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Barrierefreies Bauen

Nachteilsausgleiche gibt es auch für den Abbau von Barrieren. Sprich: Sie können Geld bekommen, wenn Sie Ihre Wohnung barrierefrei umbauen möchten. Oder wenn Sie eine barrierefreie Wohnung oder ein Haus kaufen möchten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. Zum Beispiel können Sie Geld von der Pflegeversicherung bekommen. Oder Sie können einen günstigen Kredit beantragen. Oder Sie können Steuern einsparen. Wir stellen Ihnen einige Möglichkeiten vor.


Geld von der Pflegeversicherung für den Abbau von Barrieren

Wenn Sie einen Pflegegrad haben, können Sie Geld von der Pflegeversicherung bekommen. Für barrierefreie Umbauarbeiten zahlt die Pflegeversicherung bis zu 4.000 Euro pro Jahr. Wenn mehrere Pflegebedürftige zusammenwohnen, bezahlt die Pflegeversicherung bis zu 16.000 Euro für den Umbau. Das kommt zum Beispiel in einer ambulant betreuten Wohngruppe vor. Anspruch auf das Geld haben Pflegebedürftige in allen fünf Pflegegraden.
Es kann sein, das mit der Zeit Ihr Pflegebedarf höher wird. Manchmal werden dann weitere Umbauten nötig. In diesen Fällen können sie erneut Zuschüsse bei der Pflegeversicherung beantragen.
 
Beispiele für Umbau-Maßnahmen, für die die Pflegeversicherung Geld bezahlt:

  • Einbau eines Treppenlifts
  • Einbau eines zweiten Geländers im Treppenhaus
  • Verbreiterung von Türen
  • Umbau zu einem barrierefreien Badezimmer
  • Einbau eines Badewannenlifts
  • Einbau von niedrigeren Lichtschaltern
  • Abbau von Schwellen und anderen Hindernissen im Wohnbereich

Tipp: Beantragen Sie das Geld bei der Pflegeversicherung bevor Sie mit den Umbau-Maßnahmen beginnen. Nur wenn die Pflegeversicherung der Umbau-Maßnahme zustimmt, bekommen Sie später auch Geld. Informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Pflegeversicherung.

Mehr dazu lesen Sie im Familienratgeber-Artikel Leistungen der Pflegeversicherung.

Steuervergünstigung für barrierefreies Bauen

Sie können unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für den barrierefreien Umbau von der Einkommenssteuer absetzen. Die Kosten gelten dann als außergewöhnliche Belastungen. Dazu gibt es ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) (VI R 7/09). Vor Beginn des Umbaus müssen Sie die eigene Schwerbehinderung oder die eines Familienmitglieds nachweisen. Der Umbau muss aufgrund der Behinderung notwendig sein. Die Kosten für den Umbau müssen Sie belegen.
In der Praxis ist es aber nicht so einfach, die Umbaukosten von der Steuer abzusetzen. Das Finanzamt verweigert dies häufig. Deshalb sollten Sie zunächst versuchen, einen finanziellen Zuschuss von der Krankenkasse oder der Pflegekasse zu bekommen.

Viele Informationen zum barrierefreien Bauen und den Förder-Möglichkeiten finden Sie in der Rubrik "Selbstbestimmt leben". Zum Beispiel Infos über finanzielle Hilfen vom Staat.

Geld von der KfW-Bank für den barrierefreien Umbau

Die KfW-Bankengruppe fördert den barrierefreien Umbau und Kauf von barrierefreien Wohnungen und Häusern. Sie können dort einen Zuschuss für den barrierefreien Umbau oder Kauf bekommen. Oder Sie können einen Kredit mit einem geringen Zinssatz erhalten.
 
Es gibt dazu zwei Programme von der KfW-Bank:

  • Kredit für den Abbau von Barrieren (Kredit 159)
    Das ist ein Kredit bis zu 50.000 Euro. Sie können den Kredit unabhängig von Ihrem Alter bekommen.
  • Zuschuss für den Abbau von Barrieren (Zuschuss 455-B)
    Das ist ein Zuschuss bis zu 6.250 Euro. Auch hier bekommen Sie den Zuschuss unabhängig von Ihrem Alter.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite der KfW-Bank.

Zuschüsse für Berufstätige mit Behinderung

Berufstätige mit Behinderung, die von Zuhause aus arbeiten, können Geld für den barrierefreien Umbau bekommen. Zum Beispiel als Zuschuss oder als verbilligtes Darlehen. Das Geld zählt dann zu den „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“. Zuständig ist die Rentenversicherung, die Arbeitsagentur oder das Integrationsamt. Welche Stelle das Geld bezahlt, hängt von der jeweiligen Person mit Behinderung ab. Zum Beispiel davon, ob die Person selbstständig, angestellt oder verbeamtet ist. Oder davon, wie lange die Person schon berufstätig ist.
Mehr Informationen dazu lesen Sie auf der Internetseite des Vereins Barrierefrei Leben e.V.

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Quell-URL: https://www.familienratgeber.de/schwerbehinderung/nachteilsausgleiche/bauen.php

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