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Vorsorgevollmacht

Es kann sein, dass Sie irgendwann nicht mehr für sich selbst entscheiden können. Vielleicht weil Sie krank sind oder eine Behinderung haben. Wenn Sie keinen gerichtlichen Betreuer haben wollen, kann eine Vorsorgevollmacht das Richtige für Sie sein. Damit legen Sie fest, wer für Sie wichtige Entscheidungen trifft. Dann entscheidet ein Mensch für Sie, den Sie selbst bestimmt haben. Doch es gibt auch die Gefahr von Missbrauch.


Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Eine Vorsorgevollmacht ist eine Art Vertrag. In dem Vertrag legt ein Mensch (=Vollmachtgeber) fest, dass ein anderer Mensch (=Bevollmächtigter) für ihn entscheiden soll. Der Bevollmächtigte entscheidet dann zum Beispiel, ob

  • sein Konto bei der Bank aufgelöst oder ein neues eröffnet werden soll,
  • er operiert werden soll oder nicht,
  • er in ein Pflegeheim ziehen soll.

Wofür brauche ich eine Vorsorgevollmacht?

Es kann passieren, dass Sie durch einen Unfall oder eine Krankheit nicht mehr selbst entscheiden können. Wenn Sie zum Beispiel im Koma liegen oder einen schweren Schlaganfall hatten, können Sie keine Miete überweisen, nicht selbst in Operationen einwilligen und auch keine wichtigen Briefe öffnen. Doch auch wenn Sie nicht mehr ansprechbar sind, müssen Verträge eingehalten und Rechnungen oder Versicherungen bezahlt werden.

Haben Sie eine oder mehrere Personen, denen Sie uneingeschränkt vertrauen, kann eine Vorsorgevollmacht das Richtige für Sie sein. Denn mit der Vorsorgevollmacht können Sie eine oder mehrere Personen bestimmen, die für Sie entscheiden, wenn Sie es nicht mehr können. Ein Gericht muss in diesem Fall nicht eingeschaltet werden. Der oder die Bevollmächtigte entscheidet. Der Nachteil: Es gibt oft niemanden, der den Bevollmächtigten kontrolliert. Der Bevollmächtigte könnte die Vorsorgevollmacht missbrauchen und sich zum Beispiel Geld vom Konto nehmen. Oder er kann anders für Sie entscheiden, als Sie es eigentlich wollten. Deswegen sollten Sie nur jemandem einen Vorsorgevollmacht geben, dem Sie absolut vertrauen.

Haben Sie keine Vorsorgevollmacht, bestimmt ein Betreuungsgericht einen Betreuer. Der Betreuer entscheidet dann für Sie. Denn es muss jemanden geben, der diese Entscheidungen trifft, wenn Sie es nicht können. Wollen Sie keine Vorsorgevollmacht, dann sollten Sie möglichst eine Betreuungsverfügung ausstellen. In die Betreuungsverfügung können Sie schreiben, wen Sie sich als Betreuer oder Betreuerin vorstellen könnten, wen Sie nicht haben wollen und wie Ihre Betreuung geregelt werden soll.

Haben Sie weder Vorsorgevollmacht noch Betreuungsverfügung, muss der vom Gericht bestimmte Betreuer versuchen, das Beste für Sie zu entscheiden. Keine einfache Aufgabe, wenn der Betreuer sie nicht kennt und es vielleicht auch keine Angehörigen, Bekannten oder Freunde gibt, die Auskunft geben könnten.

Können nicht einfach meine erwachsenen Kinder, mein Ehepartner oder die Lebensgefährtin für mich entscheiden?

Nein, das können und dürfen sie nicht. So steht es im Gesetz: Kann ein Volljähriger nicht mehr für sich selbst entscheiden, dann muss ein Betreuungsgericht einen Betreuer bestellen, der dann entscheidet. Einzige Ausnahme: Wenn es einen Bevollmächtigten (mit einer Vorsorgevollmacht) gibt, braucht das Gericht keinen Betreuer bestellen. Zusammengefasst bedeutet dies, dass entweder ein vom Gericht bestellter Betreuer entscheidet oder eine Person, die durch eine Vorsorgevollmacht dazu berechtigt ist. Andere Personen, wie Ehepartner oder erwachsene Kinder fallen erst einmal weg.

Paragraf 1896 Bürgerliches Gesetzbuch (1) Kann ein Volljähriger auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, so bestellt das Betreuungsgericht auf seinen Antrag oder von Amts wegen für ihn einen Betreuer. Den Antrag kann auch ein Geschäftsunfähiger stellen. Soweit der Volljährige auf Grund einer körperlichen Behinderung seine Angelegenheiten nicht besorgen kann, darf der Betreuer nur auf Antrag des Volljährigen bestellt werden, es sei denn, dass dieser seinen Willen nicht kundtun kann.

(1a) Gegen den freien Willen des Volljährigen darf ein Betreuer nicht bestellt werden.

(2) Ein Betreuer darf nur für Aufgabenkreise bestellt werden, in denen die Betreuung erforderlich ist. Die Betreuung ist nicht erforderlich, soweit die Angelegenheiten des Volljährigen durch einen Bevollmächtigten, der nicht zu den in § 1897 Abs. 3 bezeichneten Personen gehört, oder durch andere Hilfen, bei denen kein gesetzlicher Vertreter bestellt wird, ebenso gut wie durch einen Betreuer besorgt werden können.

Wen kann ich bevollmächtigen?

Am besten jemanden, dem Sie absolut vertrauen. Haben Sie einmal eine Vollmacht ausgestellt, dann regelt der oder die Bevollmächtigte teilweise sehr wichtige Entscheidungen für Sie, wenn Sie es nicht mehr können.

Außerdem sollten Sie mit der Person sprechen, die Sie bevollmächtigen wollen. Denn für diese Aufgabe benötigt man Zeit und Kraft. Liegen Sie zum Beispiel mit einer schweren Krankheit im Krankenhaus und sind nicht mehr ansprechbar, kann dies für Angehörige eine sehr belastende Situation sein. Nicht jeder ist zugleich in der Lage, ein Pflegeheim zu suchen, die Wohnung aufzulösen, Verträge zu kündigen, Formulare für die Krankenkasse auszufüllen und vieles mehr. Um diese Verantwortung zu teilen, können Sie die Vollmacht auch auf mehrere Personen verteilen. Für jede Person sollten Sie dann eine eigene Vollmacht ausstellen.

Welche Form sollte eine Vorsorgevollmacht haben?

Wollen Sie eine Vorsorgevollmacht erteilen, müssen Sie einige Regeln befolgen:

  • Sie müssen die Vollmacht wie einen Vertrag aufschreiben. Das heißt, sie müssen Ort, Datum, Ihren Vor- und Nachnamen, Adresse und Geburtsdatum aufschreiben. Am Ende müssen Sie unterschreiben.
  • Auch den Bevollmächtigten sollten Sie am besten mit Vor- und Nachnamen, Adresse und Geburtsdatum aufschreiben. Es wäre gut, wenn auch der Bevollmächtigte unterschreibt. Damit kann der Bevollmächtigte zeigen, dass er diese Verantwortung übernehmen möchte.
  • Sie können dem Bevollmächtigten das Recht geben, fast alles zu entscheiden oder nur einen bestimmten Teil. Für welche Aufgaben oder Bereiche Sie sich entscheiden, müssen Sie in der Vollmacht aufschreiben.
  • Für bestimmte Bereiche brauchen Sie eine notarielle Beglaubigung. Das heißt, dass ein Notar die Vorsorgevollmacht beglaubigen muss. Dies ist zum Beispiel nötig, wenn Sie dem Bevollmächtigten auch erlauben wollen, dass er für Sie ein Haus kaufen oder verkaufen soll.

Vorsicht bei Banken!

Nur wenige Banken akzeptieren eine Vorsorgevollmacht. Die meisten Banken verlangen, dass Sie spezielle Formulare der Bank ausfüllen müssen. Deswegen sollten Sie unbedingt mit Ihrer Bank sprechen und die genauen Vorgaben erfüllen.

Wie soll ich aufschreiben, was mein Bevollmächtigter darf?

Es gibt bestimmte Aufgaben und Bereiche, die Sie an einen oder mehrere Bevollmächtigte abgeben können, wenn Sie selbst nicht mehr entscheiden können:

BereichWelche Aufgaben darf der Bevollmächtigte in diesem Bereich zum Beispiel für Sie erledigen?
Vermögensverwaltung, Rechtsgeschäfte in VermögensangelegenheitenKonto führen, Rechnungen bezahlen, Haus oder Wohnung verkaufen
GesundheitssorgeKrankenhaus, Arzt oder Pflegedienst auswählen, Ihre Krankenakten lesen, Untersuchungen und Behandlungen erlauben, wie zum Beispiel: Blutabnahme, Impfung, das Anlegen einer Magensonde, Computertomografie
Aufenthalts- und WohnungsangelegenheitenEntscheidung, ob Sie in einem Pflegeheim oder Zuhause versorgt werden oder wer in Ihrer Wohnung leben darf
Post- und FernmeldeverkehrIhre Post oder Ihre E-Mails lesen, einen Telefon- oder Handy-Vertrag in Ihrem Namen abschließen oder kündigen
Behörden, GerichteAnwalt beauftragen, Ausweis beantragen, Sie bei der Rentenversicherung vertreten
TodesfallEntscheidung, wie oder wo Sie beerdigt werden sollen
Bestimmte Bereiche können Sie nicht an den Bevollmächtigten abgeben. Zum Beispiel, ob Sie in ein geschlossenes Pflegeheim ziehen oder ob Sie Beruhigungsmedikamente erhalten sollen. Dies sind sogenannte freiheitsentziehende Maßnahmen. Diese Entscheidungen muss ein Gericht fällen.

Muss ich bestimmte Voraussetzungen für eine gültige Vorsorgevollmacht erfüllen?

Ja. Wenn Sie eine Vorsorgevollmacht erteilen möchten, müssen Sie geschäftsfähig sein. Das bedeutet, dass Sie dazu in der Lage sein müssen, selbstständig zu sagen, was Sie wollen. Normalerweise sind alle Menschen ab 18 Jahren voll geschäftsfähig. Auch wenn Sie die Vorsorgevollmacht rückgängig machen wollen, müssen Sie voll geschäftsfähig sein. Wenn Sie eine Vorsorgevollmacht erteilt haben, ist diese auch dann gültig, wenn Sie später geschäftsunfähig werden. Nicht immer ist klar, ob jemand voll geschäftsfähig ist. Zum Beispiel, wenn man an Demenz erkrankt ist. Deshalb können Sie zu einem Arzt oder Notar gehen, der Ihnen schriftlich bestätigt, dass Sie voll geschäftsfähig sind.

Begriffserklärung: Voll geschäftsfähig Voll geschäftsfähig ist normalerweise jeder Mensch über 18 Jahre. Das heißt, man kann ab diesem Alter Rechtsgeschäfte eingehen. Rechtsgeschäfte sind zum Beispiel Mietverträge, Arbeitsverträge, das Eröffnen eines Bankkontos, Heiraten oder Kaufverträge. Unterschreibt man zum Beispiel einen Mietvertrag, dann ist dieser Mietvertrag gültig. Man muss sich an Regeln halten, die im Vertrag stehen. Zum Beispiel eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Hält man sich nicht an den Vertrag, kann man vor Gericht verklagt werden.
Durch eine psychische Erkrankung oder einen Unfall kann es sein, dass man seine Geschäftsfähigkeit verliert. Zum Beispiel: Wenn jemand nicht genau weiß, ob ein Vertrag oder eine andere Entscheidung gut für ihn ist oder nicht. Wenn das Betreuungsgericht davon erfährt, spricht es mit der Person. Das Gericht prüft, bei welchen Entscheidungen diese Person Hilfe braucht. Für diese Bereiche bestimmt das Gericht dann einen Betreuer. Der Betreuer geht jetzt die Rechtsgeschäfte für diese Person ein.

Was ist eine Innenverhältnisregelung (auch Innen-Vollmacht genannt) und warum brauche ich sie?

Ein Beispiel: Sie haben Ihrer Tochter eine (Vorsorge-)Vollmacht für alle Bankgeschäfte gegeben, falls Sie einmal nicht mehr entscheiden können. Sie schreiben also eine Vollmacht, in der steht, dass Ihre Tochter alle Bankgeschäfte für Sie regeln darf. Kommen Sie in die Situation, dass Sie selbst nicht mehr entscheiden können, geht Ihre Tochter mit der Vollmacht zur Bank. Mit der Vollmacht kann Ihre Tochter nun die Bankgeschäfte für Sie regeln. Die Vorsorgevollmacht ist also die Erlaubnis und die Berechtigung, dass Ihre Tochter alle Bankgeschäfte für Sie regeln darf.

Wie Ihre Tochter dann die Bankgeschäfte regeln soll, das schreiben Sie in die Innenverhältnisregelung zwischen Vollmachtgeber (das sind Sie) und der Bevollmächtigten (das ist Ihre Tochter). Sie können zum Beispiel in die Innenverhältnisregelung schreiben, dass von Ihrem Konto weiterhin einmal im Jahr Geld an eine gemeinnützige Organisation gespendet werden soll. Sie können auch festlegen, ob und wie viel Geld Ihre Tochter und Ihr Sohn von Ihrem Konto bekommen sollen. Die Innenverhältnisregelung zwischen Ihnen (Vollmachtgeber) und Ihrer Tochter (Bevollmächtigte) regelt das wie, also wie Ihre Tochter die Bankgeschäfte für Sie regeln soll. Dieses Dokument bekommt die Bank nicht zu sehen. In die Innenverhältnisregelung können Sie die genauen Anweisungen schreiben.

Ohne eine Innenverhältnisregelung kann es vorkommen, dass Betreuungsgerichte die Vorsorgevollmacht als nicht vollständig ansehen und deshalb einen Kontrollbetreuer einsetzen.

Vorsicht vor Missbrauch!

Manche Bevollmächtigte nutzen die Vorsorgevollmacht, um den Vollmachtgeber zu betrügen. Das Bundesministerium für Justiz berichtet, dass es immer wieder solche Missbrauchsfälle gibt. So könnte ein Bevollmächtigter zum Beispiel Geld von Ihrem Konto nehmen oder anders für Sie entscheiden, als Sie es eigentlich wollten. Deshalb sollten Sie nur Personen bevollmächtigen, denen Sie absolut vertrauen.

Mehr zum Thema im Familienratgeber-Artikel „Betreuungsverfügung“.

Was kann ich tun, wenn ich keine Vertrauensperson habe, der ich eine Vollmacht erteilen kann?

Es gibt zwei Möglichkeiten:

  1. Sie können eine Betreuungsverfügung ausstellen. Betreuungsvereine, Kirchen, Wohlfahrtsverbände und Hospizvereine können Sie dazu beraten. In die Betreuungsverfügung können Sie schreiben, wen Sie sich als Betreuer vorstellen können und wen Sie nicht haben wollen. Auch in diese Verfügung können Sie Wünsche und Vorstellungen schreiben.
  2. Sie stellen eine Vorsorgevollmacht aus, bestimmen aber zusätzlich eine Kontrollperson. Diese Kontrollperson kann dann regelmäßig prüfen, ob kein Missbrauch stattfindet. So können Sie zum Beispiel bestimmen, dass Ihr Bevollmächtigter einmal im Jahr eine Art Bericht verfasst. Die Kontrollperson prüft diesen Bericht und Ihre Anweisungen aus der Innenverhältnisregelung. Sie können außerdem bestimmen, dass manche Entscheidungen nur mit der Zustimmung der Kontrollperson gefällt werden dürfen. Die Kontrollperson kann auch ein Anwalt sein.

Warum sollte die Vollmacht über meinen Tod hinaus gültig sein?

Damit Ihr Bevollmächtigter zum Beispiel die Beerdigung bezahlen kann. Das kann sehr sinnvoll sein, wenn Ihre Erben noch nicht feststehen oder es Streitigkeiten ums Erbe gibt.

Wo sollte ich die Vorsorgevollmacht hinlegen?

Am besten dort, wo man sie leicht findet. Außerdem können Sie Kopien machen und an Ihren Arzt, an den Bevollmächtigten und an Personen geben, denen sie vertrauen. Sie können Ihre Vollmacht auch beim Vorsorgeregister registrieren: https://www.vorsorgeregister.de/. Das Vorsorgeregister speichert dann, dass es bei Ihnen eine Vorsorgevollmacht gibt. Die Vollmacht selbst bleibt bei Ihnen. Das Register speichert nur, dass es eine Vollmacht gibt.

Normale, öffentlich beglaubigte oder notariell beurkundete Vollmacht – Welche Vollmacht brauche ich?

Welche Art von Vollmacht für Sie sinnvoll ist, kommt ganz auf Ihre persönliche Situation an: Haben Sie wenig Erspartes, mehrere Eigentumswohnungen, Immobilien oder sind sie Besitzer einer Firma? Die folgende Tabelle kann Ihnen einen Eindruck geben, welche Art von Vollmacht für Sie in Frage kommen kann:

Art der VollmachtKostenBesonderheit der VollmachtFür wen besonders geeignetBemerkungen
Normale Vorsorge-vollmachtkeineSie unterschreiben mit Datum und Unterschrift.Menschen ohne Immobilien oder Besitz, keine Firmenbesitzer oder AnteilseignerMit der normalen Vollmacht kann Ihr Bevollmächtigter fast alle Bereiche und Aufgaben für Sie übernehmen. Doch Vorsicht! Nur wenige Banken akzeptieren diese Vollmacht. Sprechen Sie deswegen vorher mit Ihrer Bank, welche Formulare Sie für eine Bank-Vollmacht ausfüllen müssen.
Öffentlich beglaubigte Vorsorge-vollmacht10 EuroEine Betreuungsstelle, Betreuungsbehörde vor Ort oder ein Notar beglaubigt Ihre Unterschrift.Menschen mit Immobilien oder wenn Sie als Vollmachtgeber befürchten, Schulden zu erbenNur wenn Ihr Bevollmächtigter eine öffentlich beglaubigte Vollmacht hat, kann er Häuser, Eigentumswohnungen und Immobilien für Sie kaufen oder verkaufen oder Erbschaften wegen Überschuldung ausschlagen. Wenn auch die Vertretung vor Behörden in der Vollmacht steht, kann Ihr Bevollmächtigter mit einer öffentlich beglaubigten Vorsorgevollmacht auch einen Reisepass für Sie beantragen. Wenn Ihr Bevollmächtigter Erklärungen gegenüber dem Handelsregister abgeben soll, braucht er eine öffentlich beglaubigte Vorsorgevollmacht.
Notariell beurkundete VorsorgevollmachtJe nach Vermögen: Die Mindestgebühr liegt bei 60 Euro, die Höchstgebühr bei 1.735 EuroUmfassende Beratung durch den Notar, der Notar verfasst die Vorsorgevollmacht und behält die Originalvollmacht bei sich. Die Bevollmächtigten bekommen eine Kopie.Menschen mit sehr viel Besitz, Immobilien, Besitzer von Handelsunternehmen, Gesellschafter von Unternehmenkeine

Wann sollte man zum Notar gehen?

Wenn Sie zum Notar gehen, ist das immer mit Kosten verbunden. Allerdings können Sie sich dort sehr gut beraten lassen und bekommen eine rechtssichere Vorsorgevollmacht. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, sind Sie beim Notar gut aufgehoben. Für Besitzer von Immobilien, Geschäften und Handelsunternehmen ist ein Gang zum Notar sehr zu empfehlen.

Die meist gestellten Fragen zur Vorsorgevollmacht

Welchen Vorteil bietet eine Vorsorgevollmacht?
Der Vollmachtgeber kann die Vorsorgevollmacht ohne großen Aufwand erstellen. Man kann alle Lebensbereiche abgeben oder nur Teile davon. Die Vollmacht kann jederzeit widerrufen werden.

Ab wann gilt die Vorsorgevollmacht?
Der Vollmachtgeber kann entscheiden, wann die Vorsorgevollmacht gilt. Man kann zum Beispiel in die Vorsorgevollmacht schreiben, dass sie ab sofort gilt. Dann ist sie nach Unterschrift der Vollmacht gültig. Man kann aber auch in die Vollmacht schreiben, dass sie erst dann gilt, wenn ein Arzt die Geschäftsunfähigkeit festgestellt hat.

Gibt es Bereiche, die man durch eine Vorsorgevollmacht nicht übertragen kann?
Ja, es gibt Bereiche, die nicht übertragen werden können. Keiner kann für Sie ein Testament schreiben oder dafür sorgen, dass Sie verheiratet werden. Außerdem gibt es weitere Bereiche, die nicht durch eine Vorsorgevollmacht abgedeckt sind. Dies sind zum einen gefährliche Operationen. Gefährliche Operationen sind zum Beispiel wenn Ihnen ein Bein abgenommen werden soll oder Sie eine Herz-Transplantation bekommen sollen. Zum anderen sind freiheitsentziehende Maßnahmen nicht von der Vorsorgevollmacht abgedeckt: Zum Beispiel wenn Sie in eine geschlossene Einrichtungen kommen sollen. Auch wenn Sie Bettgitter oder eine Bauchfessel bekommen sollen. Muss jemand so eine Entscheidung für Sie treffen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder braucht der Bevollmächtigte eine schriftlich festgehaltene Genehmigung vom Betreuungsgericht. Oder ein Richter des Betreuungsgerichts entscheidet über diese Bereiche.

Wie soll die Vorsorgevollmacht aufbewahrt werden?
Am besten ist es, wenn Sie die Vorsorgevollmacht an einen gut erreichbaren Ort legen. Das kann zum Beispiel ein Schublade in der Küche, im Wohn- oder Schlafzimmer sein. Man sollte die Vorsorgevollmacht so hinterlegen, dass jemand anders Sie leicht findet. Sie können die Vollmacht auch einer Person geben, der Sie vertrauen. Diese Person kann die Vorsorgevollmacht dann an den Bevollmächtigten geben, wenn man die Vollmacht braucht. Außerdem kann es sinnvoll sein, zum Zentralen Vorsorgeregister der Bundes-Notar-Kammer zu gehen. Für eine kleine Gebühr können Sie dort die Information hinterlassen, dass Sie eine Vorsorgevollmacht ausgestellt haben. Das Betreuungsgericht prüft im Zentralen Vorsorgeregister, ob sie eine Vorsorgevollmacht ausgestellt haben.

Was passiert, wenn mein Bevollmächtigter nicht entscheiden kann, weil er zum Beispiel selbst krank ist?
Es gibt zwei Möglichkeiten. Sie können einen Hauptbevollmächtigten bestimmten und wenn dieser ausfällt, eine Vertretung benennen. Oder Sie bestimmen von Anfang an zwei oder mehrere Bevollmächtigte.

Wer kontrolliert den Bevollmächtigten?
Erst einmal keiner. (Siehe Absatz oben "Vorsicht vor Missbrauch!") Sie können aber in der Vollmacht bestimmen, wer den Bevollmächtigten kontrollieren soll. Gibt es keine Regelung, wer den Bevollmächtigten kontrolliert, kann das Betreuungsgericht einen Betreuer einsetzen. Dieser Betreuer kontrolliert dann den Bevollmächtigten. Doch dazu muss erst einmal jemand das Gericht dazu auffordern.

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zuletzt aktualisiert: 21.02.2020

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