Infos für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige.

Arbeiten mit Behinderung: Behörden, Ämter und Beratungsstellen

Für Menschen mit Behinderung ist es oft nicht einfach, einen Arbeitsplatz zu finden. Viele Behörden, Ämter und Beratungsstellen helfen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. So können mehr Menschen mit Behinderung eine Arbeit finden. Als erstes hilft oft die Agentur für Arbeit. Doch auch das Integrationsamt oder der Integrationsfachdienst können helfen und unterstützen.


Agentur für Arbeit

Die Agentur für Arbeit unterstützt und berät bei der Arbeitssuche. Sie sucht zum Beispiel nach Weiterbildungen und Stellenangeboten. Auf der Internetseite der Agentur für Arbeit finden Sie Informationen zum Thema "Menschen mit Behinderung und Arbeit".

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)

Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) ist ein Teil der Agentur für Arbeit. Dort gibt es ein Team, das Akademikern und Akademikerinnen mit Schwerbehinderung bei der Jobsuche hilft. Die ZAV bietet Beratung, Stellenangebote und Bewerbungstipps.

Die ZAV verschickt alle zwei Wochen per E-Mail Stellenangebote, die für Akademiker mit Schwerbehinderung besonders geeignet sind. Schreiben Sie einfach eine E-Mail an folgende Adresse: zav.sbakademiker-stellen@arbeitsagentur.de. Und schreiben Sie, dass Sie die Stellenanzeigen für Akademiker mit Schwerbehinderung erhalten wollen.

Kontakt zur ZAV:
Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)
Arbeitgeber-Service für schwerbehinderte Akademiker
Telefonnummer: 0228 – 50 20 82 876
zav.sbakademiker@arbeitsagentur.de

Zur Internetseite der ZAV

Was ist der Integrationsfachdienst?

Ein Integrationsfachdienst ist eine Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung und für Arbeitgeber. Die Integrationsfachdienste unterstützen Menschen mit Behinderung bei der Arbeitssuche. Zum Beispiel prüfen sie Bewerbungsunterlagen. Oder sie helfen am Arbeitsplatz, wenn man anfängt und alles ganz neu ist. Außerdem unterstützen sie auch, wenn es Probleme am Arbeitsplatz gibt. Und sie beraten Arbeitgeber zum Thema „Arbeitnehmer mit Behinderung“. Sie helfen auch der Arbeitsagentur, den Rehabilitationsträgern und Integrationsämtern. Der Integrationsfachdienst hilft auch Schülern bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Besonders wichtige Aufgaben der Integrationsfachdienste sind:
1. Hilfe bei der Jobsuche für Menschen,

  • die nicht mehr in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeiten wollen,
  • sondern in einem Unternehmen, wo auch Menschen ohne Behinderung arbeiten ("erster Arbeitsmarkt").

2. Hilfe und Unterstützung bei der "Unterstützten Beschäftigung" und beim "Budget für Arbeit".

Zur Suche nach einem Integrationsfachdienst vor Ort

Integrationsamt beziehungsweise Inklusionsamt

Das Integrationsamt ist eine staatliche Behörde. In Bayern und Nordrhein-Westfalen heißt diese Behörde Inklusionsamt. Die Aufgaben des Integrationsamtes sind:
Das Integrationsamt

  • berät Menschen mit Schwerbehinderung und hilft ihnen dabei, einen Arbeitsplatz oder eine Ausbildungsstelle zu finden.
  • berät Menschen mit Behinderung und hilft ihnen dabei, dass sie ihren Arbeits- oder Ausbildungsplatz behalten.
  • bezahlt Hilfsmittel, Weiterbildungen, Übersetzungen und Ähnliches, wenn dadurch ein Mensch mit Behinderung einen Job bekommen kann. Das Integrationsamt bezahlt auch, wenn ein Mensch mit Behinderung dadurch seinen Job behalten kann.
  • berät und unterstützt Arbeitgeber, wenn sie Menschen mit Schwerbehinderung einstellen wollen.
  • prüft außerdem, ob jemand Arbeitnehmer mit Schwerbehinderung wegen ihrer Behinderung diskriminiert.

Das für Sie zuständige Integrationsamt finden Sie unter www.integrationsaemter.de.

Woher kommt das Geld für die Integrationsämter beziehungsweise Inklusionsämter?

In Deutschland müssen Arbeitgeber eine sogenannte "Ausgleichsabgabe" bezahlen, wenn sie nicht genug Menschen mit Behinderung einstellen. Denn das Gesetz sagt: Wenn ein Arbeitgeber 20 Arbeitnehmer hat, muss er mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze an Menschen mit Schwerbehinderung geben. Wenn er das nicht tut, muss er zahlen. Dieses Geld nennt man "Ausgleichsabgabe" und es geht an die Integrationsämter.

Wenn Arbeitgeber Arbeitsplätze an Menschen mit Schwerbehinderung geben, ist es umgekehrt: Diese Arbeitgeber können Geld vom Integrationsamt bekommen.

Berufliche Rehabilitation

Menschen mit Behinderung können auch Hilfe, Beratung und Unterstützung bei Einrichtungen zur beruflichen Rehabilitation bekommen. Das sind zum Beispiel Reha-Kliniken, Förderschulen, Berufsbildungswerke (BBW), Berufsförderungswerke (BFW), Berufliche Trainingszentren (BTZ), Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) oder Wohnheime für Menschen mit Behinderungen. Berufsbildungswerke sind für junge Menschen mit Behinderung.

Schwerbehinderten-Vertretung in Betrieben

Schwerbehinderten-Vertretungen setzen sich in einem Betrieb für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein. Die Schwerbehinderten-Vertretung kann zum Beispiel bei einem Vorstellungsgespräch dabei sein, wenn das ein Bewerber mit Behinderung will.

In jedem Betrieb mit mindestens 5 Mitarbeitern mit Schwerbehinderung muss es eine Schwerbehinderten-Vertretung geben. So steht es im 9. Sozialgesetzbuch, Paragraf 177. Wenn sich jemand mit Schwerbehinderung bei einem Betrieb bewirbt, kann er sich bei der Schwerbehinderten-Vertretung melden. Zum Beispiel kann man direkt beim Betrieb anrufen und fragen, ob man mit der Schwerbehinderten-Vertretung sprechen kann. Man kann auch beim Integrationsamt oder bei der Agentur für Arbeit danach fragen, ob es in diesem Betrieb eine Schwerbehinderten-Vertretung gibt.

Beratung und Unterstützung durch Selbsthilfevereine, Behindertenverbände, Selbstvertretungen

Es gibt in Deutschland viele Behindertenverbände, Selbsthilfevereine oder Selbstvertretungen. Sie setzen sich für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein. Viele davon bieten auch Informationen, Beratung und Unterstützung bei der Arbeitssuche an.

Welche Vereine und Verbände es bei Ihnen vor Ort gibt, weiß oft die „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung“, kurz EUTB. Zur Beratungsstellensuche der EUTB.

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