Inklusion in der Schule

Kinder mit Behinderung haben das Recht, gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung zur Schule zu gehen. Das gemeinsame Lernen wird Inklusion genannt. In der inklusiven Schule ist das gemeinsame Lernen keine Ausnahme, sondern die Normalform. Momentan wird in Deutschland aber nur etwa jedes dritte Kind mit Behinderung an einer Regelschule unterrichtet. Schülerinnen und Schüler mit Behinderung können persönliche Hilfen für den Schulbesuch an Regelschulen bekommen.


Seit 2009 gilt in Deutschland die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK). Das Abkommen betont in Artikel 24 die Forderung nach schulischer Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung. Wörtlich heißt es dort: „Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen (…)“. Die Vereinten Nationen möchten erreichen, dass 90 Prozent aller Kinder mit Behinderung eine allgemeine Schule besuchen.
Inklusion schließt grundsätzlich alle Kinder ein. Art und Schwere ihrer Behinderung spielt dabei keine Rolle. Durch das gemeinsame Lernen werden der gegenseitige Respekt gefördert und Vorurteile abgebaut. Kinder mit besonderem Förderbedarf sollen nicht länger vom gemeinsamen Lernen und Leben ausgeschlossen werden.

Situation in Deutschland

Dort wo Kinder mit Behinderung in Klassen an allgemeinen Schulen aufgenommen werden, erhalten diese Klassen Unterstützung. Meistens kommt ein Sonderschullehrer zusätzlich in die Klasse. In Deutschland besteht bei fast 490.000 Schülerinnen und Schülern besonderer Förderbedarf. Insgesamt gehen hier aber nur 31 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf in eine Regelschule. Kinder mit einer geistigen Behinderung werden dabei am stärksten ausgeschlossen. Die Chance auf schulische Inklusion hängt auch vom Wohnort ab. Während in Hessen nur 21 Prozent der Kinder mit Förderbedarf eine Regelschule besuchen, sind es in Bremen 68 und in Schleswig-Holstein 60 Prozent (Schuljahr 2013/14, 1.-10. Klasse).

Viele Länder in Europa schaffen es besser, Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam zu unterrichten. Die meisten Staaten der Europäischen Union haben den Großteil ihrer Förderschulen bereits geschlossen. Stattdessen werden die Kinder von Sonderpädagogen an den Regelschulen unterstützt. Fast 85 Prozent aller Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf lernen im europäischen Durchschnitt inklusiv. Beim Thema Inklusion in der Schule hat Deutschland Nachholbedarf.

Inklusion und Förderschule

Momentan wird die Mehrzahl der Kinder mit besonderem Förderbedarf in Förderschulen unterrichtet. Entsprechend ihrer Fähigkeiten und der Art ihrer Behinderung besuchen sie Schulen mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten. Grundsätzlich sollen Förderschulen als Durchgangsschulen dienen. Ihre Aufgabe soll vor allem darin bestehen, die Schülerinnen und Schüler so zu fördern, dass sie an eine Regelschule wechseln können. Tatsächlich tun dies nur sehr wenige Schülerinnen und Schüler. Zudem dürfen einige Förderschulen keine Hauptschulabschlüsse vergeben. Aufgrund fehlender Abschlüsse und Ausbildung finden viele Förderschüler auf dem Arbeitsmarkt keinen Job. Die Kultusministerien der Bundesländer aber auch die einzelnen Schulen und Pädagogen stehen also vor großen Aufgaben.

Eine Schule für alle

Eine Hilfe hierbei könnte der „Index für Inklusion“ sein. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Materialien, Aussagen und Fragen zum Thema Inklusion in der Schule. Die Sammlung erklärt, was eine Schule ausmacht, die „alle Kinder und Jugendlichen willkommen heißt“. Der Index für Inklusion zeigt, wie Barrieren abgebaut werden können und wie alle Kinder an einer inklusiven Schule unterrichtet werden können.

Hilfe durch Schulbegleiter

Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf können für den Schulbesuch an Regelschulen Hilfen erhalten. Diese Hilfen leisten Schulbegleiter oder Integrationshelfer. Die Hilfen bezahlt die Sozial- und Jugendhilfe.

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zuletzt aktualisiert: 30.03.2017

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