Infos für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige.

Leistungen der Pflegeversicherung (Stand: 2021)

Wenn Sie pflegebedürftig sind, können Sie Leistungen von der Pflegeversicherung bekommen. Die Versicherung bezahlt zum Beispiel Geld für die Pflege zu Hause oder in einem Pflegeheim. Wie viel Geld Sie bekommen können, erfahren Sie hier.


Pflege zu Hause

Menschen, die pflegebedürftig sind und einen Pflegegrad haben, bekommen Pflegegeld oder Pflegesachleistungen.

Pflegegeld gibt es für die Betreuung und Pflege durch Angehörige, Nachbarn oder Freunde zu Hause.
Soviel Pflegegeld können Sie pro Monat bekommen:

Pflegegrad 1Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5
-316 Euro545 Euro728 Euro901 Euro
 
Pflegesachleistungen nennt man die Hilfe von professionellen Pflegediensten.
Für die Pflegesachleistung gibt es pro Monat höchstens diese Geld-Beträge:
Pflegegrad 1Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5
-689 Euro1.298 Euro1.612 Euro1.995 Euro

Tipp: Sie können Pflegesachleistungen und Pflegegeld auch kombinieren. Das bedeutet, einen Teil der Pflege können Angehörige oder Freunde übernehmen. Dafür bekommen Sie Pflegegeld. Und den anderen Teil der Pflege übernimmt ein Pflegedienst. Dafür bekommt der Pflegedienst Geld von der Pflegekasse.

Wichtig! Wenn die Pflege nur Angehörige, Nachbarn oder Freunde leisten, ist eine Pflegeberatung Pflicht! Die Pflegekasse kann das Pflegegeld kürzen oder sogar ganz streichen, wenn die Pflegepersonen sich nicht beraten lassen. Das gilt ab dem Pflegegrad 2.
Bei Pflegegrad 1 und bei Bezug von Pflegesachleistungen können Sie auf Wunsch eine Beratung bekommen. Die Pflegeberatung ist kostenlos. Fragen Sie bei Ihrer Pflegekasse nach.

Pflegevertretung und Kurzzeitpflege

Es kommt vor, dass eine private Pflegeperson ausfällt. Zum Beispiel wegen Krankheit oder Urlaub. In diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Die Verhinderungspflege
Das bedeutet: Eine andere Person oder ein ambulanter Pflegedienst übernimmt für einige Zeit die Pflege zu Hause.
Dafür zahlt die Pflegeversicherung die Kosten für eine Ersatzpflege bis zu sechs Wochen. Pro Jahr sind das maximal 1.612 Euro für Versicherte mit den Pflegegraden 2 bis 5.

2. Die Kurzzeitpflege in einem Pflegeheim
Das bedeutet: Der pflegebedürftige Mensch ist für einige Tage oder Wochen in einem Pflegeheim untergebracht. Die Versicherung übernimmt die Kosten dafür, bis zu acht Wochen. Aber auch hier sind das maximal 1.612 Euro pro Jahr für Versicherte mit den Pflegegraden 2 bis 5. Mit dem Pflegegrad 1 kann man bis zu 125 Euro Zuschuss für die Kurzzeitpflege erhalten. Das ist über den Entlastungsbetrag möglich.

Teilstationäre Pflege

Die teilstationäre Pflege nennt man auch Tages- und Nachtpflege. Zur Tages- oder Nachtpflege ist der pflegebedürftige Mensch einmal oder mehrmals pro Woche in einem Pflegeheim. Entweder tagsüber oder nachts. Die Pflege übernehmen dort professionelle Pfleger*innen. Die Pflegeversicherung zahlt dafür pro Monat:

Pflegegrad 1Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5
-689 Euro1.298 Euro1.612 Euro1.995 Euro

Vollstationäre Pflege

In der vollstationären Pflege wohnt der pflegebedürftige Mensch dauerhaft in einem Pflegeheim. Die Pflegeversicherung zahlt pro Monat:

Pflegegrad 1Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5
125 Euro770 Euro1.262 Euro1.775 Euro2.005 Euro
Manche pflegebedürftigen Menschen leben in einer Einrichtung der Behindertenhilfe. Zum Beispiel in einem Wohnheim für Menschen mit Schwerstbehinderung. Dann zahlt die Versicherung einen Zuschuss von maximal 266 Euro pro Monat für Pflegebedürftige in den Pflegegraden 2 bis 5. Unabhängig davon bekommen sie die Eingliederungshilfe.

Entlastungsbetrag

Pflegebedürftige, die zu Hause gepflegt werden, können einen Entlastungs-Betrag bekommen. Pro Monat zahlt die Versicherung maximal 125 Euro in allen fünf Pflegegraden. Das Geld soll Pflegebedürftige und pflegende Angehörige unterstützen. Zum Beispiel durch eine Hilfe im Haushalt oder durch längere Kurzzeitpflege. Den Entlastungs-Betrag bekommen sie nicht automatisch. Sie müssen nachweisen, wofür Sie das Geld brauchen.

Pflegehilfsmittel

Die Pflegekasse gibt Geld für Pflegehilfsmittel bei der Pflege zu Hause. Pflegehilfsmittel sind zum Beispiel Einmalhandschuhe oder Windeln. Für alle Pflegebedürftigen bezahlt die Pflegekasse pro Monat 40 Euro.

Geld für barrierefreien Umbau

Für die Pflege zu Hause ist manchmal ein Umbau der Wohnung nötig. Zum Beispiel eine Dusche ohne Stufe oder ein Haltegriff für die Toilette. Für solche Umbauarbeiten zahlt die Pflegeversicherung bis zu 4.000 Euro pro Jahr. Wenn mehrere Pflegebedürftige zusammenwohnen, bezahlt sie Umbauarbeiten bis zu 16.000 Euro. Das kommt zum Beispiel in einer ambulant betreuten Wohngruppe vor. Anspruch auf das Geld haben Pflegebedürftige in allen fünf Pflegegraden.

Betreute Wohngruppen

Es gibt Pflegebedürftige, die in ambulant betreuten Wohngruppen leben. Diese Wohngruppen nennt man auch Pflege-WGs. Die Bewohner*innen können zusätzliches Geld bekommen. Jeder pflegebedürftige Mensch in der Wohngruppe kann 214 Euro pro Monat erhalten. Mit dem Geld können Sie zum Beispiel einen Betreuer oder eine Betreuerin für die Wohngruppe bezahlen.
 
Die Pflegeversicherung fördert die Gründung von Pflege-WGs. Bei Gründung einer Pflege-WG kann jeder pflegebedürftige Mensch 2.500 Euro bekommen. Maximal aber 10.000 Euro pro Wohngruppe. Das gilt für Pflegebedürftige in allen fünf Pflegegraden.

Hinweis: Wenn Sie falsch beraten worden sind, dann können Sie auch rückwirkend Leistungen der Pflegeversicherung bekommen. Mehr dazu lesen Sie in den Nachrichten des Familienratgebers.

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Quell-URL: https://www.familienratgeber.de/rechte-leistungen/kranken-pflegeversicherung/leistungen-pv.php

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