Alte Eltern von erwachsenen Kindern mit Behinderung   

Eltern und erwachsene Kinder mit Behinderung fühlen sich mit zunehmenden Alter manchmal unsicher: Sie wollen einander nicht verlassen und fühlen sich gegenseitig verantwortlich. Andererseits wollen die Kinder mit Behinderung irgendwann selbst Entscheidungen treffen, vielleicht auch alleine wohnen. Für Eltern von Kindern mit Behinderung wird es im Alter oft schwieriger, für das erwachsene Kind zu sorgen.


Wer sorgt für mein erwachsenes Kind mit Behinderung?

Eltern mit einem Kind mit Behinderung haben oft große Sorgen, was aus dem erwachsenen Kind wird, wenn sie irgendwann sterben. Denn Menschen mit Behinderung haben heute eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie Menschen ohne Behinderung. Die moderne Medizin hat dafür gesorgt, dass Menschen mit Behinderung viel besser und länger leben können. Doch die alten Eltern können oft irgendwann nicht mehr für die erwachsenen Kinder mit Behinderung sorgen. Sie fragen sich dann, wo ihre Kinder wohnen können und wer für sie sorgt.

Auch für die erwachsenen Kinder kann es sehr hart werden, plötzlich ohne die alten Eltern zu leben. Das erwachsene Kind mit Behinderung verliert nicht nur einen lieben Menschen, sondern muss vielleicht auch noch umziehen. Haben die alten Eltern das Kind mit Behinderung alleine gepflegt, müssen sich die Kinder plötzlich an fremdes Pflegepersonal gewöhnen. Oft geht mit dem Tod der Eltern auch großes Wissen verloren. Wenn das Kind zum Beispiel eine Sprachbehinderung hat und nur die Eltern mit dem Kind sprechen konnten.

Vorsorge der beste Weg zum selbstbestimmten Leben

Wenn junge Menschen mit Behinderung schon früh lernen, selbstbestimmt zu leben, fällt es ihnen auch mit einem höheren Alter leichter. Die Eltern sollten so gut wie es geht dafür sorgen, dass die Kinder selbstständig werden. Dadurch werden auch die alten Eltern entlastet. Sie müssen sich weniger Sorgen machen, was aus den Kindern wird. Zudem können die alten Eltern ihre Kinder auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleiten. Sie können zum Beispiel prüfen, ob das Wohnheim geeignet ist und das erwachsene Kind gerne dort wohnt. Oder die Familie testet in der Kurzzeitpflege, wo oder wie das Kind in Zukunft wohnen möchte.

Beratungsstellen für Senioren

Beratungsstellen für Senioren und Menschen mit Behinderung wissen, welche Angebote es in Wohnort-Nähe gibt. Die Beratungsstellen können Ihnen barrierefreie Wohnmöglichkeiten oder Freizeit-Angebote vorschlagen.

Behindertentestament

Ältere Menschen sollten sich auch Gedanken darüber machen, wie sie das Kind mit Behinderung am Erbe beteiligen können. Soll das erwachsene Kind mit Behinderung ganz normal erben, kann der Sozialhilfeträger einen großen Teil des Erbes einfordern. Lesen Sie hierzu den ausführlichen Familienratgeber Artikel "Behindertentestament".

Weitere Informationen

  • Infos bietet auch die Broschüre Menschen mit geistiger Behinderung und Demenz begleiten (PDF) des Demenzservice NRW.
  • In ihrer Diplomarbeit hat sich Eva-Maria Kaindl mit dem Thema "Selbstbestimmung bei Menschen mit Behinderung im Zusammenhang mit den Eltern" auseinander gesetzt.
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zuletzt aktualisiert: 29.03.2017

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