Infos für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige.

Barrierefrei bauen

Viele Menschen mit Behinderung brauchen eine barrierefreie Wohnung, um selbstständig wohnen zu können. Rehabilitationsträger, Integrationsämter und Pflegekassen bezahlen oder bezuschussen Wohnungshilfen. Wohnungshilfen sind: Hilfsmittel, Umbau oder Kauf einer behindertengerechten Wohnung und der Umzug in eine barrierefreie Wohnung. Um eine Wohnung oder ein Haus barrierefrei zu bauen oder umzubauen, sind größere oder kleinere Bauarbeiten notwendig. Welche das sind, hängt von den individuellen Bedürfnissen ab.


Barrierefreier Umbau und Neubau

Wenn Sie Ihren Wohnraum barrierefrei umbauen oder neu bauen wollen, sollten Sie dies sehr gut planen. Sie müssen darüber nachdenken

  • was Sie bauen oder umbauen
  • wie Sie es bauen oder umbauen
  • welche Ausstattungen Sie brauchen und
  • wie sich diese Anforderungen umsetzen lassen.

Damit Sie den Neubau oder Umbau besser planen können, gibt es eine DIN-Norm für Wohnraum. Darin stehen feste Angaben, wie man eine Wohnung barrierefrei bauen kann. Lesen Sie dazu auch den ausführlichen Familienratgeber-Artikel zur DIN-Norm 18040.

Beratungsstellen für Barrierefreiheit

Es gibt Wohn-Beratungsstellen in vielen Städten und Kommunen. Oft können Sie auch Beratung in Senioren-Büros erhalten. Denn auch Senioren brauchen barrierefreien Wohnraum. In den Beratungsstellen bekommen Sie Informationen über die Möglichkeiten wie und was Sie bauen oder umbauen können. Auch helfen Ihnen die Berater dabei zu planen, wie Sie die Bauarbeiten bezahlen können. Sie können auch einen Beratungstermin bei sich zu Hause vereinbaren. Die Berater kommen dann zu Ihnen in die Wohnung oder ins Haus. In ländlichen Regionen können Sie sich an Berater der Wohlfahrtsverbände oder an ambulante Pflegedienste wenden. In unserer Adressdatenbank können Sie nach Beratungsangeboten zum Thema Wohnen vor Ort suchen.
 
Weitere Informationen zur Wohnberatung:

Weitere Beratung bekommen Sie bei Beratungsstellen für Wohnraumanpassung und bei Gesundheits-, Bau- oder Umweltämtern. Wenn Sie technische und bauliche Fragen haben, können Sie im Bau-Dezernat Ihrer Stadt fragen. Oft gibt es dort Mitarbeiter für barrierefreies Bauen.
Auch die EUTB-Beratungsstellen in Ihrer Nähe können Ihnen Auskunft geben.

Wo können Sie Geld für den Umbau beantragen?

Es gibt verschieden Stellen, von denen Sie Geld für das barrierefreie Bauen bekommen können. Von welcher Stelle Sie Geld bekommen, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.
 
Leistungen der Rehabilitationsträger: Oft übernehmen die Reha-Träger die Kosten für einen barrierefreien Umbau. Es gibt aber verschiedene Rehabilitationsträger, die zuständig sein können. Zum Beispiel:

  • die Bundesagentur für Arbeit
  • die gesetzliche Unfallversicherung
  • die gesetzliche Rentenversicherung
  • die öffentliche Jugendhilfe oder
  • die Träger der Sozialhilfe.

Informationen zum Antrag und zu dem für Sie richtigen Reha-Träger bekommen Sie bei den EUTB-Beratungsstellen.
 
Leistungen der Integrationsämter: Auch das zuständige Integrationsamt kann Kosten für den barrierefreien Bau, Umbau oder Kauf von Wohn-Raum übernehmen (9. Sozialgesetzbuch, Absatz 3, Nr. 1d). Das Integrationsamt übernimmt aber nur dann Kosten, wenn Sie dadurch Ihren Arbeitsplatz behalten können. In der Fachsprache heißen diese Leistungen "begleitende Hilfen im Arbeits- und Berufsleben". Sie können vom Integrationsamt einen Zuschuss zu den Kosten oder einen vergünstigten Kredit bekommen.

Leistungen der Pflegekassen: Für pflegebedürftige Menschen gibt die Pflegekasse einen Zuschuss. Das können bis zu 4.000 Euro pro Umbau-Maßnahme sein. Den Zuschuss bekommen Sie zum Beispiel für einen Aufzug oder Treppenlift, für den Bau einer Rampe oder für Umbauarbeiten in der Wohnung. Den Zuschuss sollten Sie vor dem Umbau beantragen. Dazu reichen Sie einen Kostenvoranschlag bei der Pflegekasse ein. Weitere Hinweise zum Zuschuss der Pflegekassen finden Sie auf der Internetseite www.nullbarriere.de.

Bausparverträge früher kündigen

Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 95 und ihre Ehepartner können den Bausparvertrag früher kündigen. Das heißt, Sie müssen nicht bis Vertragsende warten, sondern können früher an Ihr gespartes Geld kommen. Das geht aber nur, wenn Sie den Bausparvertrag vor der Feststellung Ihrer Behinderung abgeschlossen haben. Das Gleiche gilt auch für vermögenswirksame Sparverträge. Bei diesen Sparverträgen zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber Geld in Ihren Sparvertrag. Das Geld in diesem Sparvertrag gehört allein dem Arbeitnehmer. Der Staat gibt einen Zuschuss.

Ist ein barrierefreier Umbau steuerlich absetzbar?

Die Kosten für den barrierefreien Umbau von Haus oder Wohnung sind steuerlich absetzbar. Die Voraussetzung dafür ist: Sie müssen nachweisen, dass eine Schwerbehinderung vor Baubeginn schon vorlag. Am besten können Sie dies nachweisen, wenn Sie sich ein ärztliches Attest einholen. Sie können auch eine Kopie Ihres Behindertenausweises einreichen. Die Kosten für den barrierefreien Umbau müssen Sie dann in Ihrer Einkommenssteuer als "außergewöhnliche Belastung" eintragen.

Günstiger Kredit der KFW Bank

Die KFW-Bankengruppe fördert den barrierefreien Umbau und Kauf von barrierefreien Wohnungen und Häusern. Sie können dort einen Zuschuss für den barrierefreien Umbau und Kauf bekommen. Und Sie können einen Kredit mit einem geringen Zinssatz erhalten. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite der KfW Bank.

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zuletzt aktualisiert: 26.06.2019

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