Infos für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige.

Freizeit für Senioren mit Behinderung

Ältere Menschen haben viel mehr Freizeit, wenn sie nicht mehr arbeiten müssen. Sie haben viele Möglichkeiten, ihre Freizeit zu gestalten. Zum Beispiel mit Sport, Kultur, Reisen oder Gartenarbeit. Manche Senioren mit Behinderung entdecken auch das Ehrenamt für sich. Meist gibt es viele Angebote vor Ort. Hier lesen Sie, welche Möglichkeiten und Unterstützungen es gibt.


Selbstbestimmt im Ruhestand

Senioren mit Behinderung sollen möglichst selbst entscheiden können, wie sie den eigenen Tagesablauf gestalten wollen. Die Sozialdienste der Werkstätten oder auch andere Sozialdienste können bei der Entscheidung helfen. Beratung gibt es auch bei den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege. Das sind die Arbeiterwohlfahrt, der Deutsche Caritasverband, Der Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz, das Diakonische Werk und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Auch die EUTB-Beratungsstellen geben Ihnen Informationen zu Freizeit-Angeboten vor Ort.

Mehr Freizeit - was nun?

Spieleabende, Theater, Musik, Sport oder Basteln: Möglichkeiten und Ideen zur Freizeit-Gestaltung gibt es viele. Die beliebtesten Freizeit-Aktivitäten sind nach Umfragen bei Senioren mit Behinderung: fernsehen, Musik hören, spazieren gehen, reisen, entspannen, Freunde und Familie treffen. Meistens wünschen sich ältere Menschen Ruhe und Freizeit. Sie wollen oft keine Veränderungen, sondern einen gewohnten Alltag. In Wohneinrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung gibt es oft viele Freizeit-Angebote. Auch die Seniorenheime für Menschen mit und ohne Behinderung haben Angebote zur Freizeitgestaltung. Manchmal gibt es besondere Angebote für Geschicklichkeit und Gedächtnis-Training.

Recht auf Teilhabe für Senioren

Auch im Ruhestand haben Menschen mit Behinderung Anspruch auf Leistungen zur sozialen Teilhabe. Rechtsgrundlage ist das 9. Sozialgesetzbuch, Paragraf 76. Demnach steht älteren Menschen mit Behinderung Hilfe und Unterstützung auch in der Freizeit zu. Zum Beispiel, wenn sie eine Karnevals-Veranstaltung oder ein Museum besuchen wollen. Senioren mit Behinderung sollen am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Jeder soll die Leistungen bekommen, die er oder sie braucht. Zum Beispiel die Unterstützung durch einen persönlichen Assistenten oder einer Assistentin. Der Leistungsanspruch besteht ohne Altersbegrenzung. Als Bürger einer Stadt oder Gemeinde sollen auch ältere Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung an allen öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen können. So sieht es jedenfalls die UN-Behindertenrechtskonvention vor. Dort steht:

  • Artikel 9: Menschen mit Behinderung sollen Zugang zu Bussen, Bahnen und öffentlichen Gebäuden, wie Rathaus oder Gemeindeverwaltung haben.
  • Artikel 19: Menschen mit Behinderung sollen frei wählen können, wie und wo sie leben wollen. Sie sollen Zugang zu Unterstützungsdiensten zu Hause und in Einrichtungen haben.
  • Artikel 30: Menschen mit Behinderung sollen am kulturellen Leben teilnehmen können, wie zum Beispiel an Freizeit- oder Sportangeboten.

Doch die Realität ist oft eine andere. Es gibt noch immer viele Hindernisse. Oft können ältere Menschen mit Behinderung wegen verschiedener Barrieren nicht an Freizeit-Angeboten teilnehmen.
Die persönliche Assistenz soll hier helfen. Mit der Hilfe von Assistenten können ältere Menschen mit Behinderung Barrieren überwinden. Mit dem Persönlichen Budget können sie die persönliche Assistenz bezahlen. Dieses Geld kann auch für Unterstützung im Freizeitbereich beantragt werden.

Ehrenamt: Freizeit aktiv gestalten und Gutes tun

Viele ältere Menschen mit und ohne Behinderung wollen ein Ehrenamt ausüben. Ehrenamtliche Arbeit gibt einem das Gefühl, gebraucht zu werden. Und es ermöglicht Begegnungen und den Kontakt zu anderen Menschen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, ehrenamtlich tätig zu sein. Das richtige Ehrenamt finden Sie auf der Aktion Mensch Internetseite zum Ehrenamt.
Lesen Sie dazu auch den Familienratgeber-Text "Ehrenamt und Behinderung".

Senioren-Tagesstätten

In manchen Senioren-Tagesstätten gibt es auch Freizeit-Angebote für Senioren mit Behinderung. Zum Beispiel in Einrichtungen der Lebenshilfe, des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm), der Caritas und der Diakonie. Ein Beispiel ist die Senioren-Tagesstätte der Lebenshilfe Braunschweig. Dort können Senioren aus vielen verschiedenen Freizeit-Angeboten auswählen. Zur Auswahl stehen Gesellschaftsspiele, Gedächtnistraining, Bibliotheksbesuche, Schwimmen, Ausflüge oder Theaterbesuche.

Weitere Informationen

  • Adressen zu Angeboten für ältere Menschen vor Ort finden Sie in der Familienratgeber-Adressdatenbank.
  • Für Rentner mit Behinderung hat der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB) einen Text in Leichter Sprache erstellt.
  • Von der Lebenshilfe Karlsruhe gibt es ein Buch zum Thema Ruhestand von Menschen mit geistiger Behinderung. Das Buch heißt „Ich will ein Rentner sein“.
  • Von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gibt es einen Text zur Interkulturellen Seniorenarbeit. Der Text richtet sich an Fachkräfte und Ehrenamtliche, die mit Senioren arbeiten. Er behandelt Themen wie Vorbereitung auf das Alter, Kommunikation und Selbstorganisation oder auch lebenslanges Lernen.
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zuletzt aktualisiert: 18.04.2019

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