Eingliederungshilfe   

Die Eingliederungshilfe ist ein wichtiges Gesetz für Menschen mit Behinderung. Sie ist Teil des 12. Sozialgesetzbuches und damit eine Sozialhilfeleistung. Durch die Eingliederungshilfe sollen Menschen mit Behinderung besser am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Ganz konkret heißt das: Das Sozialamt übernimmt Kosten für Hilfen.


Aufgaben der Eingliederungshilfe

Die wichtigsten Aufgaben der Eingliederungshilfe sind laut Gesetz:

  • eine Behinderung zu vermeiden
  • die Folgen einer Behinderung zu beseitigen
  • die Folgen einer Behinderung abzuschwächen
  • Menschen mit Behinderung mehr Teilhabe in die Gesellschaft zu ermöglichen

Durch diese Aufgaben ergeben sich verschiedene Leistungen. Man kann die Eingliederungshilfe in drei Bereiche einteilen:

  • Hilfen für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
  • Hilfen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • Hilfen zur Ausbildung, zum Studium und zum Beruf

Hilfen für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Von Geburt an bis zum Ende der Schulzeit bietet die Eingliederungshilfe verschiedene Leistungen.

Leistungen der EingliederungshilfeErklärung und Beispiele
FrühförderungZiel der Frühförderung ist es, Kinder mit Behinderung noch vor der Schule zu fördern. Die Kinder bekommen dann zum Beispiel Hilfe, wenn sie nicht gut Sprechen oder Hören können. Eltern müssen die Kosten der Frühförderung nicht bezahlen. Entweder zahlt die Krankenkasse oder das Sozialamt die Kosten. Mehr Informationen können Sie im Familienratgeber-Artikel "Frühförderung" lesen.
Kindergarten & Co.Kinder mit Behinderung können in einen Heilpädagogischen Kindergarten, eine inklusive Kinderkrippe oder inklusive Kindertagesstätte gehen. Dort bekommen sie intensive Förderung. Zum Beispiel Sprachförderung oder Bewegungsübungen. Die Kosten für die heilpädagogischen Hilfen zahlt das Sozialamt. Mehr Informationen können Sie im Familienratgeber-Artikel "Kindergarten & Co." lesen.
SchuleGeht das Kind in eine Regelschule, braucht es manchmal Hilfe durch einen persönlichen Assistenten. Das Sozialamt zahlt in so einem Fall den Assistenten. Wenn das Kind in eine Internats-Förderschule geht, übernimmt die Sozialhilfe die Kosten. Voraussetzung ist, dass es am Wohnort keine geeignete Schule für das Kind gibt. Die Eltern müssen dann nur die Kosten für Unterkunft und Ernährung bezahlen. Mehr Informationen können Sie im Familienratgeber-Artikel "Inklusion in der Schule" lesen.

Hilfen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

Damit Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, brauchen sie manchmal Hilfe. Die UN-Behindertenrechtskonvention garantiert dieses Recht. Die Eingliederungshilfe im 12. Sozialgesetzbuch regelt dieses Recht für Deutschland. Die Kosten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben übernimmt die Sozialhilfe nicht automatisch. Denn für alle Leistungen der Sozialhilfe gilt: Die Sozialhilfe zahlt nur dann, wenn keine andere Stelle zuständig ist. Andere Stellen können zum Beispiel die Krankenkasse oder die Unfallversicherung sein. Außerdem übernimmt die Sozialhilfe nur dann die Kosten, wenn man selbst oder die Eltern wenig Geld haben. Lesen Sie dazu mehr im Familienratgeber-Artikel "Sozialhilfe-Gesetz".

Beispiele für Leistungen zur Teilhabe:

  • nicht medizinische Hilfsmittel: Zum Beispiel Dinge, die im Alltag helfen, wie spezielles Besteck. In besonderen Einzelfällen kann auch ein Auto dazu gehören.
  • Hilfen beim Kontakt mit anderen Menschen: Zum Beispiel ein Sprach-Computer, Gebärdensprach-Dolmetscher.
  • Hilfen für eine barrierefreie Wohnung: Das Sozialamt kann zum Beispiel Teile der Kosten für den Umbau oder Bau einer barrierefreien Wohnung übernehmen.
  • Hilfen beim ambulant betreuten Wohnen: Zum Beispiel kann das Sozialamt Kosten für eine Haushaltshilfe oder einen Sozialarbeiter übernehmen.
  • Hilfen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben: Zum Beispiel übernimmt das Sozialamt Kosten für Taxi-Fahrten, einen Assistenten, Kino- oder Theater-Karten.

Hilfen für Ausbildung, Studium und Beruf

Die Eingliederungshilfe im 12. Sozialgesetzbuch ist nur ein Teil der Hilfen für Menschen mit Behinderung. Das 9. Sozialgesetzbuch regelt weitere Hilfen: Zum Beispiel die Hilfen für Menschen mit Behinderung in der Ausbildung, im Studium oder im Beruf. Die Kosten für Hilfen übernehmen oft das Arbeitsamt, der Integrationsfachdienst, das Integrationsamt oder eine Kranken- oder Pflegeversicherung. Nur wenn keine dieser Stellen zuständig ist, greift wieder das 12. Sozialgesetzbuch. Dann übernimmt das Sozialamt die Kosten für Hilfen zur Teilhabe am Arbeitsleben.
Mehr Informationen zu Hilfen im Bereich Ausbildung, Studium und Beruf finden Sie in der Familienratgeber-Rubrik "Bildung und Arbeit".

Persönliches Budget

Man kann die Leistungen der Eingliederungshilfe auch als Persönliches Budget erhalten. Das Persönliche Budget ist eine Geldleistung. Mit diesem Geld können sich Menschen mit Behinderung die Hilfe zur Teilhabe selbst "einkaufen". Das heißt konkret, sie stellen einen persönlichen Assistenten an.
Mehr Informationen finden Sie im Familienratgeber-Artikel "Persönliches Budget".

Weitere Informationen

  • Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat einen Text zur Sozialhilfe geschrieben. Dort finden Sie auch Information zur Eingliederungshilfe.
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zuletzt aktualisiert: 19.05.2017

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