Angebote der Frühförderung

Die Frühförderung besteht aus unterschiedlichen Förderangeboten: Ärzte, Psychologen, Therapeuten und Sozialarbeiter arbeiten dabei zusammen und sprechen sich untereinander ab. Dadurch können sie dem Kind viel besser helfen. Eltern, Familie und Betreuer, wie Tagesmutter, Großeltern oder Kindergärtnerinnen, sollen bei der Behandlung ebenfalls mithelfen.


Pädiatrie (Kinderheilkunde)

Für Kinder gibt es die sogenannten U-Untersuchungen, U1 bis U9: Bei diesen Untersuchungen prüft der Kinderarzt, ob sich das Kind gut entwickelt. Er kann dabei feststellen, dass sich ein Kind sehr langsam entwickelt und deswegen Förderung braucht. Spricht ein Kind nur sehr wenig, kann der Arzt zum Beispiel eine Sprach-Förderung beim Logopäden verordnen. Mehr zu den Untersuchungen U1 bis U9 erfahren Sie im Artikel „U-Untersuchungen für Kinder“.

Physiotherapie (Krankengymnastik)

Bei der Physiotherapie lernt das Kind, sich besser und sicher zu bewegen. Das kann zum Beispiel dann helfen, wenn das Kind sich nur ungern bewegt. Die Physiotherapeuten können dann mit dem Kind zum Beispiel Muskel- oder Bewegungsübungen machen. Die Eltern bekommen oft Übungen, die sie mit dem Kind zuhause machen können.

Ergotherapie (Handlungsfähigkeit im Alltag)

Auch Ergotherapeuten sorgen dafür, dass sich das Kind besser bewegen kann. Hat ein Kind zum Beispiel Probleme mit dem Gleichgewicht, üben die Therapeuten, den Gleichgewichtssinn zu verbessern. Die Therapeuten versuchen, die Lernziele spielerisch zu verbessern, zum Beispiel durch malen, schaukeln oder basteln. Probleme, bei denen die Ergotherapie helfen kann, sind zum Beispiel:

  • das Kind bewegt sich zu wenig
  • Probleme mit dem Gleichgewichtssinn
  • das Kind hat Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, zum Beispiel bei ADHS
  • das Kind empfindet Schmerzen viel stärker oder viel zu wenig
  • starke Ängste
  • Schlafstörungen

Auch bei der Ergotherapie ist die Beratung der Eltern und Betreuer des Kindes sehr wichtig. Denn das Kind kann sich viel besser entwickeln, wenn alle dabei helfen. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Deutschen Verbandes für Ergotherapeuten.

Logopädie (Sprachförderung)

Logopäden helfen Kindern dabei, das Sprechen zu üben und zu verbessern. Hat ein Kind zum Beispiel Schwierigkeiten

  • Wörter oder einzelne Laute auszusprechen,
  • Sätze zu bilden,
  • fließend zu sprechen (Stottern) oder
  • hören sie schlecht,

kann die Logopädie sehr hilfreich sein. Vor der Behandlung sprechen die Logopäden mit den Eltern und dem Kind. Sie prüfen, wie das Kind spricht, hört, atmet oder schluckt. Sobald der Logopäde herausgefunden hat, welche Schwierigkeiten das Kind hat, erstellt er einen Behandlungsplan. Durch Übungen lernt das Kind, seine Stimme und die Atmung richtig einzusetzen. Der Logopäde unterstützt das Kind, mehr zu sprechen und sich freier auszudrücken. Auch hier lernen die Eltern, wie sie die Sprachentwicklung ihres Kindes unterstützen können.

Psychologie

Psychologen in einem Frühförder-Team untersuchen, wie sich ein Kind geistig entwickelt, welche Gefühle es hat. Stellen sie Probleme fest, beraten sie Eltern und Betreuer, wie man dem Kind am besten helfen kann. Dabei geht es vor allem darum, dass sich das Kind mit seiner Behinderung beschäftigt, und lernt, besser damit umzugehen. Das Ziel ist dabei, dass es später ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen kann. Die Psychologen unterstützen das Kind durch spielerische Übungen.

Sozialarbeit

Sozialarbeiter informieren die Eltern über ihre Rechte. Außerdem können sie bei Anträgen und Widersprüchen helfen. Sozialarbeiter können Familien beraten, welche weiteren Hilfsangebote es gibt. Dies können zum Beispiel sein:

  • Familienunterstützende Dienste
  • Haushaltshilfen
  • Ferien-, Freizeit- und Erholungsangebote
  • Kurzzeitunterbringung
  • Eltern-Selbsthilfe-Gruppen

Sozialpädiatrische Zentren

Die verschiedenen Hilfen der Frühförderung werden oft einzeln angeboten. Es gibt aber auch Einrichtungen, in denen die Hilfen zusammen angeboten werden. Dort kann das Kind dann in einem Haus zu Logopäden, Physiotherapeuten oder Psychologen gehen. Lesen Sie mehr dazu im Familienratgeber-Artikel Sozialpädiatrische Zentren.

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zuletzt aktualisiert: 28.06.2018

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