Infos für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige.

Budget für Arbeit

Das Budget für Arbeit soll Menschen mit Behinderung dabei helfen, einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden. Es richtet sich an Personen, die in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) arbeiten oder das Recht hätten, dort zu arbeiten. Das Budget ist 2018 mit dem Bundesteilhabegesetz als neue Leistung eingeführt worden.


Für Mitarbeiter einer WfbM ist es schwierig, einen Arbeitsplatz außerhalb der Werkstatt zu finden. Das Budget soll für mehr Inklusion auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Die rechtlichen Regelungen finden sich im Paragraf 61 des neunten Sozialgesetzbuches.

Wer hat ein Recht auf das Budget für Arbeit?

Das Budget für Arbeit können Menschen beanspruchen, die in einer WfbM arbeiten oder das Recht hätten, dort zu arbeiten. Voraussetzung ist, dass sie einen Arbeitgeber auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt finden, der sie einstellen möchte. Dieser Arbeitsplatz muss sozialversicherungspflichtig sein. Das heißt, der Mitarbeiter muss bei dieser Tätigkeit mindestens 451 Euro verdienen. Minijobs werden nicht gefördert.
Keinen Anspruch auf das Budget haben Personen, die wegen der Schwere ihrer Behinderung oder Erkrankung auch nicht in einer WfbM arbeiten könnten.
Die Voraussetzung für einen Antrag ist, dass bereits ein Arbeitsvertrag vorliegt.

Welche Leistungen umfasst das Budget für Arbeit?

Das Budget für Arbeit besteht aus zwei Teilen:

  • Der Mitarbeiter erhält Assistenz und weitere Hilfen in den Bereichen, in denen er Unterstützung benötigt.
  • Die Organisation, die den Arbeitsplatz schafft, erhält einen Lohnkostenzuschuss. Dieser kann bundesweit bis zu 75 Prozent des vorgesehenen Gehalts, aber höchstens 1.246 Euro in Westdeutschland, beziehungsweise 1.148 Euro in den neuen Bundesländern betragen. Die Lohnkostenzuschüsse können in einigen Bundesländern auch höher als dieser Betrag sein.

Welche Hilfen konkret für welchen Zeitraum gewährt werden, handeln der Arbeitgeber und der Träger untereinander aus.

Welchen Status hat der Arbeitnehmer?

Solange der Arbeitnehmer das Budget für Arbeit erhält, gilt er als dauerhaft erwerbsgemindert. Wenn das Arbeitsverhältnis endet und kein neuer Arbeitgeber auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gefunden wird, kann der Mitarbeiter in die WfbM zurückkehren.
Wenn der Arbeitnehmer in ein reguläres Arbeitsverhältnis wechselt, verliert er den Anspruch auf das Budget für Arbeit. Er darf in diesem Fall auch nicht mehr in eine WFBM zurückwechseln und gilt nicht mehr als voll erwerbsgemindert.

Wer ist für das Budget für Arbeit zuständig?

Das Budget wird bei der gleichen Stelle beantragt, welche auch die Leistungen für die Behindertenwerkstatt übernimmt. Dies sind die Träger der Eingliederungshilfe. Sie unterscheiden sich in den einzelnen Bundesländern.

Wo kommen die Arbeitsplätze her?

Es gibt keinen Anspruch darauf, dass der Träger des Budgets für Arbeit einen Arbeitsplatz für einen Menschen mit Behinderung außerhalb der Werkstatt schafft. Der Mensch mit Behinderung oder andere Stellen müssen sich deshalb selbst darum kümmern, einen solchen Arbeitsplatz zu bekommen.

Unterschiede zwischen dem Budget für Arbeit und dem Werkstatt-Außen-Arbeitsplatz

Schon seit einigen Jahren gibt es das Konzept der Außen-Arbeitsplätze für Werkstatt-Mitarbeiter. Solche Arbeitsplätze befinden sich zwar außerhalb der WFBM. Der Mitarbeiter bleibt aber Angestellter der WFBM. Beim Budget für Arbeit hingegen wird der Mitarbeiter mit einem normalen Arbeitsvertrag eingestellt, er ist damit vollständig in die Organisation des Arbeitgebers integriert.

Beratung und Unterstützung

Beratung zum Budget für Arbeit bieten insbesondere die Ergänzenden unabhängigen Teilhabe-Beratungen. Auch die Sozialdienste der Werkstätten können die Mitarbeiter bei der Beantragung unterstützen.
Die Interessensvertretung selbstbestimmt Leben hat ihre telefonische Beratung zum Persönlichen Budget erweitert. Sie berät jetzt auch zum Budget für Arbeit. Die Telefonnummer lautet: 01805 - 47-47-12.

Weiterführende Informationen

zuletzt aktualisiert: 08.05.2019

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