Unterstützte Beschäftigung

Die Unterstützte Beschäftigung will Menschen mit Behinderung in reguläre Arbeit bringen. Sie kommt für junge Schulabgänger, für ältere Personen und für Menschen mit später auftretenden Behinderungen in Frage. Unterstützte Beschäftigung kann Menschen mit Behinderung helfen, wenn sie keinen Arbeitsplatz finden. Oder wenn sie ihren Arbeitsplatz schnell wieder verlieren würden. Das Ziel ist ein fester Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.


Unterstützte Beschäftigung ist eine Maßnahme für Menschen mit Behinderung zur Teilhabe am Arbeitsleben. Gesetzliche Grundlage ist der Paragraph 38a im 9. Sozialgesetzbuch. Es können auch Menschen mit Behinderung ohne Schulabschluss oder ohne Ausbildung an der Unterstützten Beschäftigung teilnehmen.

Wie funktioniert Unterstützte Beschäftigung?

Wenn Sie in eine Unterstützte Beschäftigung wollen, müssen Sie als erstes zur Agentur für Arbeit gehen. Die Agentur für Arbeit prüft, ob ein Mensch mit Behinderung dafür in Frage kommt. Unterstützte Beschäftigung startet meist zu festgelegten Terminen. Anbieter der Unterstützten Beschäftigung können Integrationsfachdienste, Bildungsträger oder auch Werkstätten für behinderte Menschen sein. Ist der Anbieter für die Unterstützte Beschäftigung gefunden, beginnt die erste Phase mit individueller Beratung: Welcher Job könnte zum Teilnehmer passen? Welche Fähigkeiten hat er oder sie? Welche beruflichen Kenntnisse sind schon vorhanden? Die Unterstützte Beschäftigung ist keine Gruppenaktivität, sondern individuell: Die Beratung, Unterstützung und Jobsuche ist nur für diesen einen Menschen zugeschnitten.

Nach dem Motto erst platzieren, dann qualifizieren geht es schnell in den Job. Der Anbieter der Unterstützen Beschäftigung sucht nach einem Betrieb auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Der Mensch mit Behinderung kann in dieser Phase verschiedene Arbeitgeber und Tätigkeiten ausprobieren. So können Arbeitgeber und Teilnehmer prüfen, ob sie zusammen passen. Die Suche nach einem passenden Arbeitgeber dauert etwa zwei Monate.

1. Phase Unterstützer Beschäftigung: Hilfe beim Einarbeiten

Der Teilnehmer der Unterstützen Beschäftigung probiert erste Betriebe und Tätigkeiten aus. Gleichzeitig prüft der Anbieter, welche weiteren Fördermaßnahmen beantragt werden können. Der Anbieter stellt dann Anträge auf Lohnkostenzuschuss, kümmert sich um Arbeitshilfen oder berufsbegleitende Weiterbildungen. Haben Anbieter und Teilnehmer einen passenden Betrieb gefunden, geht die Hilfe im Betrieb weiter. Der Anbieter sucht zum Beispiel nach einem Arbeitskollegen, der Pate für den Teilnehmer werden kann. Außerdem hilft der Anbieter dabei, dass der Teilnehmer die neue Arbeit lernt. Außerdem sorgt der Anbieter dafür, dass der Teilnehmer bei allen betrieblichen Aktivitäten dabei ist. Das können zum Beispiel Betriebsversammlungen, gemeinsame Mittagessen oder Betriebsfeste sein. Der Anbieter der Unterstützen Beschäftigung spricht auch mit Vorgesetzten und vermittelt zwischen Arbeitgeber und Teilnehmer. Die 1. Phase der Unterstützten Beschäftigung geht zwei Jahre und kann bei Bedarf auf drei Jahre verlängert werden. Das Ziel nach der 1. Phase ist ein fester Arbeitsvertrag.

2. Phase Unterstützer Beschäftigung: Sicherung des Arbeitsplatzes

In der zweiten Phase der Unterstützten Beschäftigung soll der Arbeitsplatz gesichert werden. Für die zweite Phase muss der Teilnehmer eine anerkannte Schwerbehinderung oder Gleichstellung nach Paragraph zwei im Sozialgesetzbuch Neun (Sozialgesetzbuch 9) haben. Die Kosten der Unterstützen Beschäftigung übernehmen dann die Integrationsämter. Der Anbieter kommt je nach Bedarf in den Betrieb. Er prüft, ob Weiterbildungen sinnvoll sind oder weitere Hilfen benötigt werden. Diese zweite Phase der Unterstützten Beschäftigung kann je nach Bedarf bis zum Rentenalter weiter gehen.

Voraussetzung für Unterstützte Beschäftigung

Die Agentur für Arbeit prüft, wer für Unterstützte Beschäftigung in Frage kommt. Für die erste Phase der Unterstützten Beschäftigung brauchen die Teilnehmer keine anerkannte Schwerbehinderung oder Gleichstellung. Für die zweite Phase ist dies notwendig. Bei jüngeren Menschen mit Behinderung kommen vor allem diejenigen für Unterstützte Beschäftigung in Frage, die keinen regulären Ausbildungsplatz finden. Ältere Menschen können dann in Unterstützte Beschäftigung kommen, wenn sie im Laufe der Berufstätigkeit eine Behinderung oder psychische Erkrankung erworben haben. Integrationsfachdienste vor Ort können Sie auch beraten und weiterleiten.

Kostenträger für Unterstützte Beschäftigung

Die erste Phase der Unterstützten Beschäftigung bezahlt meist die Agentur für Arbeit. Bei älteren Menschen mit Behinderung kann auch die Rentenversicherung für die Kosten zuständig sein. In der zweiten Phase übernehmen die Integrationsämter die Kosten der Unterstützten Beschäftigung.

Erfolgsaussichten auf einen festen Job

40 Prozent der Menschen mit Behinderung, die die erste Phase der Unterstützten Beschäftigung beginnen, werden auf einen regulären Arbeitsplatz vermittelt. Das ist ein sehr guter Erfolg. Wie viele Menschen mit Behinderung nach oder in der zweiten Phase der Unterstützten Beschäftigung noch immer im Job sind, ist noch nicht bekannt. Da die Unterstützte Beschäftigung in Deutschland erst 2009 zu einem Gesetz geworden ist, gibt es noch nicht genügend Daten. Studien sind aber in Arbeit.

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zuletzt aktualisiert: 11.05.2017

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