Zwei ältere Menschen lächeln sich an und halten Hand.

Alte Eltern von erwachsenen Kindern mit Behinderung

Für Eltern von Kindern mit Behinderung wird es im Alter oft schwieriger, für das erwachsene Kind zu sorgen. Sie stellen sich die Frage: "Wer kümmert sich um mein Kind, wenn ich es nicht mehr kann?" Außerdem wollen erwachsene Kinder mit Behinderung irgendwann selbst Entscheidungen treffen und vielleicht auch alleine wohnen.

Wer sorgt für mein erwachsenes Kind mit Behinderung?

Eltern von Kindern mit und ohne Behinderung haben manchmal die Sorge: Was wird aus meinem Kind, wenn ich krank werde oder sterbe? Sind die Kinder dann irgendwann erwachsen, verschwindet dieser Gedanke oft.

Bei Eltern von Kindern mit Behinderung kann diese Sorge bleiben, wenn das Kind ein Leben lang viel Hilfe und Unterstützung braucht. Denn irgendwann sind die Eltern zu alt. Sie können das erwachsene Kind mit Behinderung nicht mehr pflegen und unterstützen.

Mit 50 Jahren plötzlich von zu Hause ausziehen, ist nicht einfach

Auch für die erwachsenen Kinder ist es manchmal sehr schwierig, plötzlich ohne die Eltern zu leben. Das erwachsene Kind mit Behinderung verliert einen oder zwei liebe Menschen. Und es muss vielleicht auch umziehen. Haben die Eltern das Kind mit Behinderung alleine gepflegt, muss das Kind sich plötzlich an viele fremde Menschen gewöhnen. Außerdem wissen manchmal nur die Eltern, was das erwachsene Kind mit Behinderung will. Zum Beispiel, wenn das Kind eine Sprachbehinderung hat. Sterben die Eltern, weiß keiner so schnell, was das erwachsene Kind mit Behinderung sagen will.

Kinder mit Behinderung dabei unterstützen, selbstständig zu leben

Am besten ist es, wenn Eltern ihre Kinder mit Behinderung dabei unterstützen, selbstständig zu werden. Irgendwann merken die Eltern dann: Mein Kind kann selbst entscheiden. Mein Kind ist erwachsen und kann auch ohne Eltern leben.

Auch wenn das Kind mit Behinderung schon älter ist, können die Eltern es dabei unterstützen, selbstständiger zu werden. Sie können zum Beispiel:

  • prüfen, welche Wohn-Angebote es in der Nähe gibt
  • in Beratungsstellen fragen, welche Unterstützung das Kind vom Staat bekommen kann
  • Wohnungen, Wohnheime oder WGs zusammen mit dem Kind ansehen
  • mit dem erwachsenen Kind darüber sprechen, ob es zum Beispiel für eine Woche zum Test woanders wohnen will

Außerdem gibt es Hilfe für Eltern, die ihr Kind auf den Auszug vorbereiten wollen. Und es gibt auch Unterstützung für erwachsene Kinder mit Behinderung, die gerne ausziehen möchten.

Mehr dazu in den Familienratgeber-Artikeln "Wenn das Kind mit Behinderung von zu Hause auszieht" und "Von zu Hause ausziehen mit Behinderung".

Beratungsstellen für Senior*innen

Beratungsstellen für Senior*innen und Menschen mit Behinderung wissen, wo es Hilfe und Beratung in der Nähe gibt. Die Beratungsstellen können Ihnen zum Beispiel barrierefreie Wohn-Möglichkeiten oder Freizeit-Angebote vorschlagen. Beratung und Hilfe bekommen Sie zum Beispiel bei den EUTB-Beratungsstellen.

In der Familienratgeber-Datenbank können Sie nach weiteren Beratungsstellen suchen. Sie können dort zum Beispiel nach Beratung zum Thema „Behinderung im Alter“ suchen. Und Sie können nach Beratungsstellen in Ihrer Nähe suchen.

Behindertentestament

Ältere Menschen sollten auch darüber nachdenken, wie sie ihr Kind mit Behinderung am Erbe beteiligen. Denn: Die Erbschaft kann schnell weg sein, für die Kosten für Pflege oder Wohnheim. Hier kann ein „Behindertentestament“ helfen. Lesen Sie hierzu den ausführlichen Familienratgeber-Artikel "Behindertentestament".

Zuletzt aktualisiert am 28. November 2023

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