Finanzleistungen in der Reha   

Wer sich für eine Rehabilitation entscheidet, soll auch finanziell abgesichert sein. Egal ob bei einer medizinischen oder beruflichen Reha. Deshalb zahlen die Rehabilitations-Träger Krankengeld, Übergangsgeld und gegebenenfalls Beiträge zur Sozialversicherung. Die Rehabilitations-Träger sind zum Beispiel die Rentenversicherung, die gesetzliche Unfallversicherung, die Krankenversicherung oder die Agentur für Arbeit. Die Höhe dieser Leistungen hängt meistens vom vorherigen Einkommen ab.


Bei medizinischer Rehabilitation

Krankengeld bekommen Sie, wenn Sie Arbeitnehmer sind und länger als sechs Wochen nicht arbeiten können. In den ersten sechs Wochen muss der Arbeitgeber Ihren Lohn weiter auszahlen. Das Krankengeld beträgt in den meisten Fällen 70 Prozent des Brutto-Einkommens, das Sie vor der Arbeitsunfähigkeit verdient haben. Sie bekommen es höchstens 78 Wochen lang. Vom Krankengeld müssen sie die üblichen Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung bezahlen.

Auch nach einem Arbeitsunfall oder wegen einer Berufskrankheit bekommen Sie zunächst für sechs Wochen ihr Gehalt vom Arbeitgeber ausbezahlt. Anschließend bekommen Sie Verletztengeld. Dies zahlen die Berufs-Genossenschaften oder die Krankenkassen. Das Verletztengeld beträgt 80 Prozent ihres Brutto-Einkommens. Es kann aber nicht höher sein als Ihr vorheriges Netto-Einkommen. Wenn Sie während einer medizinischen Reha keinen Anspruch mehr auf Krankengeld haben, können Sie Übergangsgeld beantragen. Das Übergangsgeld wird von der gesetzlichen Renten-Versicherung, Kranken-Versicherung oder Unfall-Versicherung gezahlt.

Bei beruflicher Rehabilitation

Wenn Sie eine berufliche Rehabilitation machen, haben Sie Anspruch auf Übergangsgeld. Sie bekommen es für die gesamte Dauer der Rehabilitation. Das Übergangsgeld zahlt der zuständige Reha-Träger. Bei der beruflichen Reha ist das die Renten-Versicherung, die Unfall-Versicherung oder die Agentur für Arbeit. Es ist ein Ausgleich für fehlendes Einkommen. Die Höhe des Übergangsgeldes hängt von Ihrem vorherigen Einkommen und Ihrem Familienstand ab. Es beträgt 68 Prozent des letzten Netto-Einkommens, wenn Sie keine Kinder mit Anspruch auf Kindergeld haben. Wenn Sie mindestens ein Kind mit Anspruch auf Kindergeld haben, beträgt es 75 Prozent des letzten Netto-Einkommens. Ebenso wenn Sie selbst pflegebedürftig sind oder Ihr Ehepartner pflegebedürftig ist. Solange Sie Übergangsgeld bekommen, übernimmt der Reha-Träger Ihre Beiträge zur Sozial-Versicherung.

Menschen mit Behinderung können für die Dauer der Rehabilitation Hilfe zum Lebensunterhalt von der Sozialhilfe erhalten. Dieses Geld bekommen sie, wenn sie keinen Anspruch auf eine der oben genannten Leistungen haben. Zum Beispiel weil sie nicht lange genug Beiträge zur Renten-Versicherung gezahlt haben.

Weitere Leistungen

Zusätzlich zu den genannten finanziellen Leistungen können die Reha-Träger folgende Kosten übernehmen:

  • Beiträge oder Zuschüsse zur Sozialversicherung
  • Kosten für Kinder-Betreuung
  • verordneter Reha-Sport
  • notwendige Fahrkosten
  • Reisekosten für Fahrten zur Familie während der Rehabilitation
  • Kosten für eine Haushaltshilfe
  • Kosten für eine notwendige Begleit-Person
  • Hilfsgeräte und technische Arbeitshilfen
  • Zuschüsse zur Beschaffung von Fahrzeugen
  • Zuschüsse für die barrierefreie Ausstattung von Fahrzeugen
  • Kosten für den Führerschein
  • Beschaffung einer barrierefreien Wohnung
  • finanzielle Hilfen beim Umbau zu einer barrierefreien Wohnung

Welche Kosten die Reha-Träger übernehmen, entscheiden diese im Einzelfall. Informationen über die Voraussetzungen für diese finanziellen Leistungen bekommen Sie bei den Reha-Trägern oder bei den gemeinsamen Servicestellen.

Sozialversicherung von Menschen mit Behinderung

In der Zeit der medizinischen und beruflichen Rehabilitation sind Menschen mit Behinderung sozialversichert. Menschen mit Schwerbehinderung, die vor ihrer Behinderung nicht gesetzlich krankenversichert waren, können der Krankenversicherung freiwillig beitreten. Das ist innerhalb von drei Monaten nach Feststellung der Schwerbehinderung möglich. Die Voraussetzung dafür ist, dass ein Elternteil, der Ehe- oder Lebenspartner in den letzten fünf Jahren vor dem Beitritt mindestens drei Jahre gesetzlich krankenversichert war.

Menschen mit Behinderung, die in anerkannten Werkstätten, Heimen und ähnlichen Einrichtungen arbeiten, sind in der Renten- und Krankenversicherung pflichtversichert.

Weitere Informationen

zuletzt aktualisiert: 29.03.2017

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