Wohnberechtigungsschein (WBS)   

Menschen mit einem geringen Einkommen können durch einen Wohnberechtigungsschein eine günstigere Wohnung bekommen. Dazu müssen sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. In diesem Text erfahren Sie, welche Voraussetzungen das sind.


Wozu brauche ich einen Wohnberechtigungsschein?

Menschen mit einem kleinen Einkommen haben es oft schwer, eine Wohnung zu finden, die bezahlbar ist. Haben Sie einen Wohnberechtigungsschein (WBS), können Sie und Ihre Familie in eine sozial geförderte Wohnung ziehen. Sozial geförderte Wohnungen sind oft günstiger als Wohnungen auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt. Der WBS enthält auch Angaben zur Wohnungsgröße. Wenn mehr Personen in Ihrem Haushalt mit WBS leben, können Sie nach größeren Wohnungen suchen.

Eine Wohnung müssen Sie trotz WBS selbst suchen. Der Wohnberechtigungsschein gibt Ihnen nur die Möglichkeit, eine sozial geförderte Wohnung beziehen zu dürfen. Auch haben Sie nicht das Recht, bei einem Vermieter eine Wohnung zu fordern.

Genaue Auskunft zum WBS und wo es sozial geförderte Wohnungen gibt, bekommen Sie bei den Gemeinden und Landkreisen an Ihrem Wohnort. Dort erfahren Sie auch, wo es Wohnraum nur für Menschen mit Behinderung gibt.

Wo und wie bekomme ich einen Wohnberechtigungsschein?

Einen Wohnberechtigungsschein (WBS) kann man bei der Stadt- oder Kreisverwaltung beantragen. Er gilt jeweils für ein Jahr. Sie bekommen einen WBS nur, wenn Ihr Haushalt über ein geringes Einkommen verfügt. Sie dürfen bestimmte Einkommens-Grenzen pro Jahr nicht überschreiten. In den verschiedenen Bundesländern können die Einkommens-Grenzen unterschiedlich sein. Zum Beispiel:

Einkommensgrenzen pro Jahr für einen WBS in Bonn (Stand 2017):

  • Haushalt mit einer Person 18.010 Euro
  • Haushalt mit zwei Personen 21.710 Euro
  • jede weitere Person + 4.980 Euro
  • für jedes zum Haushalt gehörende Kind + 640 Euro

Einkommensgrenzen pro Jahr für einen WBS in Berlin (Stand 2017):

  • Haushalt mit einer Person 16.800 Euro
  • Haushalt mit zwei Personen 25.200 Euro
  • jede weitere Person + 5.740 Euro
  • für jedes zum Haushalt gehörende Kind + 700 Euro

Wie errechnet sich das Gesamt-Einkommen eines Haushalts?

Das Gesamt-Einkommen eines Haushalts besteht aus dem Jahres-Einkommen aller Personen in diesem Haushalt. Dazu gehören alle Einkünfte, zum Beispiel Lohn und Gehalt oder auch Einkünfte aus selbstständiger Arbeit. Zu der Berechnung gehören auch bestimmte Sozial-Leistungen, zum Beispiel Krankengeld. Für den Wohnberechtigungsschein zählt das Einkommen, das Sie ab Antragsmonat erwarten. Können Sie dazu keine Angaben machen, müssen Sie Ihr Einkommen der vergangenen Jahre angeben.

Ist das Jahres-Einkommen aller Personen in einem Haushalt ermittelt, können Sie jeweils einen Freibetrag von bis zu 10 Prozent abziehen, wenn Sie

  • Einkommensteuer
  • Krankenversicherung,
  • Rentenversicherung bezahlen.

Auch Werbungskosten können Sie von dem Gesamt-Einkommen abziehen.

Weitere Freibeträge:

  • Sie können zusätzlich 4.500 Euro vom Gesamt-Einkommen abziehen, für einen im Haushalt lebenden Menschen mit Schwerbehinderung mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 100.
  • Hat ein Mensch mit Schwerbehinderung einen GdB von 80 oder mehr und wird er zuhause gepflegt, dürfen Sie ebenfalls 4.500 Euro abziehen.
  • Liegt der GdB unter 80, beträgt der Freibetrag 2.100 Euro im Jahr. Voraussetzung dafür ist, dass eine häusliche Pflegebedürftigkeit vorliegt.
  • Einen Freibetrag von 4.000 Euro gibt es für junge Ehepaare. Voraussetzung ist, dass keiner älter als 40 Jahre alt sein darf. Außerdem gilt der Freibetrag nur vom Zeitpunkt der Heirat bis fünf Jahre danach.
  • Einen Freibetrag von 600 Euro bekommen Alleinerziehende für jedes Kind unter 12 Jahre. Um diesen Freibetrag zu erhalten, müssen Sie längerfristig berufstätig sein oder eine Ausbildung absolvieren.
  • Wenn ein zum Haushalt zählendes Kind eigenes Einkommen hat, können Sie bis zu 600 Euro absetzen. Das Kind muss älter als 16, höchstens aber 24 Jahre alt sein.
  • Auch Unterhalts-Zahlungen können Sie absetzen. Es kann je nach Bundesland Höchstgrenzen geben.

zuletzt aktualisiert: 29.03.2017

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