Wohnen im Alter

Die meisten Menschen mit Behinderung im Alter von 65 bis 79 Jahre wohnen in Privat-Haushalten. Doch manchmal funktioniert das Wohnen zu Hause nur noch schlecht. So stören Schwellen Rollstuhl- oder Rollator-Fahrer, andere Senioren können nur noch mit Mühe Treppen steigen. Es gibt viele Angebote, um das Wohnen im Alter gut zu gestalten. Beratungsstellen für das Wohnen im Alter sind oft die erste Anlaufstelle.


Wohnberatung für Senioren

Zum Thema Wohnen im Alter beraten Seniorenbüros und Wohnberatungsstellen der Städte und Kommunen vor Ort. In den Büros erhalten Sie Informationen und Beratung zu

  • verschiedenen Wohnformen (zum Beispiel: betreutes, ambulantes oder stationäres Wohnen)
  • Ansprüchen oder Anträgen (zum Beispiel: Wohnberechtigungsschein)
  • Umbau-Möglichkeiten der Wohnung oder des Hauses
  • Möglichkeiten, wie Sie den Umbau bezahlen können

Oft können Sie auch einen Beratungstermin bei sich zu Hause vereinbaren. Die Berater kommen dann zu Ihnen in die Wohnung oder ins Haus. In ländlichen Regionen können Sie sich an Berater der Wohlfahrtsverbände oder an ambulante Pflegedienste wenden. Viele Städte stellen auch auf ihren Internetseiten Informationen bereit.

Weitere Informationen zur Wohnberatung

Altersgerechter Umbau von Wohnung oder Haus (Wohnanpassung)

Je nachdem wie Sie Haus oder Wohnung an die Ansprüche im Alter anpassen wollen, kann das größere oder kleinere Bauarbeiten bedeuten. So können Sie sich durch kleinere Hilfsmittel den Alltag zu Hause erleichtern: Zum Beispiel zum Festhalten ein zweites Geländer an der Treppe einbauen lassen oder eine Anti-Rutsch-Matte in der Dusche verlegen. Wenn Sie Ihren Wohnraum barrierefrei umbauen wollen, sind meist große Umbauarbeiten nötig. In einer gemieteten Wohnung müssen Sie größere Umbauarbeiten vom Vermieter genehmigen lassen.

Die Kosten für eine größere Wohnanpassung können sehr hoch sein. Deswegen gibt es verschiedene Möglichkeiten, Zuschüsse zu beantragen. Wenn eine Pflegestufe vorliegt, übernehmen oft die Pflegeversicherungen einen Teil der Kosten. Das können zu 4.000 Euro pro Umbaumaßnahme sein (Siehe Sozialgesetzbuch 11, Paragraf 40). Es kann bis zu sechs Monate dauern, bis alle Anträge bewilligt werden. Die KFW-Bank bietet einen Kredit an, damit Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus auch schneller umbauen können.

Weitere Informationen zum Umbau

  • Infos, was einzelne Umbauarbeiten kosten oder wo es Zuschüsse gibt, finden Sie auf der Internetseite von www.nullbarriere.de
  • Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat eine kostenlose Broschüre zum Thema Wohnen im Alter herausgebracht. Sie können die Broschüre "Länger zuhause leben" kostenlos herunterladen oder bestellen unter der Telefonnummer: 030 - 18 27 22 721. Auch per Gebärdentelefon oder E-Mail (publikationen@bundesregierung.de) ist eine Bestellung möglich.

Umzug in eine Wohnung für ältere Menschen

Wenn Sie die eigene Wohnung nicht umbauen können, bietet sich der Umzug in eine barrierefreie Mietwohnung an. Aber eine Wohnung für ältere Menschen mit Behinderung zu finden, ist nicht leicht. Angebote sind oft in fremden Städten und weit weg von der gewohnten Umgebung. Am besten kennen sich oft die Wohn-Beratungsstellen, Wohnungsämter oder Seniorenbüros vor Ort aus.

Gemeinschaftliches Wohnen

Es gibt auch für ältere Menschen mit Behinderung Wohnungen in Hausgemeinschaften. Für eine Hausgemeinschaft schließen sich Menschen zum Wohnen zusammen. Häufig gibt es dort Wohnungen, die besonders auch für ältere Menschen geeignet sind. In Mehr-Generationen-Häusern wohnen junge und alte Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Mittlerweile bieten Wohnungsbau-Gesellschaften und Genossenschaften auch geeignete Häuser an.

In den Hausgemeinschaften oder Mehr-Generationen-Häusern gibt es häufig neben der privaten Wohnung auch Räume, die gemeinschaftlich genutzt werden: zum Beispiel Gemeinschafts-Küchen, Bastel-Räume oder ein gemeinschaftlicher Garten. Oft gibt es besondere Regeln in der Hausgemeinschaft, damit alle gut zusammen leben können. Es kann zum Beispiel eine Regel geben, dass die Bewohner anderen helfen sollen, wenn sie krank oder pflegebedürftig sind. Oder die Bewohner sollen Aufgaben der Verwaltung übernehmen.

Weitere Informationen zum gemeinschaftlichen Wohnen

  • Wer sich für solche Wohnformen interessiert, sollte in Kontaktbörsen vor Ort suchen. Auf der Internetseite www.neue-wohnformen.de finden Sie verschiedene Wohnprojekte. Außerdem bietet die Seite auch Kontaktbörsen, viele interessante Links und Broschüren, die Sie herunterladen oder bestellen können.
  • Auf der Aktion Mensch Internetseite finden sie Videos und Artikel zu gemeinschaftlichen Wohnprojekten.

Unterstützung zu Hause

Ältere Menschen mit Behinderung können auch ambulante Pflegedienste oder Hilfsdienste nutzen. Sie können Unterstützung bekommen

  • bei den Mahlzeiten (Lieferung durch Essen auf Rädern)
  • bei der Körperpflege
  • wenn Sie Hilfe beim An- und Ausziehen brauchen
  • bei der Zubereitung kleiner Mahlzeiten
  • beim Einkauf
  • bei der Zimmer- und Pflanzenpflege

Assistenzen für ältere Menschen mit und ohne Behinderung werden immer wichtiger. Die Pflegeversicherung oder das Sozialamt übernehmen häufig die Kosten für die Assistenz. Ein Hausnotruf-Dienst gibt Ihnen eine gewisse Sicherheit, wenn Sie alleine zu Hause wohnen.

Weitere Informationen zur Unterstützung zu Hause

  • Die Internetseite von SeniorFirst.de GmbH bietet eine Online-Suche nach ambulanten Pflegediensten an.

Heim ist nicht gleich Heim

Wenn Sie zu Hause nicht mehr zurechtkommen, sollten Sie über Betreutes Wohnen oder ein Alten- oder Pflegeheim nachdenken. Es gibt verschiedene stationäre Wohnformen, die Sie sich genau ansehen sollten.

  • Altenwohnheim: Hier wohnen ältere Menschen, die nur wenig Pflege oder Hilfe brauchen.
  • Altenwohnstift: Das Leben in einem Wohnstift ist betreutes Wohnen mit hohem Standard. Es ist fast wie ein Hotel. Dort gibt es viele Angebote, wie zum Beispiel im Bereich Sport, Kultur oder Service.
  • Altenheim: In dieser Wohnform leben die älteren Menschen auch eher selbstständig. Aufräumen, sauber machen oder die Speiseversorgung können die Bewohner je nach Wunsch in Anspruch nehmen.
  • Pflegeheim: Hier leben hauptsächlich stark pflegebedürftige Menschen.

Oft bietet eine Einrichtung auch mehrere Bereiche an.

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zuletzt aktualisiert: 04.07.2017

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