Infos für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige.

Autofahren

Menschen mit Schwerbehinderung müssen weniger Steuern für ihr Kraftfahrzeug bezahlen, zum Beispiel für ihr Auto. Möglich ist eine Halbierung der Steuer oder eine komplette Befreiung. Die Steuervergünstigung muss man beim Zoll beantragen.


Welche Vergünstigung gibt es?

Menschen mit Schwerbehinderung können ganz oder teilweise von der Kraftfahrzeug-Steuer befreit werden. Das hängt von der Art und dem Grad ihrer Behinderung ab. Die rechtliche Grundlage ist das Kraftfahrzeug-Steuergesetz (KraftStG), Paragraf 3a.

Art und Grad der Schwerbehinderung stehen im Schwerbehindertenausweis. Dort steht auch das Merkzeichen der Behinderung. Die Höhe der Vergünstigung hängt vom Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis ab.
Für die Merkzeichen "H" (Hilflosigkeit), "Bl" (Blindheit oder hochgradige Sehbehinderung) und "aG" (außergewöhnliche Gehbehinderung) gilt:
Sie müssen keine Kraftfahrzeug-Steuer bezahlen.

Für die Merkzeichen "G" (Gehbehinderung), Gl (Gehörlosigkeit) gilt:
Sie können wählen, zwischen

  • der Ermäßigung der Kraftfahrzeug-Steuer von 50 Prozent
    oder
  • sie können kostenlos mit Bus und Bahn fahren.

Wie und wo stelle ich den Antrag auf Steuervergünstigung?

Wenn Sie keine oder weniger Kraftfahrzeug-Steuer bezahlen möchten, dann müssen Sie einen schriftlichen Antrag stellen. Den Antrag schicken Sie zum Zoll, zusammen mit dem Schwerbehindertenausweis. Eine Kopie des Schwerbehindertenausweises reicht aus.
Das Zollamt trägt die Steuervergünstigung im Kfz-Schein ein. Sie können nur für ein Kraftfahrzeug eine Steuervergünstigung bekommen. Das Fahrzeug wird auf den Menschen mit Schwerbehinderung zugelassen. Die Vergünstigungen können auch Kinder mit Schwerbehinderung in Anspruch nehmen. In diesem Fall müssen die Eltern das Fahrzeug auf den Namen des Kindes zulassen. Die Eltern dürfen das Fahrzeug allerdings nur für bestimmte Fahrten benutzen. Zum Beispiel für den Transport des Kindes.

Wer darf ohne Plakette in Umweltzonen fahren?

In vielen Städten gibt es Umweltzonen. In diese Zonen dürfen nur Personen mit einer bestimmten Plakette fahren. Für Menschen mit Behinderung gibt es jedoch Ausnahmen. Inhaber eines blauen oder orangenen Parkausweises dürfen auch ohne die Plakette in die Umweltzone fahren. Den Parkausweis müssen Sie deutlich sichtbar auslegen. Außerdem können die Städte oder Kommunen Ausnahme-Genehmigungen erteilen. Informationen und Anträge dazu erhalten Sie direkt bei Ihrer Stadt oder Kommune. Auch die Ausnahme-Genehmigungen müssen Sie deutlich sichtbar auslegen.

Weitere Informationen

Weitere Familienratgeber-Artikel zum Thema

zuletzt aktualisiert: 26.03.2020

Netzwerk der Regionalpartner

Über 150 regionale Netzwerke sind bereits für den Familienratgeber aktiv. Informieren Sie sich jetzt.

Zur Karte

Regionalpartner-Anmeldung

Partner werden

Damit das Angebot des Familienratgebers mit Hilfe eines regionalen Netzwerks kontinuierlich verbessert und ausgebaut werden kann, suchen wir ständig nach weiteren Regionalpartnern.

Jetzt bewerben!

Adressen vor Ort

Sie suchen passende Beratungsstellen für Ihr Anliegen? Finden Sie hier Einrichtungen in Ihrer Nähe, die Sie im Hinblick auf Ihre persönlichen Bedürfnisse professionell beraten.

Jetzt suchen

Quell-URL: https://www.familienratgeber.de/schwerbehinderung/nachteilsausgleiche/autofahren.php

Zur Aktion Mensch