Infos für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige.

Persönliche Assistenz

Persönliche Assistenz ist eine Hilfe für Menschen mit Behinderung in verschiedenen Bereichen des Lebens. Assistentinnen und Assistenten unterstützen bei allen Tätigkeiten des Alltags. Zum Beispiel im Haushalt, bei der Arbeit, in der Schule oder auch bei Freizeit-Aktivitäten. Dadurch können Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben führen. Sie entscheiden selbst, wann, wo und von wem sie Unterstützung bekommen möchten. Sie können die Assistenz von einem Assistenz- oder Pflegedienst bekommen. Oder sie organisieren selbstständig die Unterstützung durch Assistent*innen. Wer die Assistenz selbst organisiert, kann die Unterstützung mit dem Persönlichen Budget bezahlen. Im Text erfahren Sie, was Persönliche Assistenz ist und wer sie bezahlt.


Was ist Assistenz?

Assistentinnen und Assistenten unterstützen Menschen mit Behinderung. Die Aufgaben der Assistent*innen sind vielfältig: Von kleinen Botengängen, die Begleitung zur Schule und im Beruf sowie bei Ausflügen oder im Urlaub, bis hin zur Betreuung Rund-um-die-Uhr.

Meist wählen Menschen mit Behinderung ihre Assistent*innen selbst aus und arbeiten sie auch selbst ein. Es gibt aber auch Fortbildungen für die Arbeit als Assistent*in.
Durch das Bundesteilhabegesetz haben Menschen mit Behinderung seit 2020 einen Rechtsanspruch auf Assistenz. Dazu gehören auch Assistenz-Leistungen im Haushalt und in der Freizeit. Außerdem gibt es Assistenz für Mütter und Väter mit Behinderung, bei der Versorgung und Betreuung ihrer Kinder (Sozialgesetzbuch 9, Paragraf 4). Der Fachbegriff dafür lautet: Eltern-Assistenz.
Die rechtliche Grundlage für die Assistenz-Leistungen im Bereich "Soziale Teilhabe" ist das Sozialgesetzbuch 9, Paragrafen 78, 81 und 113 bis 116.

Welche Assistenz-Bereiche gibt es?

Assistent*innen können in den Bereichen Beruf, Ausbildung, Alltag und Freizeit helfen. Zum Beispiel für:

  • Besuch von Kindergarten oder Kita
  • Schul- und Hochschulbesuch
  • Arbeit (Lesen Sie dazu auch den Familienratgeber-Artikel "Arbeitshilfen: Assistenz").
  • Pflege (zum Beispiel Körperpflege, Duschen)
  • Wohnen
  • Aufenthalt in einem Krankenhaus
  • Freizeitgestaltung (zum Beispiel Ausflüge, Theater, Kino, Museum, Reise-Begleitung)
  • Erwachsenenbildung (zum Beispiel Begleitung bei Kursen der Volkshochschule)
  • Hilfen für Eltern mit Lernschwierigkeiten und ihre Kinder (das nennt man Eltern-Assistenz)

Meistens helfen Assistent*innen einzelnen Personen. Es gibt aber auch Assistenz für mehrere Personen, zum Beispiel in einer Wohngruppe.

Wie finde ich eine Assistentin oder einen Assistenten?

Einige Internet-Seiten bieten eine Stellen-Vermittlung von Assistenz. Zum Beispiel diese:

Sie können auch die Hilfe von Assistenz-Diensten in Anspruch nehmen. Diese Dienste übernehmen die Organisation und Umsetzung der Assistenz. Die Dienste müssen Sie in der Regel bezahlen.
 
Auf der Internetseite Rehadat finden Sie eine Liste von Anbietern von Assistenz-Leistungen.
Eine Liste mit Assistenzdiensten bietet auch der Berliner Verein ambulante dienste e.V.
 
Auch die EUTB-Beratungsstellen können Ihnen einen Überblick über Assistenz-Anbieter in Ihrer Region geben. Die Beratungsstellen selbst vermitteln keine Assistent*innen, weil sie unabhängig arbeiten. Aber sie können Ihnen Kontaktdaten nennen.

Wer bezahlt die Assistenz?

In Deutschland gibt es verschiedene Stellen, die die Kosten für Assistenz-Leistungen bezahlen. Diese Stellen heißen Kostenträger. Welcher Kostenträger für Sie bezahlt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Und davon, welche Assistenz-Leistungen Sie brauchen. Wenn Sie zum Beispiel Arbeits-Assistenz benötigen, kann die Bundesagentur für Arbeit oder das Integrationsamt die Kosten bezahlen.
 
Es gibt folgende Kostenträger:

  • Träger der Eingliederungshilfe
  • Pflegeversicherung
  • Krankenkasse
  • Rentenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Integrationsamt
  • Bundesagentur für Arbeit
  • Jugendamt
  • Sozialamt
  • Versorgungsamt

Sie können die Assistenz als Sach-Leistung beziehen. Zum Beispiel als Unterstützung von einem Pflege-Dienst.
Oder Sie können die Assistenz mit dem Persönlichen Budget selbst bezahlen. Das Persönliche Budget ist eine Geld-Leistung. Mit dem Geld können Sie selbst Assistent*innen einstellen und bezahlen. Sie klären dann selbst, wer für Sie arbeitet und wann. Und Sie kümmern sich selbst um die Bezahlung Ihrer Assistent*innen. Sie können das Persönliche Budget aber nur erhalten, wenn Sie Anspruch auf Teilhabe-Leistungen haben. Wenn Sie sich für das Persönliche Budget entscheiden, sollten Sie sich vorher beraten lassen.
 
Mehr dazu lesen Sie im Familienratgeber-Artikel Persönliches Budget.

Wo bekomme ich Hilfe und Beratung?

Die EUTB-Beratungsstellen beraten zu allen Themen aus dem Bereich Behinderung und Teilhabe. In den EUTB-Beratungsstellen haben viele Beraterinnen und Berater selbst eine Behinderung.

Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ISL) berät zum Thema Persönliches Budget und Assistenz. Dazu gibt es das Beratungstelefon mit der Nummer: 01802 – 47 47 12.

Auch bei den Kostenträgern bekommen Sie Beratung zum Thema Assistenz-Leistungen. Die Kostenträger sind gesetzlich verpflichtet, Sie zu beraten.

Online-Tipp: Infoportal Persönliche Assistenz

Persönliche Assistenz- das Infoportal
Die Internetseite informiert über die Grundlagen der Persönlichen Assistenz. Sie stellt die verschiedenen Assistenz-Bereiche vor. Und sie gibt Infos zum Berufsbild Assistent*in.

Weitere Informationen

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Quell-URL: https://www.familienratgeber.de/schwerbehinderung/selbstbestimmt-leben/assistenz.php

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