Kurzzeitpflege   

Kurzzeitpflege ist Entlastung für pflegende Angehörige. Die pflegebedürftige Person lebt für einige Tage oder Wochen in einem Pflegeheim und wird dort gepflegt. In diesem Artikel erfahren Sie: Was Kurzeitpflege genau bedeutet. Wie lange sie dauern kann. Wo und wie man Kurzzeitpflege beantragt.


Was ist Kurzzeitpflege und wer hat Anspruch darauf?

Menschen die ihre Angehörigen selbst pflegen, brauchen ab und zu eine Pause. Zeit für sich, in der jemand anders die Pflege übernimmt. Möglich ist das durch die Kurzzeitpflege. In der Kurzzeitpflege ist die pflegebedürftige Person in einem Pflegeheim untergebracht. Das nennt man vollstationäre Pflege. Kurzzeitpflege findet also nicht zuhause statt. Alle Pflegebedürftigen mit einem Pflegegrad von 2 bis 5 haben Anspruch auf bezahlte Kurzzeitpflege. Seit 2016 außerdem Personen, die durch einen Unfall oder eine Krankheit plötzlich pflegebedürftig geworden sind. Auch dann, wenn sie noch keinen Pflegegrad haben. Rechtliche Grundlage für die Kurzzeitpflege ist das Sozialgesetzbuch 11 (SGB XI), Paragraf 42.

Wann und für wie lange gibt es Kurzzeitpflege?

Die Pflegeversicherung bezahlt die Kurzzeitpflege bis zu acht Wochen im Jahr. Der maximale Zuschuss beträgt 1.612 Euro pro Jahr. Man kann sie zum Beispiel beantragen wenn:

  • pflegende Angehörige in Urlaub oder krank sind
  • pflegende Angehörige mit der Pflege überfordert sind
  • der Gesundheits-Zustand des Pflegebedürftigen für einige Zeit schlechter ist
  • eine pflegebedürftige Person im Krankenhaus war
  • eine pflegebedürftige Person in Zukunft in einem Pflegeheim leben soll, aber noch kein Platz frei ist.

Die Kosten für eine längere Kurzzeitpflege sind meistens höher als der Zuschuss von 1.612 Euro. Man kann deshalb auch das Geld für eine Verhinderungspflege für die Kurzzeitpflege einsetzen. Mehr dazu im Artikel "Pflegeversicherung".

Wie und wo stellt man den Antrag?

Sie stellen den Antrag am besten vor Beginn der Kurzeitpflege. Ein Formular für den Antrag bekommen Sie bei Ihrer Pflegekasse oder Krankenkasse. Bei den Sozialdiensten im Krankenhaus oder in Pflegeheimen gibt es meistens auch Antrags-Formulare. Auf den Internetseiten von einigen Krankenkassen kann man das Formular auch herunterladen. Hier ein Beispiel-Formular von der AOK Rheinland. Wenn Sie Hilfe beim Ausfüllen des Antrags brauchen, bekommen Sie diese bei Ihrer Krankenkasse oder bei den Sozialdiensten. Den Antrag muss der Pflegebedürftige selbst oder sein gesetzlicher Vertreter unterschreiben.

Wo gibt es Kurzzeitpflege?

Während der Kurzzeitpflege wohnt der Pflegebedürftige meistens in einem Pflegeheim. Wo es Möglichkeiten zur Kurzzeitpflege gibt, sagen Ihnen die Pflege- und Krankenkassen. Sie können sich auch bei den Trägern der freien Wohlfahrtspflege informieren, zum Beispiel beim Diakonischen Werk, bei der Caritas oder bei der Arbeiterwohlfahrt. Auch die Lebenshilfe e. V. gibt Auskunft.

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zuletzt aktualisiert: 24.07.2017

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