Untersuchungen vor der Geburt

Schwangere Frauen möchten meist wissen, ob es ihrem Baby gut geht. Deswegen gehen sie zur Vorsorge-Untersuchung zu einem Arzt oder zu einer Hebamme. Frauenärzte oder Hebammen untersuchen die Frauen und das ungeborene Kind. Die Kosten für die normalen Untersuchungen vor der Geburt übernehmen die Krankenkassen. Es gibt noch weitere Untersuchungen, diese müssen die Frauen selbst zahlen.


Untersuchungen vor der Geburt (Pränataldiagnostik)

Bei den Untersuchungen vor der Geburt prüft ein Arzt, ob es Mutter und Baby gut geht. Auch eine Hebamme kann Schwangere vor der Geburt untersuchen. Es gibt zwei unterschiedliche Untersuchungen vor der Geburt: 1. Die normalen Vorsorgeuntersuchungen. Die Krankenkassen bezahlen diese Untersuchungen. 2. Zusätzliche Untersuchungen. Diese Untersuchungen müssen die Eltern selbst bezahlen. Bei allen Untersuchungen vor der Geburt kann herauskommen, dass das Baby eine Behinderung oder Krankheit hat.

Welche Untersuchungen vor der Geburt gibt es?

Es gibt viele verschiedene Untersuchungen vor der Geburt. Der Arzt oder die Hebamme sollten jede Untersuchung vorher genau erklären. Man kann sie grob in vier Arten von Untersuchungen einteilen:

  • Untersuchungen, bei denen ein Bild entsteht, zum Beispiel durch Ultraschall, 3D-4D-Sonographie und Dopplersonographie.
  • Untersuchungen, bei denen der Arzt das Blut der schwangeren Frau untersucht.
  • Untersuchungen, bei denen der Arzt Zellen des ungeborenen Babys entnimmt.
  • Untersuchungen, die zeigen, ob die inneren Organe gesund sind, zum Beispiel Lunge oder Herz.

Test: Hat das Kind eine Behinderung?

Seit etwa fünf Jahren gibt es einen neuen Bluttest für Schwangere: Der Test soll zeigen, ob das Baby Trisomie oder das Turner-Syndrom hat. Ärzte können diesen Test schon ab der 10. Schwangerschaftswoche machen. Ein weiterer Test ist der Ersttrimester-Test. Auch bei diesem Test untersucht der Arzt das Blut der Mutter. Zusätzlich prüfen die Ärzte per Ultraschall, ob sich im Nacken unter der Haut des Babys Flüssigkeit angesammelt hat. Anschließend errechnen Arzt oder Ärztin, wie wahrscheinlich das Baby eine Behinderung haben wird. Dieser Test ist eine statistische, also rein rechnerische Aussage. Ist ein Test auffällig, raten Ärzte oft zu weiteren Tests, wie zum Beispiel zur Fruchtwasser- und Plazenta-Untersuchung. Bei der Fruchtwasser-Untersuchung sticht der Arzt mit einer Nadel in den Bauch der Frau und entnimmt Fruchtwasser. Die Plazenta-Untersuchung funktioniert genauso, nur entnimmt der Arzt Gewebe aus der Plazenta. Bei diesen Tests kann es zu einer Fehlgeburt kommen.

Nachteile der Untersuchungen vor der Geburt

Manchmal können die Ergebnisse der Untersuchungen falsch sein: Eltern erhalten die Nachricht, dass ihr Baby wahrscheinlich eine Behinderung hat. Später zeigt sich, dass das Baby doch ohne Behinderung zur Welt gekommen ist. Wenn ein Test zeigt, dass das Baby wahrscheinlich eine Behinderung haben wird, stellen die Ärzte oft die Frage: Wollen die Eltern das Baby bekommen oder es abtreiben lassen? Das ist eine sehr schwierige Frage. Noch schwieriger wird es, weil man einige Untersuchungen erst sehr spät während der Schwangerschaft machen kann. Das heißt, das Baby ist schon viel größer und weiterentwickelt.

Recht auf Nichtwissen

Jede Frau hat das Recht, über auffällige Untersuchungen nicht informiert zu werden. Das bedeutet: Ärzte oder Hebammen sagen der Mutter nichts, wenn ihnen etwas auffällt. Keiner stellt ihnen die Frage, ob sie ein Baby mit Behinderung behalten oder abtreiben wollen. Wer nichts über auffällige Untersuchungen wissen möchte, muss dies dem Arzt sagen. Der Arzt bittet die Eltern dann oft, eine Erklärung zu unterschreiben. Darin steht, dass die Eltern nichts über Behinderungen oder Krankheiten des Babys wissen wollen.

Schwangeren-Notruf

Eltern können 24 Stunden am Tag unter der Telefonnummer 0800 - 40 40 020 anrufen. Unter dieser Nummer erhalten sie Beratung und Hilfe. Über die Internetseite Schwangere in Not können Sie auch eine E-Mail schreiben. Die Informationen sind dort auch in Leichter Sprache und Gebärdensprache vorhanden.

Was tun, wenn die Untersuchung zeigt: "Mein Kind hat eine Behinderung"?

Erfahren die Eltern, dass ihr Baby eine Behinderung hat, sind sie oft sehr traurig. Sie brauchen Zeit, diese Nachricht zu verarbeiten. Oft beschäftigen sie sich auch mit der Frage, ob sie das Baby mit Behinderung oder Krankheit behalten oder ob sie die Schwangerschaft abbrechen wollen. Beratungsstellen helfen den Eltern über diese schwierige Frage nachzudenken. Manchmal kann auch der Kontakt zu Eltern helfen, die selbst ein Kind mit Behinderung haben.

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zuletzt aktualisiert: 17.07.2018

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