Frühförderung - Was ist das?

„Frühförderung“ nennt man Hilfen, die ein Kleinkind bekommen kann, wenn es eine Behinderung hat oder wenn es Probleme in seiner Entwicklung gibt. Diese Hilfen gibt es für Kinder von ihrer Geburt bis zum Schulalter. Früherkennung und frühe Förderung sind wichtig, um Behinderungen zu vermeiden oder die Folgen von Behinderungen zu mildern.


Was ist Frühförderung?

Die Frühförderung kann helfen, wenn kleine Kinder in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung Unterstützung brauchen. In der Frühförderung gibt es medizinische, psychologische, pädagogische und soziale Hilfen. Die wichtigsten sind:

Die Familie und das soziale Umfeld des Kindes werden mit einbezogen, zum Beispiel Geschwister, Großeltern und Betreuer. Auffälligkeiten beim Kind werden möglichst früh behandelt. Dadurch kann man vielleicht eine Behinderung vermeiden. Bereits bestehende Behinderungen können gemildert werden. Kinderärzte und Kinderärztinnen können Ihnen sagen, wo Ihr Kind Frühförderung bekommen kann. Das örtliche Gesundheitsamt gibt Ihnen auch Auskunft.

Wer bezahlt die Kosten?

Frühförderung ist Vorsorge. Sie ist für die Eltern kostenlos. Im Sozialgesetzbuch 9 (IX), Paragraf 30, werden die verschiedenen Hilfen „Komplexleistung“ genannt. Komplexleistung bedeutet, dass sie aus verschiedenen Hilfen besteht. Die Kosten für die Hilfen der Frühförderung übernimmt die Krankenkasse und/oder das Sozialamt. Wenn Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin die Behandlung verordnet, kommt die Krankenkasse für die Kosten auf. Manchmal bezahlt auch das Sozialamt die Kosten.

Wie arbeitet die Frühförderung?

Verschiedenen Berufsgruppen arbeiten in der Frühförderung zusammen. Zum Beispiel Ärzte, Sprach-Therapeuten und Bewegungs-Therapeuten. Die Zusammenarbeit ist sehr wichtig. Zunächst untersucht ein Arzt oder eine Ärztin das Kind gründlich. Dann entwickelt er einen Behandlungsplan (Therapie). Dabei bezieht er die Eltern mit ein. Frühförderung berücksichtigt die Alltagssituation von Eltern und Kinder. Sie bietet Beratung, Anleitung und Unterstützung der Eltern. Eltern lernen, wie sie ihr Kind selbst fördern können. Eine Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen, wie etwa Kindertagesstätten, Schulen oder Familienunterstützenden Diensten ist üblich.

Förderziele

Ziel der frühen Hilfen ist die es, die Wahrnehmung, die Bewegung und die Sprachfähigkeit des Kindes zu fördern. Zudem wird sein Sozialverhalten gestärkt. Es soll lernen, sich aktiv mit seiner Umwelt zu beschäftigen. Auch soll das Kind einen positiven Umgang mit der eigenen Behinderung entwickeln.

Mobile und ambulante Hilfen

Meistens findet die Frühförderung in den Räumen einer Frühförderstelle statt. Man nennt das ambulante Hilfen. Die ambulante Frühförderung nutzt die Räume einer Frühförderstelle und ihre Ausstattung. Zum Beispiel Spielzeug, Bilderbücher oder medizinische Hilfsmittel. Außerdem können Eltern und Kinder hier andere Familien kennenlernen. Sie können Kontakte zu Eltern bekommen und Erfahrungen über Hilfemöglichkeiten austauschen. Es gibt aber auch die sogenannte mobile Frühförderung. Die mobile Frühförderung besucht und berät die Familien in ihrem eigenen Zuhause. Das hat den Vorteil, dass die Untersuchung und Behandlung in vertrauter Umgebung stattfindet.

Besondere Leistungen von Frühförderstellen sind Eltern-Kind-Kurse oder Eltern-Kind-Wochenenden. Eltern-Kind-Kurse setzen auf die Zusammenarbeit von Familien und Fachleuten. Die Kurse haben unterschiedliche Länge. Manche dauern einen oder mehrere Tage, andere mehrere Wochen.

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zuletzt aktualisiert: 07.04.2017

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