Infos für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige.

Freizeit für Senior*innen mit Behinderung

Senior*innen haben viel mehr Freizeit, weil sie meistens nicht mehr arbeiten müssen. Sie haben viele Möglichkeiten, ihre Freizeit zu gestalten: zum Beispiel mit Ehrenamt, Sport, Bildung, Kultur, Reisen, Gartenarbeit oder Senioren-Treffen.


Beratung über Freizeit-Angebote

Senior*innen mit Behinderung sollten selbst entscheiden, wie sie ihren Tag verbringen wollen. Wer nicht so genau weiß, welche Möglichkeiten es gibt, kann sich beraten lassen. Beratung gibt es zum Beispiel bei:

  • Arbeiterwohlfahrt (AWO)
  • Caritas
  • Paritätischer Wohlfahrtsverband
  • Rotes Kreuz
  • Diakonisches Werk
  • Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland
  • EUTB-Beratungsstellen

Auch Städte, Gemeinden und Behindertenverbände bieten oft Beratung und Informationen zu Freizeit-Angeboten vor Ort an.
Oder Sie können über die Suche des Familienratgebers nach Freizeitangeboten und Beratung in Ihrer Region suchen.

Was können Senior*innen in ihrer Freizeit machen?

Ehrenamt: Freizeit gestalten und Gutes tun

Viele ältere Menschen mit und ohne Behinderung engagieren sich ehrenamtlich. Ein Ehrenamt hat viele Vorteile: Sie können etwas Gutes tun, wie zum Beispiel anderen Menschen helfen, sich für Naturschutz oder Tierschutz einsetzen. Bei einem Ehrenamt treffen Sie andere Menschen: zum Beispiel ältere oder jüngere Menschen, Jugendliche, Kinder, Menschen aus anderen Ländern. Sie haben eine Aufgabe, fühlen sich gebraucht, lernen noch etwas dazu und können anderen Menschen etwas beibringen.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, ehrenamtlich tätig zu sein. Zum Beispiel können Sie in einer Umweltschutz-Gruppe mitmachen oder sich für Tierschutz einsetzen. Oder Sie können mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen das Lesen üben. Wenn Sie handwerklich begabt sind, können Sie kaputte Dinge reparieren. Sie können in einem Verein helfen, zum Beispiel als Trainer*in oder bei der Organisation im Verein. Sie können auch politisch aktiv werden, zum Beispiel in einem Seniorenbüro, einem Behindertenbeirat oder einem Seniorenbeirat. Natürlich können Sie auch einer Partei beitreten und dort ein Ehrenamt übernehmen.

Die Aktion Mensch bietet eine Suche für ehrenamtliches Engagement an: Dort können Sie nach einem Ehrenamt in Ihrer Region suchen. Sie können auch über Freiwilligenagenturen ein Ehrenamt oder Engagement finden. Auf der Webseite der bagfa (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e.V.) können Sie nach Freiwilligenagenturen in Ihrer Nähe suchen.

Mehr zum Ehrenamt können Sie auch im Familienratgeber-Text "Ehrenamt und Behinderung" lesen.

Sport: gut für die körperliche und geistige Gesundheit

Sport ist eine gute Möglichkeit seine Freizeit zu verbringen. Bewegung ist gut für die körperliche und geistige Gesundheit. Sport hilft dabei, Kraft, Koordination, Gleichgewicht und auch sein Selbstvertrauen im Alter zu trainieren. Durch Sport können Sie auch Übergewicht vermeiden und neue Freund*innen finden.

Es gibt viele verschiedene Sportarten, die Senior*innen mit und ohne Behinderung machen können. Sie können alleine, mit Partner*in oder mit Freund*innen Sport machen. Wichtig ist, dass Sie eine Sportart wählen, die Ihnen Spaß macht. Es kann hilfreich sein, wenn Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über verschiedene Sportarten sprechen. Oft bekommen Sie dort Tipps, welche Sportart für Sie besonders gut geeignet ist.

Einige Beispiele, welche Sportarten Sie machen können:

  • Spazieren gehen und Wandern
  • Schwimmen und Wasser-Gymnastik
  • Radfahren
  • Tennis und Rollstuhl-Tennis
  • Tanzen und Sitz-Tanzen
  • Yoga

Suchen Sie am besten nach Sport-Angeboten in Ihrer Nähe, damit Sie nicht weit fahren oder gehen müssen. Fragen Sie zum Beispiel im Hallenbad, beim Tennisclub, im Turnverein oder bei der Tanzschule nach, welche Angebote es für Senior*innen mit und ohne Behinderung gibt. Oft finden Sie auf den Internetseiten Ihrer Stadt oder Gemeinde Informationen zu Sportvereinen. Bei der Suche können Ihnen auch Selbsthilfevereine, Behindertenverbände, Seniorenbüros und EUTB-Beratungsstellen helfen.

Bildung: Neues lernen und dabei ein Hobby finden

Wenn Sie etwas lernen wollen, können Sie auch Schulungen und Kurse besuchen. Sie können zum Beispiel Englisch oder Spanisch lernen oder einen Computer-Kurs besuchen. Es gibt auch Kurse für Kunst und Kultur: So können Sie zum Beispiel zusammen mit einer Gruppe ein Museum besuchen oder einen Mal-Kurs machen.

Die Volkshochschulen (VHS) bieten viele Kurse an. Sie können auf der Webseite der Volkshochschule nach Kursen suchen oder auch einfach stöbern. Geben Sie ein Stichwort ein, zum Beispiel „Spanisch“, „Yoga“ oder „Malen“, um einen Kurs zum Thema zu finden.

An den meisten Universitäten und Hochschulen können Sie auch als Gasthörer*in an Vorlesungen teilnehmen. Wenn Sie ein Thema interessiert, zum Beispiel Literatur, Archäologie, Biologie, können Sie sich als Gasthörer*in einschreiben. So sammeln Sie neues Wissen. Informationen dazu finden Sie auf den Internetseiten der Universitäten und Hochschulen.

Senioren-Tagesstätten: Menschen treffen und an Aktivitäten teilnehmen

In Tagesstätten für Senior*innen können Sie Menschen in Ihrem Alter kennenlernen und mit ihnen an Aktivitäten teilnehmen. In Tagesstätten gibt es oft barrierefreie Freizeit-Angebote: zum Beispiel können Sie dort gemeinsam kochen, Schach spielen, stricken, neue Leute kennen lernen, spazieren gehen, Musik spielen oder eine neue Handarbeit mit Holz lernen.

In Tagesstätten können Sie sich auch beraten lassen: zum Beispiel zum Thema Rente, Demenz, Sport oder Schwerbehinderung. Senioren-Tagesstätten bieten meist auch Essen, Pflege und Betreuung an.

Pro Tag liegen die Kosten einer Tagesstätte etwa zwischen 50 und 90 Euro. Je nachdem, wie oft Sie in die Tagesstätte gehen und wie viel Pflege Sie brauchen, kann es mehr oder weniger Geld kosten. Die Pflegekasse kann einen Teil der Kosten übernehmen.

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Ihnen eine Tagesstätte gefällt, können Sie die Tagesstätte auch testen. Viele Senioren-Tagesstätten bieten Probetage an. Fragen Sie am besten nach, ob Sie die Tagesstätte zuerst einige Tage probeweise besuchen können.

Reisen: neue Länder und Regionen kennenlernen

Haben Sie Lust, eine neue Region oder sogar ein neues Land zu entdecken? Dann können Sie eine Reise machen. Sie haben dann zwei Möglichkeiten: Entweder Sie planen Ihre Reise selbstständig oder Sie machen eine betreute Reise. Wenn Sie Ihre Reise selbständig planen wollen, dann sollten Sie die Reise gut vorbereiten und sich die folgenden Fragen stellen:

  • Wohin möchte ich reisen?
  • Wie lange möchte ich reisen?
  • Wie viel Geld kann ich für die Reise ausgeben?
  • Möchte ich alleine oder mit Begleitung reisen?
  • Wie möchte ich reisen? Sind Auto, Bus, Zug oder Flugzeug barrierefrei? Und was muss ich dabei beachten?
  • Brauche ich Hilfe, Assistenz oder Unterstützung bei der Pflege?
  • Wo möchte ich übernachten? Ist das Hotel, die Ferienwohnung oder der Bungalow barrierefrei?
  • Was möchte ich tun, wenn ich vor Ort bin? Museen besuchen, wandern gehen, die Stadt besichtigen, Ausflüge machen, das Essen in der Region ausprobieren? Muss ich dafür etwas im Voraus organisieren?
  • Was darf ich nicht vergessen mitzunehmen? Pass, Hilfsmittel, Medikamente, Notrufnummern?

Sie können auch eine betreute Reise machen. Dabei werden Sie von Reiseleitern und Reiseleiterinnen begleitet. Sie müssen sich um nichts kümmern. Alles wird organisiert, zum Beispiel Anfahrt, Unterkunft, Ausflüge. Und Sie erhalten auch Verpflegung und Betreuung vor Ort.

Mehr zum Reisen mit Behinderung können Sie im Familienratgeber-Artikel „Urlaub mit Behinderung“ lesen.

Kosten für Freizeit-Angebote

Freizeitangebote kosten oft Geld. Doch viele Vereine, Museen oder die VHS bieten einen Rabatt für Menschen mit Behinderung, Senior*innen oder Menschen, die wenig Geld haben.

Einige Angebote sind auch kostenlos, wie zum Beispiel Ehrenamt und einige Museen.

Es gibt auch Ideen und Möglichkeiten, wie Menschen mit wenig Geld kostenlos ins Theater, Kino, Konzert oder eine Ausstellung gehen können. Mehr dazu lesen Sie auf der Webseite www.kulturelleteilhabe.de.

Hilfe und Unterstützung durch Eingliederungshilfe (Leistungen zur sozialen Teilhabe)

Senior*innen mit Behinderung können Leistungen zur sozialen Teilhabe bekommen. So steht es im 9. Sozialgesetzbuch, Paragraf 76. Das heißt,

  • wenn Sie Sport, ein Hobby oder ein Ehrenamt machen wollen,
  • Sie dies aber ohne Hilfe nicht können,
  • dann können Sie Geld oder Unterstützung über die Eingliederungshilfe bekommen.

Mit dem Geld können Sie dann zum Beispiel eine Assistenz-Person bezahlen. Die Assistenz-Person unterstützt Sie dabei, Ihr Hobby, ein Ehrenamt oder Sport auszuüben.

Für die Leistungen zur sozialen Teilhabe gibt es keine Altersgrenze. Das heißt, egal wie alt eine Person ist, sie kann Eingliederungshilfe bekommen.
Mehr dazu erfahren Sie im Familienratgeber-Artikel zur „Eingliederungshilfe“.

Weitere Informationen gibt es auch im Familienratgeber-Artikel „Informationen zum Antrag auf Eingliederungshilfe“.

Weitere Informationen

  • Adressen zu Angeboten für ältere Menschen vor Ort finden Sie in der Familienratgeber-Adressdatenbank.
  • Für Rentner*innen mit Behinderung hat der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB) einen Text in Leichter Sprache erstellt.
  • Von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gibt es einen Text zur Interkulturellen Seniorenarbeit. Der Text richtet sich an Fachkräfte und Ehrenamtliche, die mit Senior*innen arbeiten. Er behandelt Themen wie Vorbereitung auf das Alter, lebenslanges Lernen oder auch Kommunikation und Selbstorganisation.
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Quell-URL: https://www.familienratgeber.de/lebensphasen/familie-freizeit/freizeit-im-alter.php

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