Eltern mit Behinderung   

Viele Menschen mit Behinderung wünschen sich, Eltern zu werden. Dazu haben sie jedes Recht. Vater und Mutter zu sein ist aber nicht immer leicht, besonders wenn man eine Behinderung hat. Deswegen gibt es verschiedene Hilfsangebote für Eltern mit Behinderung.


Menschenrecht Elternschaft

Viele Menschen wünschen sich eine eigene Familie und Kinder. Die freie Entscheidung Kinder zu bekommen, ist ein Menschenrecht. Die UN-Behindertenrechtskonvention geht in Artikel 23 Absatz 1 auf das Recht auf Elternschaft von Menschen mit Behinderung ein. Deutschland hat die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben und sich damit verpflichtet, jede Benachteiligung von Eltern mit Behinderung abzubauen. Menschen mit Behinderung haben also das Recht frei zu entscheiden, ob sie Kinder haben wollen oder nicht. Auch wie viele Kinder und wie schnell hintereinander ein zweites oder drittes Kind gewünscht ist, sollen Menschen mit Behinderung frei entscheiden.

Es gibt auch Kritik zur Elternschaft von Menschen mit Behinderung

Manche Menschen sehen es sehr kritisch, wenn Menschen mit Behinderung Kinder wollen und bekommen. Sie denken, dass die Kinder vielleicht nicht genug versorgt werden können. Manchmal verweigern Verwandte oder Bekannte von Eltern mit Behinderung deshalb jede Hilfe. Doch Menschen mit Behinderung sind wie alle Menschen sehr verschieden. Manche brauchen Hilfe, andere nicht. Auch das ist wie bei allen Eltern. Wichtig ist, dass jeder Mensch das Recht hat, Kinder zu bekommen. Der Staat und die Gesellschaft haben die Aufgabe, die bestmögliche Unterstützung zu bieten. So sagt es auch das Gesetz. Doch es gibt noch nicht genug Hilfsangebote. Beim Thema Elternschaft von Menschen mit Behinderung gibt es noch viel zu verbessern.

Sorgerecht

Das Sorgerecht für die eigenen Kinder soll möglichst bei den Eltern bleiben. Ob die Eltern eine Behinderung haben oder nicht, spielt dabei keine Rolle. In Artikel 23 Absatz 2 der UN-Behindertenrechtskonvention steht, dass die Eltern das Sorgerecht erhalten sollen. Außerdem steht dort, dass Menschen mit Behinderungen unterstützt werden sollen, wenn sie Eltern sind. Wichtig dabei ist immer: Dem Kind oder den Kindern soll es gut gehen.

Begleitete Elternschaft

In vielen Städten gibt es inzwischen Unterstützung für Menschen mit Behinderung. Zum Beispiel gibt es Wohn-Angebote für Eltern mit geistiger Behinderung oder Lernschwierigkeiten. Hier können Eltern und Kinder zusammenleben und Hilfe bekommen. Je nachdem wie viel Hilfe die Eltern mit Behinderung brauchen, können sie mehr oder weniger Unterstützung erhalten. So kann die Familie möglichst selbstbestimmt leben.

Es gibt eine Gruppe von Menschen, die Eltern mit geistiger Behinderung helfen wollen. Diese Gruppe nennt sich Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Begleitete Elternschaft. Sie wollen das Thema „Eltern mit geistiger Behinderung“ bekannter machen und Hilfen entwickeln. Auf der Internetseite der BAG Begleitete Elternschaft bekommen Sie mehr Informationen zur Unterstützung vor Ort.

Assistenz für Eltern mit Behinderung

Für viele Eltern mit Behinderung ist eine Assistenz die wichtigste Hilfe für den Alltag. Die Assistenten können verschiedene Aufgaben übernehmen. Zum Beispiel: Baby wickeln, Essen kochen, sich um das Kind kümmern, wenn die Eltern gerade nicht können. Die Erziehung der Kinder bleibt alleine bei Mutter und Vater. Für die Eltern ist es aber oft schwierig, die Kosten der Assistenz bezahlt zu bekommen. Es ist möglich, das Persönliche Budget für Eltern-Assistenz als Teilhabe-Leistung zu beantragen. Leistungen zur Teilhabe regelt Paragraf 4 des 9. Sozialgesetzbuches (SGB IX). Eltern-Assistenz kann als Eingliederungshilfe gemäß Paragraf 54, 12. Sozialgesetzbuch, in Verbindung mit Paragraf 55, 9. Sozialgesetzbuch (Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft) anerkannt werden. Der Deutsche Behindertenrat kritisierte bereits, dass die Eltern-Assistenz noch nicht rechtlich geregelt ist. Die Bundesregierung ist eigentlich dazu verpflichtet, da sie die UN-Behindertenrechtskonvention einhalten muss.

Weitere Informationen zur Eltern-Assistenz bietet der Bundesverband behinderter und chronisch kranker Eltern e.V.. Sie haben auch einen Text zur Eltern-Assistenz in Leichter Sprache.

Hilfsmittel

Je nach Behinderungsart brauchen Eltern mit Behinderung bestimmte Hilfsmittel. Das können zum Beispiel angepasste Baby-Tragen, Kinder-Stühle oder Wickel-Tische sein. Leider gibt es noch immer zu wenig dieser Hilfsmittel. Oft müssen die Eltern die notwendigen Hilfsmittel selbst bauen und selbst finanzieren.

Auf der Internet-Seite vom Bundesverband behinderter und chronisch kranker Eltern e.V. finden Sie einige Angebote und Ideen von angepassten Hilfsmitteln.

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zuletzt aktualisiert: 10.11.2017

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