Vorsorge-Vollmacht

Mit einer Vorsorge-Vollmacht:
bevollmächtigen Sie einen Menschen.
Oder Sie bevollmächtigen mehrere Menschen.
Dass sie sich um Ihre Sachen kümmern.
 
Das bedeutet:
Wenn Sie nicht mehr selbst über Ihr Leben bestimmen können.
Zum Beispiel:

  • Weil Sie einen schweren Unfall hatten.
  • Oder weil Sie eine schwere Krankheit bekommen haben.

Dann hilft der Bevollmächtigte Ihnen.
Zum Beispiel:

Der Bevollmächtigte
schreibt dann einen Antrag an die Pflege-Versicherung.

Die Vorsorge-Vollmacht müssen Sie auf-schreiben.
Diese Sachen von dem Bevollmächtigten
müssen Sie in die Vorsorge-Vollmacht schreiben:

  • Den Namen,
  • das Geburts-Datum
  • und die Adresse.

 
Und Sie müssen genau auf-schreiben:
Was der Bevollmächtige für Sie machen soll.

Zum Beispiel diese Sachen:

  • Vermögens-Aufgaben

Der Bevollmächtigte kümmert sich um Ihr Vermögen.
Das ist zum Beispiel:

  1. Ihr Geld
  2. oder Ihr Haus.
  • Rechtliche Aufgaben

Er kümmert sich um Ihre Verträge.
Zum Beispiel, wenn in Ihrem Miet-Vertrag
etwas geändert werden muss.

  • Arzt-Besuche

Er kümmert sich um Ihre Arzt-Behandlungen.
Und um Ihre Behandlungen im Krankenhaus.

  • Pflege-Möglichkeiten

Er schreibt Anträge an die Pflege-Versicherung.
Wenn Sie einen Pflege-Dienst brauchen.

  • Wohnungs-Möglichkeiten

Er entscheidet zum Beispiel:
Welches Wohn-Heim für Sie am besten ist.

  • Post-Sachen

Er darf Ihre Post öffnen.
Und er darf Ihre Briefe beantworten.

  • Amts-Aufgaben

Er kümmert sich um Sachen beim Amt.
Und er kümmert sich um Ihre Beerdigung.

Ihr Bevollmächtigter muss gefragt werden:
Ob er die Aufgaben für Sie machen möchte.
Wenn der Bevollmächtigte diese Aufgaben machen will.
Dann muss er die Vorsorge-Vollmacht auch unterschreiben.

Das ist gut an einer Vorsorge-Vollmacht

Wenn Sie diese ganzen Sachen
in die Vorsorge-Vollmacht geschrieben haben.
Dann hat der Bevollmächtigte die gleichen Rechte:
Wie ein Betreuer vom Gericht.
Sie können zu jeder Zeit sagen:

  • Dass Sie einen Bevollmächtigten nicht mehr brauchen
  • oder dass sie einen anderen Bevollmächtigten wollen.

Das ist nicht so gut an einer Vorsorge-Vollmacht

Ihre Vorsorge-Vollmacht wird nicht von einem Gericht geprüft.
Deshalb ist es wichtig einen Menschen zu bevollmächtigen:

  • Den Sie schon sehr lange kennen,
  • der zu Ihrer Familie gehört
  • oder dem Sie sehr vertrauen.

Damit der Bevollmächtigte Ihnen immer hilft.
Und damit er immer überlegt:
Wie es Ihnen gut gehen kann.
 
Es ist besser:
Wenn Sie eine Betreuungs-Verfügung schreiben.
Bei einer Betreuungs-Verfügung werden verschiedene Sachen
von einem Gericht geprüft.

Zum Beispiel:

  • Ob sich Ihr Bevollmächtigter gut um Sie kümmert.
  • Und ob Ihre Wünsche erfüllt werden.

Zum Beispiel:

  • Wenn Sie eine schwere Krankheit haben.

Und trotzdem in Ihrer Wohnung wohnen wollen.
Dann brauchen Sie vielleicht einen ambulanten Pflege-Dienst.
Der Bevollmächtigte schreibt den Antrag.
Damit Sie einen ambulanten Pflege-Dienst bekommen.

Dann ist die Vorsorge-Vollmacht gültig

Sie bestimmen selbst:
Ab wann Sie Hilfe für Ihre Sachen brauchen.
 
Sie bekommen sofort Hilfe von Ihrem Bevollmächtigten:
Wenn Ihr Arzt Ihnen eine Bescheinigung schreibt.
Auf der muss zum Beispiel stehen:
Dass Sie Ihre Sachen nicht mehr alleine machen können.
 
Die Vorsorge-Vollmacht ist auch dann noch gültig:
Wenn Sie gestorben sind.

Der Bevollmächtigte kümmert sich dann zum Beispiel:

  • Um Ihre Beerdigung
  • und um Ihr Geld.

Wenn Sie gestorben sind.

  • Dann muss die Vorsorge-Vollmacht

von den Erben wider-rufen werden.
Zum Beispiel:

  1. Von Ihren Kindern
  2. oder Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin.

Die Vorsorge-Vollmacht wider-rufen bedeutet:
Die Vorsorge-Vollmacht ist nicht mehr gültig.

Deshalb ist das wichtig!
Schreiben Sie in der Vorsorge-Vollmacht genau auf:
Was Sie sich nach Ihrem Tod wünschen.
Zum Beispiel:
Wie lange der Bevollmächtigte
sich noch weiter um Ihre Sachen kümmern soll.

Braucht die Familie eine Vorsorge-Vollmacht?

Wenn Sie Ihre Sachen nicht mehr alleine machen können.
Und wenn Sie schon über 18 Jahre alt sind:
Dann braucht auch Ihre Familie eine Vorsorge-Vollmacht.
Damit Sie Ihre Bevollmächtigten werden können.

Und wenn Sie keine Vorsorge-Vollmacht geschrieben haben.
Dann entscheidet das Gericht:
Wer Ihr Bevollmächtigter sein soll.

Die besondere Vorsorge-Vollmacht

Wenn Sie zum Beispiel eine Firma haben.
Dann brauchen Sie eine besondere Vorsorge-Vollmacht.
Diese besondere Vorsorge-Vollmacht
muss von einem Notar unterschrieben werden.

Wenn Sie eine Operation brauchen.
Und wenn es dabei um Ihr Leben geht.
Dann darf Ihr Bevollmächtigter
nicht alleine darüber bestimmen:
Ob sie operiert werden sollen.
Der Bevollmächtigte braucht dafür
eine Erlaubnis vom Gericht.
Mit der Erlaubnis darf er dann darüber bestimmen.

Bei manchen Sachen
können Sie keine Vorsorge-Vollmacht schreiben.
Zum Beispiel, wenn Sie heiraten möchten.
Der Bevollmächtigte darf die Ehe-Bescheinigung nicht unter-schreiben.
Nur Sie selbst dürfen diese Bescheinigung unter-schreiben.

Wo legen Sie Ihre Vorsorge-Vollmacht am besten hin?

Die Vorsorge-Vollmacht muss an einer Stelle liegen:
Wo sie leicht gefunden werden kann.
Zum Beispiel in Ihrem Schreib-Tisch.
Damit der Bevollmächtigte schnell helfen kann.
Wenn Sie Ihre Sachen nicht mehr alleine machen können.

Oder Sie müssen die Vorsorge-Vollmacht
einem anderen Menschen geben.
Zum Beispiel einem Familien-Mitglied.
Das Familien-Mitglied kann die Vorsorge-Vollmacht
dann dem Bevollmächtigten geben.
 
Sie können der Bundes-Notar-Kammer sagen:
Dass Sie eine Vorsorge-Vollmacht geschrieben haben.
Diese Information wird in eine Liste geschrieben.

Das ist gut für Sie.
Weil dann jeder sofort sieht:
Dass Sie eine Vorsorge-Vollmacht geschrieben haben.
Und Ihnen kann schneller geholfen werden.
Wenn Sie verschiedene Sachen
nicht mehr alleine machen können.
Dafür müssen Sie aber etwas Geld bezahlen.

Welche Menschen können Ihnen helfen?

Ihr Bevollmächtigter braucht eine Vertretung.
Zum Beispiel:

  • Wenn er krank ist.
  • Oder wenn er in den Urlaub fährt.

Ihr Bevollmächtigter kann selbst bestimmen:
Welcher Mensch die Vertretung ist.
Das bedeutet:
Dass Ihnen in dieser Zeit ein anderer Mensch hilft.
Der andere Mensch ist für diese Zeit Ihr Bevollmächtigter.

Damit Ihr Bevollmächtigter eine Vertretung bestimmen kann.
Müssen Sie in Ihre Vorsorge-Vollmacht schreiben:

  • Dass Ihr Bevollmächtigter eine Vertretung haben darf.
  • Und dass Ihr Bevollmächtigter selbst bestimmen darf:

Welcher Mensch die Vertretung sein soll.

Der Bevollmächtigte wird geprüft

Wenn Sie in Ihre Vorsorge-Vollmacht
nicht genau geschrieben haben:
Wer Ihren Bevollmächtigten prüfen soll.
Dann können Sie einen Betreuer vom Gericht bekommen.
Der Betreuer prüft:
Ob sich Ihr Bevollmächtigter
an die Regeln in Ihrer Vorsorge-Vollmacht hält.
 
Den Text über die Vorsorge-Vollmacht hat geschrieben:
Rechts-Anwalt Stefan A. Weber aus dem Ort Korschenbroich

zuletzt aktualisiert: 30.03.2017

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