Parkausweis und Behindertenparkplatz

Manche Menschen mit Schwerbehinderung können auf einem Behindertenparkplatz parken. Dazu brauchen sie einen blauen EU-Parkausweis. Für Deutschland gibt es außerdem den orangenen Parkausweis. Einige Bundesländer haben noch andere Parkausweise. Es gibt auch die Möglichkeit, einen eigenen Parkplatz zu beantragen. Lesen Sie hier die wichtigsten Informationen zu den Parkausweisen, dem Behindertenparkplatz und wie man sie bekommen kann.


Welche Parkausweise gibt es für Menschen mit Behinderung?

Es gibt zwei verschiedene Park-Ausweise für Menschen mit Schwerbehinderung: Einen blauen EU-Parkausweis und einen orangenen Parkausweis für Deutschland. Nur mit dem blauen EU-Parkausweis darf man auf Parkplätzen mit einem Rollstuhl-Symbol parken. In manchen Bundesländern gibt es noch weitere Parkausweise. Bayern hat zum Beispiel einen eigenen Parkausweis. Am besten fragen Sie bei Ihrer Stadt oder Gemeinde nach.

Hinweis!

Nur Personen mit einem blauen EU-Parkausweis dürfen auf einem Behinderten-Parkplatz parken! Alle anderen nicht.

Parkausweis Deutschland: orange

Der orangene Parkausweis ist nur in Deutschland gültig. Das Straßenverkehrsamt stellt den Ausweis kostenlos aus. Sie bekommen den Ausweis bei folgenden Voraussetzungen:

  • Merkzeichen G und B und einem GdB von 80 oder höher für Einschränkungen der Beine oder der Lenden-Wirbelsäule. Das bedeutet, dass sie diesen Ausweis nur dann bekommen, wenn sie nicht oder nur sehr schlecht gehen können.
  • Merkzeichen G und B und einem GdB von 70 oder mehr für Einschränkungen der Beine oder der Lenden-Wirbelsäule und gleichzeitig einem GdB von 50 oder höher durch eine Funktionsstörung des Herzens und der Lunge
  • Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa und einem Grad der Behinderung von 60 oder höher
  • Künstlicher Darmausgang und gleichzeitig künstliche Harnableitung und einem Grad der Behinderung von 70 oder höher

Mit dem orangenen Park-Ausweis dürfen Sie hier parken:

  • im eingeschränkten Halteverbot, im Zonen-Halteverbot und auf Anwohner-Parkplätzen bis zu 3 Stunden. Sie müssen eine Parkscheibe auslegen.
  • in Fußgängerzonen während der Ladezeit
  • in verkehrsberuhigten Bereichen, wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden
  • an Parkuhren und Parkschein-Automaten, ohne Bezahlung und so lange Sie wollen

Mit dem orangenen Parkausweis dürfen Sie nicht auf Behindertenparkplätzen mit Rollstuhl-Symbol parken!

EU-Parkausweis: blau

Der blaue EU-Parkausweis mit Foto gilt in der Europäischen Union und einigen anderen Ländern: zum Beispiel Schweiz und Norwegen. Das Straßenverkehrsamt an Ihrem Wohnort stellt den Ausweis kostenlos aus. Nur mit dem blauen EU-Parkausweis dürfen Sie auf Behinderten-Parkplätzen mit Rollstuhl-Symbol parken.
Den blauen EU-Ausweis bekommen Menschen mit Schwerbehinderung und mit:

  • außergewöhnlicher Gehbehinderung (Merkzeichen aG)
  • Blindheit (Merkzeichen Bl)
  • Contergan-Schädigung (beidseitige Amelie oder Phokomelie) und Menschen mit vergleichbarer Behinderung

Mit dem blauen EU-Park-Ausweis dürfen Sie hier parken:

  • auf Parkplätzen mit Rollstuhl-Symbol, höchstens 24 Stunden
  • im eingeschränkten Halteverbot, im Zonen-Halteverbot und auf Anwohner-Parkplätzen bis zu 3 Stunden. Sie müssen eine Parkscheibe auslegen.
  • in Fußgängerzonen während der Ladezeit
  • in verkehrsberuhigten Bereichen, wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden
  • an Parkuhren und Parkschein-Automaten, ohne Bezahlung und so lange Sie wollen

Dürfen auch andere Personen den Parkausweis nutzen?

Kann ein Mensch mit Schwerbehinderung nicht selbst Auto fahren, können auch Ehepartner, Eltern und Kinder einen Parkausweis beantragen. Ehepartner, Eltern und Kinder dürfen den Parkausweis aber nur nutzen, wenn sie den Menschen mit Schwerbehinderung fahren. Der Parkausweis ist personenbezogen. Das bedeutet: Man kann den Parkausweis von Max Müller immer dann nutzen, wenn Max Müller mitfährt oder selbst fährt. Welches Auto man benutzt, ist egal.

Behindertenparkplatz mit Rollstuhl-Symbol

Menschen mit Schwerbehinderung können nur mit einem blauen EU-Parkausweis auf einem Behindertenparkplatz parken. Behindertenparkplätze sind oft direkt am Eingang von Krankenhäusern, Rathäusern, Supermärkten oder Bahnhöfen. Behindertenparkplätze bieten mehr Platz zum Ein- und Aussteigen. Außerdem haben Menschen mit Gehbehinderung einen kürzeren Weg vom Parkplatz zum Eingang.

Persönlicher Behindertenparkplatz

Menschen mit Schwerbehinderung können auch einen persönlichen Behindertenparkplatz beantragen. Hat zum Beispiel Max Müller einen persönlichen Behindertenparkplatz, dann darf nur er auf diesem Parkplatz parken. Der Parkplatz bekommt dann ein Schild mit einem Rollstuhlsymbol und dem Hinweis „Mit Parkausweis Nr ….“. Max Müller bekommt den passenden Parkausweis, in dem dieselbe Nummer steht. Menschen mit Schwerbehinderung können einen persönlichen Behindertenparkplatz für ihren Wohnort und für ihre Arbeitsstelle beantragen.

Einen persönlichen Parkplatz bekommt man nur nach strenger Prüfung. Je nach Wohnort müssen Sie verschiedene Unterlagen einreichen. Zum Beispiel:

  • Schwerbehindertenausweis
  • Blauer EU-Parkausweis mit den Merkzeichen "aG" oder "BL"
  • Ärztliches Attest, dass Sie nicht weit gehen können
  • Arbeits- oder Ausbildungsvertrag
  • Mietvertrag

Außerdem müssen Sie begründen, warum Sie einen persönlichen Parkplatz brauchen. Zum Beispiel, weil es in der Nähe fast nie freie Parkplätze gibt. Den Antrag auf einen persönlichen Behindertenparkplatz stellen Sie beim Straßenverkehrsamt Ihrer Stadt oder Gemeinde.

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zuletzt aktualisiert: 22.11.2018

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