Infos für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige.

Arbeiten mit Behinderung: besondere Angebote, Infos und Unterstützung

Für Menschen mit Behinderung gibt es besondere Angebote, Förderung und Unterstützung bei der Arbeitssuche. Lesen Sie in diesem Artikel Informationen zum Thema Arbeit mit Behinderung.


Inklusionsbetriebe

Inklusionsbetriebe sind Betriebe, in denen mehr als jeder 3. Mitarbeiter eine Schwerbehinderung hat. Bei einigen dieser Betriebe haben sogar die Hälfte aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eine Schwerbehinderung. Inklusionsabteilungen sind Abteilungen in einem Unternehmen, in denen mehr als jeder 3. Mitarbeiter eine Schwerbehinderung hat. Diese Betriebe oder Abteilungen

  • bieten Menschen mit Schwerbehinderung Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt,
  • müssen sich selbstständig auf dem Markt behaupten,
  • bekommen keine zusätzlichen Zuschüsse.

Sie können Förderung beantragen, wie es jeder Arbeitgeber tun kann, der einen Arbeitsplatz für einen Menschen mit Behinderung bereitstellt. In diesen Unternehmen gibt es oft zusätzlich Praktika, Beratung, Betreuung, Weiterbildungen oder Schulungen.

Tipp für Arbeitgeber: Die Aktion Mensch fördert Projekte im Bereich Arbeit. Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite „Förderprogramme im Lebensbereich Arbeit“. Außerdem gibt es Startförderung bei Gründung eines Inklusionsbetriebs. Mehr Infos finden Sie auf der Internetseite talentplus.

Auf der Internetseite der Bundesarbeitsgemeinschaft Integrationsfirmen e.V. finden Sie mehr Informationen zu Inklusionsunternehmen in Deutschland. Außerdem finden Sie dort auch Stellenangebote von Integrationsfirmen.

Umschulung, berufliche Anpassung und Weiterbildung

In Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation gibt es für Menschen mit Behinderung verschiedene Angebote, um besser eine Arbeit zu finden. Einrichtungen zur beruflichen Rehabilitation sind zum Beispiel:

  • Reha-Kliniken
  • Berufsförderungswerke (BFW)
  • Berufliche Trainingszentren (BTZ)
  • Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)
  • Wohnheime für Menschen mit Behinderungen.

Diese Einrichtungen schulen Menschen mit Behinderung um, wenn sie zum Beispiel ihre bisherige Arbeit nicht mehr machen können. Sie können auch an Weiterbildungen teilnehmen. Daneben gibt es meist begleitende, soziale, ärztliche und psychologische Dienste.

Finanzielle Förderung durch das Integrationsamt

Für einen Menschen mit Behinderung ist es manchmal notwendig, den Arbeitsplatz umzubauen. Oder auch neue technische Hilfsmittel zu kaufen. Zum Beispiel der barrierefreie Umbau einer Toilette, der Kauf einer Rampe, die Installation von Schallisolierung. Das Integrationsamt kann solche Umbauarbeiten bezahlen. Lesen Sie mehr dazu auf der Internetseite des Integrationsamtes.

Arbeitsassistenz

Menschen mit Behinderung können eine Assistenz beantragen. Eine Assistenz ist eine Person, die immer dann hilft und unterstützt, wenn der Mensch mit Behinderung Hilfe benötigt. Wichtig ist, dass der Mensch mit Behinderung die beruflichen Hauptaufgaben selbst erledigen kann. Die Assistenz unterstützt nur bei Hilfstätigkeiten, zum Beispiel zur Unterstützung bei Dienstreisen.

Wenn Sie Arbeitsassistenz haben wollen, müssen Sie einen Antrag beim Integrationsamt stellen. Die Kosten für eine Arbeitsassistenz übernimmt entweder das Integrationsamt oder der zuständige Reha-Träger. Grundlage für die Arbeitsassistenz ist Paragraf 49 Absatz 8 Nummer 3 im 9. Sozialgesetzbuch.

Wenn das Integrationsamt den Antrag auf Arbeitsassistenz bewilligt hat, bekommen Sie eine Geldzahlung. Mit diesem Geld bezahlen Sie dann die Assistenz. Es gibt dann zwei Möglichkeiten, einen Assistenten zu bekommen: 1. Sie stellen selbst einen Assistenten ein und sind dann Arbeitgeber des Assistenten. Oder 2. Sie können bei einem Assistenz-Dienstleister einen Assistenten „einkaufen“.

Einen guten Überblick zur Assistenz finden Sie auf folgender Internetseite: www.persoenliche-assistenz-berlin.de

Budget für Arbeit

Das Budget für Arbeit ist für Menschen, die in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeiten. Es soll ihnen dabei helfen, eine Arbeitsstelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden.

So funktioniert das Budget für Arbeit:

  • Der Mensch mit Behinderung sucht einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Ein Job-Coach kann dabei helfen. Das ist eine Person, die bei der Arbeitsplatzsuche, Bewerbung und Einarbeitung hilft.
  • Hat der Mensch mit Behinderung einen Arbeitsplatz gefunden, bekommt er einen Arbeitsvertrag des Betriebs.
  • Der Betrieb bezahlt dem Menschen mit Behinderung ein Gehalt und muss sich an den gesetzlichen Mindestlohn halten.
  • Der Betrieb kann bis zu 75 Prozent des Arbeitslohns als Lohn-Zuschuss bekommen.

Je nach Bundesland sind verschiedene Stellen für das Budget für Arbeit zuständig. In Nordrhein-Westfalen sind es zum Beispiel die Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL)

Mehr Informationen zum Budget für Arbeit erhalten Sie bei
• den Integrationsfachdiensten,
• bei der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung,
• der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben (ISL e.V.). Dort gibt es eine Telefon-Auskunft unter: 01805 47-47-12.

Es gibt auch noch das Budget für Ausbildung. Lesen Sie mehr dazu im Familienratgeber Artikel „Berufliche Ausbildung: Infos für Jugendliche mit Behinderung“.

Unterstützte Beschäftigung

Es gibt auch noch die Unterstützte Beschäftigung. Das Ziel: Menschen, die nur sehr schwer einen Arbeitsplatz finden, in einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln.

Mehr dazu lesen Sie im Familienratgeber-Artikel „Unterstützte Beschäftigung“.

Kündigungsschutz, Zusatzurlaub und vorgezogene Altersrente

Für Arbeitnehmer mit Behinderung gibt es einige Besonderheiten, wenn sie einen Arbeitsplatz haben:

  • Sie haben einen besonderen Kündigungsschutz.
  • Sie haben Recht auf Zusatzurlaub.
  • Und sie können früher in Rente gehen.

Mehr Informationen dazu finden Sie im Familienratgeber-Artikel „Nachteilsausgleiche“.

Weitere Informationen

  • Das Bayerische Sozialministerium hat eine Internetseite zur Inklusion im Job erstellt. Hier finden Sie Informationen zum Thema Arbeit und Behinderung.
  • REHADAT hat eine App mit Förder-Infos für die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung herausgebracht. Zur Förderfinder-App von REHADAT.
  • Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat eine Broschüre zum Thema „Übergänge aus der Werkstatt für behinderte Menschen in den Arbeitsmarkt möglich machen“ herausgebracht. Zur Broschüre.
Weitere Familienratgeber-Artikel zum Thema

zuletzt aktualisiert: 29.10.2020

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