Kranken- und Pflegeversicherung   

In Deutschland muss jeder kranken- und pflegeversichert sein. Die Krankenversicherung und die Pflegeversicherung haben verschiedene Aufgaben. Welche Aufgaben das sind und welche Leistungen die Versicherungen bezahlen, erfahren Sie hier.


Aufgaben

Kranken- und Pflegeversicherung sind Pflichtversicherungen. Die Krankenversicherungen müssen ihren Versicherten auch eine Pflegeversicherung anbieten. Die Aufgabe der Krankenversicherung ist es, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten oder wiederherzustellen. Außerdem soll sie nach Möglichkeit verhindern, dass die Versicherten pflegebedürftig werden. Leistungen der Krankenkasse bekommt man sofort bei Beginn der Versicherung. Die Aufgabe der Pflegeversicherung ist es, pflegebedürftige Menschen abzusichern. Das bedeutet, die Versicherung bezahlt für die Pflege. Die Versicherten müssen dazu einen Pflegegrad beantragen. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) prüft die Pflegebedürftigkeit und vergibt einen Pflegegrad. Wenn sich der Gesundheitszustand verändert, prüft der MDK, ob sich auch der Pflegegrad ändert. Besteht keine dauerhafte Pflegebedürftigkeit mehr, übernimmt die Krankenkasse wieder einzelne Pflegeleistungen.

Gesetzliche Grundlage

Die gesetzliche Grundlage für die Krankenversicherung ist das 5. Sozialgesetzbuch (SGB V). Die Leistungen der Krankenkasse stehen dort im 3. Kapitel, Paragraf 11 bis 68. Dort steht zum Beispiel die Regelung zur häuslichen Krankenpflege (Paragraf 37), zur medizinischen Rehabilitation (Paragraf 40) und zu Hilfs- und Pflegehilfsmitteln (Paragraf 33). Die einzelnen Leistungen der Pflegeversicherung finden Sie im 11. Sozialgesetzbuch (SGB XI), 4. Kapitel, Paragraf 28 bis 45. Zum Beispiel das Pflegegeld (Paragraf 37), die Pflegesachleistungen (Paragraf 36) oder die vollstationäre Pflege (Paragraf 43).

Überschneidungen

Es gibt einzelne Leistungen, die beide Kassen anbieten. Zum Beispiel die Grundpflege, dazu gehört die Körperpflege und die Ernährung. Welche Kasse zuständig ist, hängt davon ab, wie lange man Pflege braucht. Ist man dauerhaft pflegebedürftig, zahlt die Pflegekasse, sonst die Krankenkasse. Dauerhaft pflegebedürftig ist man, wenn man mindestens sechs Monate auf Pflege angewiesen ist.

Leistungen kann man nicht doppelt beziehen. Wird die Pflegehilfe zum Beispiel von der Pflegekasse finanziert, dann bezahlt die Krankenkasse nur noch die medizinische Behandlung, zum Beispiel eine Operation. Bei technischen Hilfsmitteln hängt es vom jeweiligen Hilfsmittel ab, welche Kasse die Kosten übernimmt. Pflegebetten oder ein Notruf-System sind zum Beispiel technische Hilfsmittel, die die Pflegekasse bezahlt oder ausleiht. Rollstühle, Prothesen, Hör- und Sehhilfen sind technische Hilfsmittel, die die Krankenkasse übernimmt. Oft ist es nicht einfach zu wissen, welche Kasse welche Leistungen bezahlt. Deshalb ist es gut, sich frühzeitig bei der Krankenkasse und der Pflegekasse zu informieren.

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zuletzt aktualisiert: 29.03.2017

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