Freizeit im Alter   

Ältere Menschen haben viel mehr Freizeit, wenn sie nicht mehr arbeiten müssen. Die Möglichkeiten, die Freizeit zu gestalten, sind groß: Meist gibt es sportliche, kulturelle oder auch handwerkliche Angebote vor Ort. Schwierig ist daran aber oft, dass ältere Menschen oder die Angehörigen aktiv nach Angeboten suchen müssen.


Mehr Freizeit - was nun?

Spieleabende, Theater, Musik, Sport oder Basteln: Möglichkeiten und Ideen zur Freizeit-Gestaltung gibt es viele. Die beliebtesten Freizeit-Aktivitäten sind nach Umfragen bei Senioren mit Behinderung fernsehen, Musik hören, spazieren gehen, reisen, entspannen, Freunde und Familie treffen. Meistens wünschen sich ältere Menschen Ruhe und Freizeit. Sie wollen oft keine Veränderungen, sondern einen gewohnten Alltag. In Wohneinrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung gibt es oft viele Freizeit-Angebote. Auch die Seniorenheime für Menschen mit und ohne Behinderung haben Angebote zur Freizeitgestaltung. Meist gibt es besondere Angebote für Geschicklichkeit und Gedächtnis-Training.

Selbstbestimmt im Ruhestand

Senioren sollen möglichst selbst entscheiden, wie sie den eigenen Tagesablauf gestalten wollen. Die Sozialdienste der Werkstätten oder auch andere Sozialdienste können bei der Entscheidung helfen. Beratung gibt es auch bei den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege. Das sind Arbeiterwohlfahrt, Deutscher Caritasverband, Der Paritätische Wohlfahrtsverband, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonisches Werk, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland.

Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft

Auch im Ruhestand haben Menschen mit Behinderung Anspruch auf Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Rechtsgrundlage ist das 9. Sozialgesetzbuch, Kapitel 7, Paragrafen 55-59. Demnach steht älteren Menschen mit Behinderung zu, dass sie Hilfen bekommen, wenn sie zum Beispiel eine Karnevals-Veranstaltung oder ein Museum besuchen wollen. Senioren mit Behinderung sollen am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Jeder soll die Leistungen bekommen, die er oder sie braucht. Der Leistungsanspruch besteht ohne Altersbegrenzung. Als Bürger einer Stadt oder Gemeinde müssen auch ältere Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung alle allgemeinen Begegnungsmöglichkeiten besuchen können. So sieht es jedenfalls die UN-Behindertenrechtskonvention vor in

  • Artikel 9: Menschen mit Behinderung sollen Zugang zu Bussen, Bahnen und öffentlichen Gebäuden, wie Rathaus oder Gemeindeverwaltung haben.
  • Artikel 19: Menschen mit Behinderung sollen frei wählen können, wie und wo sie leben wollen. Sie sollen Zugang zu Unterstützungsdiensten zu Hause und in Einrichtungen haben.
  • Artikel 30: Menschen mit Behinderung sollen am kulturellen Leben teilnehmen können, wie zum Beispiel an Freizeit- oder Sportangeboten.

Doch die Realität ist oft eine andere, denn es gibt noch immer viele Hindernisse. Denn ältere Menschen mit Behinderung können wegen verschiedener Barrieren nicht immer alleine an Freizeit-Angeboten teilnehmen. Deswegen soll die persönliche Assistenz auch hier helfen. Mit der Hilfe von Assistenten können ältere Menschen mit Behinderung Barrieren überwinden. Mit dem Persönlichen Budget können sie die persönliche Assistenz bezahlen. Denn dieses Geld kann auch für Unterstützung im Freizeitbereich beantragt werden.

Freizeit aktiv gestalten und Gutes tun: das Ehrenamt

Wer viel Freizeit hat, der kann sehr gut ehrenamtlich tätig werden. Viele ältere Menschen mit und ohne Behinderung wollen ein Ehrenamt ausüben. Ehrenamtliche Arbeit erweitert den eigenen Horizont und gibt das Gefühl, gebraucht zu werden. Lesen Sie dazu auch die Artikel "Ehrenamt und Behinderung" des Familienratgebers und "Freiwilliges Engagement" auf der Internetseite der Aktion Mensch

Seniorentagesstätten

In manchen Senioren-Tagesstätten gibt es auch Freizeit-Angebote für Senioren mit Behinderung. Ältere Menschen mit Behinderung können zum Beispiel in Einrichtungen der Lebenshilfe, des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm), der Caritas und der Diakonie Freizeit-Angebote finden. Ein Beispiel ist die Senioren-Tagesstätte der Lebenshilfe Braunschweig Senioren-Tagesstätte. Dort können Senioren aus vielen verschiedenen Freizeit-Angeboten auswählen. Zum Beispiel: Gesellschaftsspiele, Gedächtnistraining, Bibliotheksbesuche, Schwimmen, Ausflüge oder Theaterbesuche.

Weitere Informationen

  • Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat einen Text zur Interkulturellen Seniorenarbeit ausgearbeitet. Der Text richtet sich an Fachkräfte und Ehrenamtliche, die mit Senioren arbeiten. In dem PDF werden Themen, wie Vorbereitung auf das Alter, Kommunikation und Selbstorganisation oder auch Lebenslanges Lernen, behandelt.
  • Für Rentner mit Behinderung hat der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB) einen Text in Leichter Sprache erstellt.
  • Die Lebenshilfe Karlsruhe hat zusammen mit der Aktion Mensch ein Buch erarbeitet, das sich mit dem Ruhestand für Menschen mit geistiger Behinderung beschäftigt. Im Buch finden Sie Infos, wie Sie ihre Freizeit gestalten können. Das Buch „Ich will ein Rentner sein“ können Sie auf der Internetseite der Lebenshilfe bestellen.
  • Die Caritas ist in einem Projekt der Frage nachgegangen, wie ältere Menschen mit Behinderung ihren Ruhestand gestalten könnten. Auf ihrer Internetseite zeigen sie die Ergebnisse.
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zuletzt aktualisiert: 29.03.2017

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