Hilfsmittel für Menschen mit Behinderung

Hilfsmittel sind Gegenstände, die Menschen mit Behinderung oder chronischer Krankheit unterstützen. Zum Beispiel eine Prothese, ein Rollstuhl oder ein Lifter. Hilfsmittel gibt es für den privaten Bereich und für den Einsatz im Beruf. Mit Ihrem Arzt können Sie besprechen, welches Hilfsmittel Sie brauchen. Die Kosten übernimmt der zuständige Rehabilitations-Träger. Das kann zum Beispiel die Krankenkasse oder die Arbeitsagentur sein. Zu allen Fragen, die Sie zum Thema Hilfsmittel haben, beraten Sie die Reha-Service-Stellen.


Das Angebot an Hilfsmitteln ist sehr groß. Es gibt zum Beispiel diese Hilfen:

  • Mobilitätshilfen. Dazu gehören Gehstöcke, Rollstühle oder auch behindertengerechte Fahrzeuganpassungen.
  • Alltagshilfen. Zum Beispiel Badewannen-Lifter oder Dusch-Sitze im Bad.
  • Computer-Hilfsmittel und Hilfen zur Kommunikation. Zum Beispiel besondere Tastaturen.
  • Hilfsmittel für den Arbeitsplatz. Dazu gehören verstellbare Arbeitsstühle und Arbeitstische.
  • Hilfsmittel zur Pflege. Zum Beispiel besondere Betten oder Notruf-Anlagen.

Bevor Sie sich für ein bestimmtes Hilfsmittel entscheiden, sollten Sie klären, wer die Kosten übernimmt. Es ist unwahrscheinlich, dass Sie für privat gekaufte Hilfsmittel nachträglich Geld bekommen.

Wer kommt für die Kosten auf?

Im fünften und im neunten Sozialgesetzbuch (SGB V und IX) ist geregelt, wer die Hilfsmittel bezahlt. Das hängt von der eigenen Lebenssituation ab. Zum Beispiel ob Sie einen Unfall hatten, ob Sie eine Rehabilitation machen oder ob Sie pflegebedürftig sind. Wer die Kosten übernimmt, hängt außerdem davon ab, wozu Sie das Hilfsmittel brauchen. Für den privaten Gebrauch übernimmt meist die Krankenkasse die Anschaffung. Die Rentenversicherung oder die Arbeitsagentur übernehmen die Kosten, wenn Sie das Hilfsmittel für den Beruf brauchen.

Hilfsmittel über die Krankenkasse

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Hilfsmittel bei Behinderung oder zur Pflege. Gegenstände des täglichen Bedarfs sind davon ausgenommen, zum Beispiel eine Matratze. Ob ein Gegenstand ein anerkanntes Hilfsmittel ist, können Sie einfach im Hilfsmittel-Verzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung nachsehen.
Die Krankenkasse übernimmt auch die Kosten für Hilfsmittel von Schulkindern mit Behinderung. Das kann zum Beispiel eine Braille-Zeile oder die Sprachausgabe für ein blindes Kind sein.
Die Krankenkassen sind nicht zuständig für Hilfsmittel

  • am Arbeitsplatz
  • für die Ausbildung
  • für das Studium.

Wie bekomme ich ein Hilfsmittel?

Ein Arzt oder eine Ärztin kann Ihnen ein Hilfsmittel verschreiben. In der Fachsprache heißt das Verordnung von Hilfsmitteln. Auf der Verordnung sollte so genau wie möglich stehen, welches Hilfsmittel der Arzt für richtig hält. So ist zum Beispiel bei einem Rollstuhl wichtig, genau das Modell zu benennen, welches Sie brauchen.

Im Hilfsmittel-Verzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung stehen Hilfsmittel, für die die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Jedes Hilfsmittel hat in diesem Verzeichnis eine Nummer. Diese Nummer sollte der Arzt auf die Verordnung schreiben. Der Arzt kann auch ein Hilfsmittel verschreiben, das nicht im Verzeichnis steht. Dann übernimmt die Krankenkasse aber meistens nicht die Kosten. Mit dem Rezept des Arztes gehen Sie dann in ein Geschäft für Hilfsmittel oder in ein Sanitätshaus. Dort erhalten Sie einen Kostenvoranschlag für die Krankenkasse. Wenn die Krankenkasse zustimmt, bekommen Sie das Hilfsmittel. Einige Hilfsmittel gibt es auch in Apotheken. Die Krankenkasse übernimmt nicht alle Kosten. Meistens müssen Sie etwas dazu zahlen.

Mehr Informationen zur Gesetzlichen Krankenkasse finden Sie im entsprechenden Familienratgeber-Artikel.

Hilfsmittel über andere Kostenträger

Wenn Sie ein Hilfsmittel für den Beruf oder die Ausbildung brauchen, bezahlen andere Stellen die Kosten:

  • Die Renten-Versicherung bezahlt, wenn Sie mehr als 15 Jahre gearbeitet haben.
  • Die Arbeitsagentur zahlt für alle, die weniger als 15 Jahre gearbeitet haben.
  • Wenn Sie Arbeitslosen-Geld zwei (ALG II) bekommen, ist das Jobcenter oder die Kommune zuständig.
  • Das Integrationsamt bezahlt Geld an Arbeitgeber, die einen Arbeitsplatz für einen Mitarbeiter mit Schwerbehinderung barrierefrei einrichten.
  • Die Gesetzliche Unfall-Versicherung ist zuständig, wenn Sie nach einem Unfall oder wegen einer Berufskrankheit ein Hilfsmittel brauchen.
  • Das Sozialamt kann Kosten übernehmen, wenn keine andere Stelle zuständig ist.

Wenn Sie nicht wissen, welche Stelle die Kosten für ein Hilfsmittel übernimmt, können Sie bei einer Reha-Servicestelle nachfragen.

Reha-Servicestellen

Jede Reha-Servicestelle steht immer in Verbindung mit einem bestimmten Rehabilitationsträger: Zum Beispiel einer Krankenkasse oder der Agentur für Arbeit. Die Servicestellen der unterschiedlichen Träger arbeiten aber zusammen. Sie können sich deshalb in jeder beliebigen Servicestelle informieren. Die Servicestellen beraten Sie über alle Leistungen zur Teilhabe für Menschen mit Behinderung. Man spricht mit Ihnen ab, welche Hilfen Sie brauchen. Außerdem sagt man Ihnen, welcher Rehabilitationsträger die Kosten bezahlt. Die Mitarbeiter der Servicestelle helfen Ihnen auch einen Antrag zu stellen. Anschließend leiten sie den Antrag weiter und unterstützen Sie, bis Sie die Hilfen und Leistungen bekommen.

Auswahl eines Hilfsmittels

Es ist wichtig, dass Sie sich über verschiedene Hilfsmittel informieren. Dadurch können Sie besser mitentscheiden, welches Hilfsmittel das richtige für Sie ist. Wenn Sie sich für ein bestimmtes Modell entscheiden, sollten Sie fragen, ob Sie dafür zusätzliche Kosten bezahlen müssen. Bei komplizierten Hilfsmitteln brauche Sie eine Einweisung und Training. Das gehört dazu, wenn Sie ein Hilfsmittel bekommen. Sie brauchen diese Leistung nicht zu bezahlen. Oft ist es gut, das Hilfsmittel zu testen, bevor Sie es bestellen oder kaufen. Sie sollten auch diese Fragen klären: Was mache ich, wenn mein Hilfsmittel kaputt ist? Woher bekomme ich Ersatz? Beraten können Fachgeschäfte für Hilfsmittel und die Sanitätshäuser.

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zuletzt aktualisiert: 27.07.2017

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