Frauen und Mädchen mit Behinderung   

Frauen und Mädchen mit Behinderung können besondere Bedürfnisse, Wünsche und Probleme haben. Aus diesem Grund gibt es Beratungsstellen, Mädchen-Projekte und Zeitschriften nur für Mädchen und Frauen. Natürlich können Sie trotzdem alle anderen Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung auch nutzen.


Gewalt gegen Mädchen und Frauen

Frauen und Mädchen mit Behinderung erleben viel häufiger körperliche oder sexuelle Gewalt als Frauen ohne Behinderung. Dies zeigt eine Studie der Universität Bielefeld. Besonders betroffen sind Frauen mit geistiger Behinderung oder Frauen, die in Einrichtungen leben. Zum Beispiel in einem Wohnheim. Frauen mit Behinderungen können sich am besten vor Gewalt schützen, wenn sie die verschiedenen Arten von Gewalt genau erkennen. In Schulungen können sie lernen, was Gewalt ist und wie man sich davor schützen kann. Selbstbewusstsein und Selbstverteidigung können ganz konkret vor Gewalt schützen.

Weitere Informationen zum Thema Gewalt gegen Frauen

  • Das Projekt "Frauenbeauftragte in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und den Wohneinrichtungen" will durch Schulungen Frauen mit Behinderungen als Frauenbeauftragte ausbilden. Sie sollen sich so besser vor Gewalt schützen können.
  • Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist 24 Stunden am Tag erreichbar. Die dazugehörige Internetseite gibt es auch in leichter Sprache. Für Menschen mit Hörschädigung gibt es eine Chat-Beratung und Infos in Gebärdensprache. Telefonnummer: 08000 – 11 60 16
  • "Mädchen sicher inklusiv – Projekt des Mädchenhaus Bielefeld e.V." will Mädchen und jungen Frauen mit einer Behinderung unterstützen und helfen. Das Projekt bietet Schulungen, Aufklärung und Informationen zum besseren Schutz vor Gewalt. Die Telefon- und Online-Beratung erreichen Sie auf Deutsch und Türkisch und in Leichter Sprache.
  • Allerleirauh e.V. ist ein Verein von Frauen für Mädchen und Frauen mit Gewalterfahrung. Eine Diplom-Psychologin ist erfahren in der Beratung von Frauen und Mädchen mit Behinderung, die sexuelle Gewalt erfahren haben. Die Beratungsstelle ist in Hamburg und barrierefrei erreichbar. Der Verein bietet auch Selbstverteidigungs-Kurse. Angehörige, Betreuer oder Lehrer können an Schulungen teilnehmen, um Gewalt frühzeitig zu erkennen.
  • Die Stadt Dortmund hat zusammen mit der Frauenberatung einen Text in Leichter Sprache geschrieben: Hilfe bei häuslicher Gewalt.

Diskriminierung von Frauen mit Behinderung

Frauen mit Behinderung erleben häufig Situationen, in denen sie schlecht behandelt werden. Sie werden zum Beispiel bevormundet, nicht ernst genommen, einfach übergangen, ungefragt geduzt oder belästigt. Oft bekommen sie keine Hilfe. Manchmal bietet ihnen jemand zu viel Hilfe an, obwohl sie keine brauchen oder möchten. Oft sind Frauen und Mädchen schon im Kindes- und Jugendalter häufig benachteilig worden. Durch diese Erfahrungen leiden Frauen und Mädchen mit Behinderung häufiger an einem geringen Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein.

Projekte und Hilfsangebote für Frauen mit Behinderung

Um gegen Diskriminierung und Gewalt von Frauen und Mädchen mit Behinderung etwas zu unternehmen, gibt es viele Hilfs- und Unterstützungsangebote.

  • Der Bundesverband Frauen-Beratungsstellen und Frauen-Notrufe haben das Projekt "Suse - sicher und selbstbestimmt. Frauen und Mädchen mit Behinderung stärken" gestartet. Mit "Suse" sollen Frauen und Mädchen mit Behinderung leichter Unterstützung und Hilfe bekommen. Auf der Internetseite von "Suse" finden Sie Informationen zu Selbstverteidigungs-Kursen, Anwälten, Selbsthilfe-Gruppen und vielem mehr.
  • Weibernetz e.V. ist eine Gruppe von Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen. Das Ziel des Vereins ist, das Leben von Frauen und Mädchen mit Behinderung zu verbessern. Auf Tagungen und Weiterbildungen können sich Frauen informieren, austauschen, vernetzen und gegenseitig stärken.
  • Der Verein "Frauenhauskoordinierung" hat ebenfalls zum Ziel, Gewalt an Frauen abzubauen. Außerdem will der Verein Hilfsangebote für misshandelte Frauen und deren Kindern verbessern. Auf der Internetseite gibt es eine Frauenhaus-Suche, Informationen zu Beratungsstellen, Rechtsinformationen und vieles mehr. Die Internetseite www.frauenhauskoordinierung.de gibt es auch in leichter Sprache

Weitere Informationen

zuletzt aktualisiert: 30.03.2017

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