Infos für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige.

Wohngeld

Wer wenig Geld zum Leben hat, kann Wohngeld beantragen. Wohngeld können Mieter oder Besitzer einer Wohnung oder eines Hauses erhalten. In den vergangenen Jahren gab es in Deutschland über eine halbe Million Empfänger von Wohngeld.


Wer kann Wohngeld erhalten?

Anspruch auf Wohngeld haben Menschen, die nur wenig Geld zur Verfügung haben. Je nachdem, wie viele Personen in einem Haushalt leben, kann es mehr oder weniger Wohngeld geben. Entscheidend sind folgende Punkte:

  • Anzahl der Personen, die in einem Haushalt leben,
  • Miet-Kosten oder bei Eigentum: Kosten für die Eigentumswohnung oder das Haus
  • das Gesamt-Einkommen des Haushalts.

Die rechtliche Grundlage für das Wohngeld ist das Wohngeldgesetz (WoGG).

Wer bekommt kein Wohngeld?

Kein Wohngeld erhalten Personen, die schon über eine andere Behörde einen Zuschuss zu den Wohn-Kosten bekommen. Das kann zum Beispiel Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Sozialhilfe oder Übergangsgeld sein. Auch wenn nur eine Person im Haushalt einen Zuschuss zu den Wohn-Kosten bekommt, können die anderen kein Wohngeld erhalten. Der Grund ist, dass der Zuschuss zu den Wohn-Kosten durch die andere Leistung schon abgedeckt ist. Auch Empfänger von Leistungen durch das Berufsausbildungsförderungsgesetz (BAföG) oder Berufsbildungsgesetz (BBiG) können kein Wohngeld bekommen.

Wie stelle ich einen Antrag auf Wohngeld?

Jeder Bürger mit geringem Einkommen kann einen Wohngeld-Antrag stellen. Wohngeld bekommen Sie nur, wenn Sie einen schriftlichen Antrag stellen. Antragsformulare erhalten Sie bei der Wohngeld-Stelle an Ihrem Wohnort. Sie können einen Antrag für das Bundesland, in dem Sie wohnen, auch im Internet herunterladen. Die Anträge finden Sie auf der Seite www.wohngeld.org.
Wohngeld wird für Haushalte beantragt. Ein Haushalt kann aus einer oder mehreren Personen bestehen. Lebt der Mieter oder Eigentümer zum Beispiel allein, muss er einen Wohngeld-Antrag für einen Ein-Personen-Haushalt stellen. Der Antragsteller muss hauptsächlich in dem Wohnraum leben, für den er das Wohngeld beantragt. Wohnt der Antragsteller mit anderen Personen zusammen, kann er Wohngeld für einen Mehr-Personen-Haushalt beantragen. Es gehören nicht automatisch alle Personen zu einem Haushalt, die darin leben.

Will eine Person als Haushaltsmitglied anerkannt werden, muss sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie muss hauptsächlich in dem Wohnraum (Wohnung oder Haus) leben, für den das Wohngeld beantragt wird.
  • Alle Haushaltsmitglieder müssen aus einem Topf wirtschaften. Das bedeutet in der Regel, dass alle Haushaltsmitglieder von einem gemeinsamen Konto leben.
  • Als Haushaltsmitglied muss man miteinander verwandt sein oder zum Beispiel in einer Paar-Beziehung leben.
  • Als Haushaltsmitglied darf man nicht über eine andere Sozial-Leistung einen Beitrag zu den Wohnkosten erhalten.

Am besten geben Sie den Antrag bei Ihrer zuständigen Wohngeld-Stelle persönlich ab. Fehlende Angaben können Sie dann direkt ergänzen. Wenn Unterlagen fehlen, können die Sachbearbeiter Ihnen das direkt sagen.
Zur Fristwahrung können Sie den Antrag auf Wohngeld auch zunächst formlos stellen. Den ausführlichen Antrag mit Nachweisen können Sie innerhalb eines Monats nachreichen.
Das Formular für den formlosen Antrag finden Sie hier.

Wie hoch ist das Wohngeld?

Wie viel Wohngeld Sie bekommen können, hängt von mehreren Dingen ab. Zum Beispiel davon:

  • wie viele Personen im Haushalt leben,
  • wie hoch das Gesamt-Einkommen im Haushalt ist,
  • wie hoch die Miete ist,
  • wo Sie wohnen.

Auf der Internetseite des zuständigen Bundesministeriums finden Sie einen Wohngeld-Rechner. Damit können Sie berechnen, wie viel Wohngeld Sie bekommen können.

Höhe der Miete oder Belastung (bei Eigentum)

Die Miete für einen Wohnraum oder die Belastung bei Eigentum darf eine gewisse Grenze nicht überschreiten. Sonst können Sie kein Wohngeld beantragen. Der konkrete Höchst-Betrag der Miete oder Belastung ist unterschiedlich. Je nachdem, wo Sie wohnen, gibt es bestimmte Miet-Stufen. Außerdem ist die Zahl der Haushaltsmitglieder ausschlaggebend. Eine Liste mit den verschiedenen Miet-Stufen (Stand: 2020) finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums.

Mindesteinkommen

Die Höhe des Wohngeldes hängt auch davon ab, über wie viel Einkommen der Haushalt verfügt. Je geringer das Einkommen ist, desto mehr Wohngeld kann der Haushalt bekommen. Der Haushalt darf aber auch nicht zu wenig Einkommen haben. Denn das Wohngeld können nur diejenigen bekommen, die selbst einen Teil der Miete zahlen können. Die Antragsteller müssen also ein gewisses Mindest-Einkommen nachweisen.
Viele Empfänger von anderen staatlichen Sozialleistungen können also kein Wohngeld bekommen. Zum Beispiel Empfänger von Arbeitslosengeld 2 (Hatz 4), Sozialgeld oder Grundsicherung.

Welches Einkommen zählt beim Wohngeld-Antrag?

Für den Wohngeld-Antrag ist das Gesamt-Einkommen eines Haushalts entscheidend. Es besteht aus dem Brutto-Jahres-Einkommen aller Haushaltsmitglieder. Vom Jahres-Einkommen werden bestimmte Freibeträge abgezogen. Zum Beispiel Werbungskosten, Einkommenssteuer oder Pflicht-Beiträge zur Renten-Versicherung. Je geringer das Jahres-Einkommen nach den genannten Abzügen ist, desto höher kann das Wohngeld ausfallen.

Wohngeld-Freibeträge für Menschen mit Behinderung

Bei Menschen mit Behinderung wird ein zusätzliche Freibetrag vom Jahres-Einkommen abgezogen. Sie erhalten den Freibetrag von 1.800 Euro bei:

Es gibt noch weitere Freibeträge, die Sie unter bestimmten Voraussetzungen bekommen können. Zum Beispiel wenn Kinder zum Haushalt gehören oder gesetzliche Unterhaltspflichten bestehen.

Wohngeld-Reform 2020 – was ist jetzt anders?

  • Die Wohngeld-Leistungen steigen um bis zu 30 Prozent. Zum Beispiel steigt bei einem Zwei-Personen-Haushalt der Zuschuss von 145 Euro auf 190 Euro monatlich.
  • Statt fünf Mietstufen gibt es jetzt sechs Mietstufen. Betroffene in Großstädten mit sehr hohen Mieten, wie zum Beispiel Hamburg und München, können jetzt mehr Geld bekommen.
  • Ab 2022 wird das Wohngeld alle zwei Jahre an die aktuelle Miet- und Einkommensentwicklung angepasst. Das nennt man Dynamisierung des Wohngeldes.

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zuletzt aktualisiert: 27.05.2020

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