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Geschwister von Kindern mit Behinderung

Geschwister von Kindern mit Behinderung fühlen sich manchmal nicht genug beachtet. Die Eltern brauchen oft viel Kraft und Zeit für das Kind mit Behinderung. Welche Situationen sind für die Geschwister ohne Behinderung belastend? Welche Beratungsstellen und Selbsthilfe-Gruppen gibt es für erwachsene Geschwister von Menschen mit Behinderung?


Geschwister von Menschen mit Behinderung

Geschwister von Menschen mit Behinderung merken meist schon früh, dass in ihren Familien etwas anders ist. Dass das Geschwisterkind mit Behinderung mehr Hilfe, mehr Unterstützung, mehr Zeit und mehr Kraft der Eltern braucht. Die Geschwister ohne Behinderung helfen selbstverständlich mit. Und sie übernehmen früh Verantwortung für sich selbst und für das Geschwisterkind mit Behinderung.

Manchmal kann es sehr schwer für sie sein. Sie erleben Situationen, die Angst machen: zum Beispiel, wenn das Geschwisterkind mit Behinderung operiert werden muss oder schwer krank ist. Oft haben Eltern auch weniger Zeit für das Geschwisterkind ohne Behinderung.

Aus diesem Grund gibt es Hilfe und Unterstützung für Geschwister von Menschen mit Behinderung. Es gibt Hilfe für Kinder und Jugendliche aber auch für erwachsene Geschwister von Menschen mit Behinderung. Denn erwachsene Geschwister übernehmen oft Verantwortung, wenn die Eltern es vielleicht nicht mehr können.

Welche Hilfen und Unterstützung gibt es für Geschwisterkinder?

Es gibt immer mehr Angebote, Hilfen und Unterstützung für Geschwister von einem Menschen mit Behinderung. Über Internetseiten, Foren, Gruppen in Sozialen Medien oder Online-Treffs können Geschwister über ihre Erfahrungen sprechen oder schreiben.

Hilfreich sind vor allem Selbsthilfe-Gruppen. Hier können Menschen miteinander sprechen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Das gibt den Geschwistern oft Kraft. Sie fühlen sich mit ihren Sorgen, Erfahrungen und Ängsten verstanden. So können sie Hilfe und auch neue Freunde finden.

Gestresste Familien können versuchen, regelmäßige Zeiten zur Erholung für alle Familien-Mitglieder zu organisieren. Vielleicht fährt die Mutter einmal mit dem Kind ohne Behinderung zur Mutter-Kind-Kur. Oder die Großeltern kümmern sich für ein Wochenende. Wichtig ist, dass sich die Familie Hilfe und Entlastung holt und weiß, wo sie diese bekommen kann. Niemand muss alles alleine regeln. Ein Familienunterstützender Dienst (FUD) unterstützt zum Beispiel stundenweise bei der Betreuung zu Hause.

Für Kinder und Jugendliche gibt es Freizeit- und Betreuungsangebote. An Wochenenden, in Ferienwochen oder Tages-Workshops treffen sich Kinder und Jugendliche und können einfach Kind sein. Kinder haben über ihre Krankenversicherung Anspruch auf therapeutische Hilfe: zum Beispiel auf Familientherapie oder Psychotherapie.

Auch für erwachsene Geschwister von Menschen mit Behinderung gibt es mehr Hilfe und Unterstützung. Zum Beispiel Schulungen, Gruppen- oder Online-Treffen, Webseiten und Chats. Denn auch erwachsene Geschwister wollen über ihre besondere Situation, ihre Sorgen, Probleme und Erfahrungen sprechen.

Auswahl von Beratungsangeboten, Internetseiten und Netzwerken für Geschwister von Menschen mit Behinderung

Für Kinder und Jugendliche

  • www.geschwisternetz.de der Lebenshilfe nimmt nur Kinder bis 14 Jahre auf. Dort können sich Geschwister untereinander schreiben und von ihren Erfahrungen erzählen. Sie können auch Informationen, Hilfe und Unterstützung bekommen.
  • www.besondere-geschwister.org ist ebenfalls von der Lebenshilfe. Die Internetseite bietet Videos und Online-Treffs. Kinder und Jugendliche können sich auch persönlich treffen, bei Ferienwochen, Tages-Workshops oder an Freizeit-Wochenenden. Die Internetseite bietet auch Videos und Online-Treffs für Eltern, die sich über das Thema Geschwister von Kindern mit Behinderung beschäftigen wollen.

Für erwachsene Geschwister

Beispiele für regionale Beratungsstellen und Hilfe

Weitere Informationen

  • Stiftung Familienbande - Die Stiftung Familienbande konzentriert sich auf die Unterstützung von Geschwisterkindern. Sie zeigt, wo es Beratungsstellen gibt, bietet ein Infotelefon (07762 - 81 99 000) und zahlreiche weitere Informationen. Auf der Seite finden Sie auch eine Suche nach Angeboten, Hilfe und Unterstützung vor Ort. Sie finden dort Informationen zu regionalen Treffen, Vereinen und Freizeit-Angeboten.
  • Geschwisterkinder.de - ist die Internetseite der Sozialpädagogin Marlies Winkelheide. Sie hat sich auf das Thema Geschwisterkinder spezialisiert und bietet unter anderem Bücher und Seminare.
  • Fachinformationen und Fortbildungen finden Sie beim www.geschwisterclub.de.

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