch mit Ihnen, was Sie machen können, wenn Sie Probleme mit Behörden, Versicherungen und Krankenkassen haben. Bei Fragen zum Wohnen, zur Barrierefreiheit und zu Pflegegraden helfen sie ebenfalls weiter. Und sie helfen Ihnen bei der Suche nach inklusiven Freizeitangeboten. Zum Beispiel bei der Suche nach einem inklusiven Sportverein. Oder nach einer inklusiven Theatergruppe.

Warum gibt es die EUTB?

Viele Menschen mit Behinderung haben schlechte Erfahrungen mit der Beratung bei Behörden, Versicherungen und Krankenkassen gemacht. Deswegen sind die EUTB-Beratungsstellen jetzt unabhängig von Krankenkassen, Versicherungen und Behörden. Sie sollen Menschen mit Behinderung besser beraten.

Durch das Bundesteilhabegesetzes (BTHG) haben Menschen mit Behinderung jetzt das Recht auf diese unabhängige Beratung. Der Staat hat die EUTB-Beratungsstellen seit 2018 eingerichtet. Er bezahlt sie auch zum großen Teil. Das Bundesteilhabegesetz und die unabhängigen Beratungsstellen sollen dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderung möglichst selbstbestimmt leben können. EUTB-Beratungsstellen sollen die Menschen mit Behinderung dabei unterstützen.

Was heißt unabhängige Beratung und warum ist sie so wichtig?

Unabhängig bedeutet: Die Menschen in den Beratungsstellen können frei entscheiden, wie sie beraten wollen. Sie beraten so, wie sie es am besten für die Menschen mit Behinderung finden. Und nicht, wie es Behörden, Versicherungen oder Krankenkassen wollen. Das ist sehr wichtig, weil auch Behörden, Versicherungen oder Krankenkassen beraten.

Das Problem bei der Beratung bei Behörden, Versicherungen oder Krankenkassen: Sie beraten und sie bestimmen gleichzeitig darüber, ob zum Beispiel jemand einen neuen Rollstuhl bekommt oder nicht. Die Beratung bei den Behörden, Versicherungen oder Krankenkassen ist also nicht unabhängig.

Menschen mit Behinderung beraten Menschen mit Behinderung

Viele Berater*innen der EUTB haben selbst eine Behinderung. Oder sie haben Kinder, Geschwister oder Verwandte, die eine Behinderung haben. Sie kennen die Fragen und Themen von Menschen mit Behinderung aus eigener Erfahrung.

Umfragen zeigen: Viele Menschen mit Behinderung vertrauen Berater*innen mit ähnlichen Erfahrungen mehr.

Wo finde ich EUTB-Beratungsstellen in meiner Nähe?

In Deutschland gibt es ungefähr 500 EUTB-Beratungsstellen. Sie finden EUTB-Beratungsstellen in Ihrer Nähe im Familienratgeber unter „Adressen vor Ort“ . Geben Sie dort unter Schlagwörter „EUTB" und unter Suchgebiet Ihre Postleitzahl oder Ihren Wohnort ein.

Auch auf der Internetseite der EUTB finden Sie Beratungsstellen in Ihrer Nähe.

EUTB-Beratung für Menschen mit Hörbehinderung

Der Deutsche Schwerhörigenbund (DSB) bietet eine EUTB-Beratung per E-Mail an. Die Beratung ist vor allem für Menschen mit Hörbehinderung. Aber auch Menschen mit einer anderen Behinderung können teilnehmen.

Zur E-Mail-Beratung für Menschen mit Hörbehinderung.

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Quell-URL: https://www.familienratgeber.de/beratung-hilfe/beratung/eutb.php

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