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Fragen zum Sozialhilfe-Antrag

Will man einen Sozialhilfe-Antrag stellen, entstehen oft viele Fragen. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir in diesem Text zusammengefasst. Zum Beispiel: Wo stellt man den Antrag? Welches Vermögen wird angerechnet? Was passiert mit Unterhaltsansprüchen?


Wo stelle ich einen Sozialhilfe-Antrag?

Normalerweise stellen Sie den Antrag auf Sozialhilfe beim zuständigen Sozialamt. Das Sozialamt ist aber nicht für alle Leistungen der Sozialhilfe zuständig. So kann es vorkommen, dass das Sozialamt Sie zu einer anderen Stelle schickt. Sie können sich aber in jedem Fall im Sozialamt beraten lassen.
Im Familienratgeber-Artikel "Sozialberatungsstellen" finden Sie Informationen zu Sozialberatungsstellen, die Hilfe bei der Antragstellung und Beratung bieten.
Informationen und Hilfe bekommen Sie auch bei den EUTB-Beratungsstellen.

Muss ich Auskunft über meine eigenen Finanzen geben?

Ja. Das Sozialamt prüft Ihre finanzielle Situation sehr genau. Sie müssen für einen Sozialhilfe-Antrag sehr viele Unterlagen einreichen: Zum Beispiel Kontoauszüge, Bescheinigungen über Krankengeld, Arbeitslosengeld, Lebensversicherungen, Mietverträge. Manche Sozialämter haben auch eine Check-Liste erstellt, welche Unterlagen Sie zum Amt mitbringen sollen. Zum Beispiel die Stadt Wiehl: Checkliste Sozialhilfe-Antrag.

Rechnet das Sozialamt Einkommen und Vermögen an?

Ob man Sozialhilfe bekommt, hängt vom Einkommen und Vermögen ab. Es kann also sein, dass die Sozialhilfe gekürzt wird, wenn der Antragsteller Geld verdient oder Vermögen erhält.

Rechnet das Sozialamt Vermögen und Einkommen von Ehe- oder Lebenspartner an?

Das Sozialhilfegesetz schreibt vor, dass Ehe- oder Lebenspartner sich gegenseitig versorgen müssen, wenn es geht. Auch Menschen, die in einer ehe-ähnlichen Gemeinschaft zusammen wohnen, müssen füreinander sorgen. Eine ehe-ähnliche Gemeinschaft ist, wenn zwei Menschen partnerschaftlich zusammenleben. So kann es sein, dass jemand keine oder weniger Sozialhilfe bekommt, wenn der Partner genug Geld für beide verdient.

Was passiert mit Unterhaltsansprüchen von volljährigen Kindern mit Behinderung?

Eltern müssen manchmal auch für volljährige Kinder nach der Ausbildung Unterhalt bezahlen. Das heißt: Wenn das volljährige Kind nur sehr wenig Geld hat, kann es von den Eltern Unterhalt verlangen. Rechtlich bedeutet dies: Das Kind hat Anspruch auf Unterhalt von den Eltern.

Wenn das volljährige Kind nun Sozialhilfe bekommt, bezahlt das Sozialhilfeamt für seinen Lebensunterhalt. Damit bekommt das Sozialamt den Anspruch auf Unterhalt von den Eltern für das Kind übertragen. Man sagt dazu auch, dass der Anspruch auf Unterhalt auf das Sozialamt übergeht. So kann jetzt das Sozialamt den Unterhalt für das volljährige Kind von den Eltern verlangen (12. Sozialgesetzbuch, Paragraf 94). Verdienen die Eltern nicht viel, sind sie von der Unterhaltspflicht befreit.

Bei erwachsenen Kindern mit Behinderung, spielt das Einkommen und Vermögen der Eltern keine Rolle. Diese Regelung gilt seit 2020. Sie bekommen Grundsicherung unabhängig vom Vermögen und Einkommen der Eltern. Ausnahme: Ein Elternteil verdient mehr als 100.000 Euro im Jahr. Dann muss dieser Elternteil monatlich 26,49 Euro an das Sozialamt überweisen.

Nähere Informationen zu den einzelnen Leistungen der Sozialhilfe finden Sie im Familienratgeber-Artikel "Sozialhilfe-Gesetz".

Kann ich Widerspruch gegen einen Sozialhilfe-Bescheid einlegen?

Ja. Gegen einen Sozialhilfe-Bescheid oder eine Ablehnung von Sozialhilfe können Sie Widerspruch einlegen. Sie müssen den Widerspruch schriftlich und innerhalb eines Monats an das zuständige Sozialamt senden. Der Widerspruch muss gut begründet sein. Falls Sie Hilfe dabei brauchen, kann Ihnen eine Sozialberatungsstelle oder eine EUTB-Beratungsstelle in Ihrer Nähe helfen. Die Beratungsstellen beraten Sie auch, wenn Sie gegen den Bescheid klagen wollen.

Mehr über Sozialberatungsstellen lesen Sie im Familienratgeber-Artikel "Sozialberatungsstellen".
Informationen über die EUTB-Beratungsstellen lesen Sie im Familienratgeber-Artikel "EUTB – Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung".

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zuletzt aktualisiert: 16.09.2020

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Quell-URL: https://www.familienratgeber.de/rechte-leistungen/rechte/sozialhilfeantrag.php

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