Infos für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige.

Auto-Kauf und Kraftfahrzeughilfe

Menschen mit Schwerbehinderung können einen Rabatt bekommen, wenn sie ein Fahrzeug kaufen. Den Rabatt geben Auto-Hersteller beim Kauf eines neuen Autos. Außerdem gibt es für Menschen mit Schwerbehinderung die sogenannte Kraftfahrzeughilfe. Das ist Geld, das sie zum Beispiel für den Kauf eines Fahrzeugs bekommen können. Das Geld zahlen die Rehabilitationsträger als Zuschuss beim Kauf.


Rabatt beim Auto-Kauf für Menschen mit Behinderung

Viele Fahrzeughersteller geben Menschen mit Schwerbehinderung beim Kauf eines neuen Autos einen Rabatt. Zum Beispiel gibt es bei Renault bis zu 24 Prozent, bei Nissan bis zu 27 Prozent und bei Opel bis zu 20 Prozent Rabatt auf den Kaufpreis. Voraussetzung für den Rabatt ist meistens ein Grad der Behinderung von mindestens 50. Einige Hersteller geben den Rabatt nur, wenn im Schwerbehindertenausweis eines der Merkzeichen „G“, „aG“, „H“ oder „Bl“ steht. Das Fahrzeug muss auf den Menschen mit Schwerbehinderung selbst zugelassen werden. Das kann auch ein Kind mit Behinderung sein. Den Rabatt bekommen Sie dann über den Auto-Händler, bei dem Sie das Fahrzeug kaufen.
Vom Bund behinderter Autobesitzer e.V. gibt es eine Rabatt-Liste. Auf der Liste stehen die einzelnen Auto-Hersteller und deren Preisnachlass für Menschen mit Behinderung.
Rabatt-Liste auf der Internetseite des Bund behinderter Autobesitzer e.V. (Stand: 2021)
Auch der ADAC hat eine Liste mit Vergünstigungen (Stand: 2021) zusammengestellt.

Kraftfahrzeughilfe – was ist das?

Menschen mit Schwerbehinderung können Geld vom Staat bekommen, wenn sie ein Kraftfahrzeug kaufen möchten. Zum Beispiel ein Auto. Das Geld ist ein Zuschuss zum Kaufpreis und heißt Kraftfahrzeughilfe. Das Geld können Sie auch für einen barrierefreien Umbau Ihres Autos bekommen.
 
Die Voraussetzung für Kraftfahrzeughilfe ist: Sie benötigen das Fahrzeug, um

  • zum Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu kommen oder
  • am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Die rechtliche Grundlage ist die Kraftfahrzeughilfe-Verordnung.
 
Sie können bis zu 22.000 Euro erhalten, wenn Sie sich ein Fahrzeug kaufen (Stand: 2021). Das ist neu. Bisher waren es maximal 9.500 Euro. Die Änderung steht in Paragraf 5 der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung.
Wenn Sie ein gebrauchtes Fahrzeug kaufen, dann muss es noch den halben Neupreis wert sein. Wie hoch der Zuschuss tatsächlich ausfällt, hängt von Ihrem Netto-Einkommen ab.
Den Zuschuss zahlt der zuständige Rehabilitationsträger. Das kann eine dieser Stellen sein:

  • der Träger der Eingliederungshilfe
  • die gesetzliche Unfallversicherung,
  • die gesetzliche Rentenversicherung,
  • die Arbeitsagentur,
  • das Integrationssamt,
  • das Sozialamt.

Dort müssen Sie auch den Antrag stellen. Welcher Reha-Träger für Sie zuständig ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Wenn Sie Ihren Antrag zum falschen Reha-Träger geschickt haben, ist das nicht schlimm. Der Reha-Träger hat die Pflicht, ihren Antrag an die richtige Stelle weiterzuschicken.

Kraftfahrzeughilfe können Sie auch bekommen, wenn Sie eine barrierefreie Zusatz-Ausstattung benötigen. Das ist zum Beispiel:

  • Automatik-Getriebe,
  • Bremskraft-Verstärker,
  • Lenk-Hilfe,
  • drehbare Sitze.

Beim barrierefreien Umbau bekommen Sie das Geld unabhängig von Ihrem Einkommen.

Auch wenn Sie den Führerschein machen, können Sie einen Zuschuss erhalten.
Die Kraftfahrzeughilfe können außerdem Auszubildende, Studierende und Arbeitslose mit Aussicht auf einen Arbeitsplatz bekommen.
Wenn Sie kein Einkommen oder Vermögen haben, können Sie beim Sozialamt einen Zuschuss beantragen. Der Zuschuss wird als Leistung zur sozialen Teilhabe gewährt.
Informationen dazu bekommen Sie bei Vereinen der Behinderten-Selbsthilfe, zum Beispiel bei „Mobil mit Behinderung e.V.

Tipp: Info-Portal REHADAT-Autoanpassung

Die Internetseite REHADAT-Autoanpassung gibt einen Überblick über Betriebe, die Fahrzeuge barrierefrei umbauen. Außerdem bietet die Seite praktische Hinweise zu Fahrzeugumbau, Führerschein und Autofahren für Menschen mit Behinderung. Sie erfahren auch, welche finanziellen Hilfen es gibt.
Info-Portal REHADAT-Autoanpassung

Fragen zur Kraftfahrzeughilfe - wer hilft weiter?

Ihre Fragen zur Kraftfahrzeughilfe und zum Antrag können Sie beim zuständige Rehabilitationsträger stellen. Beratung bekommen Sie auch bei einer EUTB-Beratungsstelle in Ihrer Nähe. Oder bei einem der Sozialverbände, zum Beispiel bei den Beratungsstellen des Sozialverbandes VdK.

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Quell-URL: https://www.familienratgeber.de/schwerbehinderung/nachteilsausgleiche/kraftfahrzeughilfe.php

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