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Bewerbung mit Behinderung: Behinderung erwähnen? Und wenn ja, wie?

Darauf gibt es keine einfache Antwort. Manchmal kann es sinnvoll sein, die Behinderung zu erwähnen, und manchmal auch nicht. Lesen Sie hier, was Sie bei der Bewerbung und beim Vorstellungsgespräch beachten können.


Sollte man seine Behinderung bei der Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch erwähnen?

Manche Behinderungen oder chronische Erkrankungen haben keinen Einfluss auf die Arbeit. Viele Behinderungen sind auch nicht sichtbar. Kein Mensch ist dazu verpflichtet, bei einer Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch davon zu erzählen.

Es gibt aber auch viele Behinderungen, die sichtbar sind. Oder die Einfluss auf die Arbeit haben. Dann ist es oft besser, wenn Sie offen über Ihre Behinderung reden. Lesen Sie im folgenden Text warum.

Warum Sie Ihre Behinderung schon bei der Bewerbung erwähnen könnten

Behinderung vielleicht schon in der Bewerbung erwähnen, wennGrund
Sie zum Beispiel im Rollstuhl sitzen.Manche Menschen fühlen sich überfordert und gestresst, wenn sie plötzlich und unerwartet auf einen Bewerber im Rollstuhl treffen. Das Vorstellungsgespräch könnte außerdem in einem Raum stattfinden, der nicht barrierefrei ist. Das kann unangenehm werden. Außerdem kann sich der Personalchef fragen, warum Sie die Behinderung nicht erwähnt haben. Vielleicht denkt er dann auch, was Sie sonst noch verschweigen.
Sie zum Beispiel blind sind.Auch hier kann es sein, dass sich Arbeitgeber überfordert fühlen. Sie wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Und sie können dadurch kein gutes Vorstellungsgespräch führen.
Sie sich bei einer Behörde, einem Amt oder Ministerium bewerben.In Behörden, Ämtern oder Ministerien haben Sie oft gute Chancen auf einen Job, wenn Sie eine Behinderung haben. Erstens gibt es dort oft barrierefreie Büroräume und Toiletten. Zweitens steht schon in vielen Stellenanzeigen, dass sie eher einen Menschen mit Behinderung einstellen.
Sie durch Ihre Behinderung einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern haben.Es gibt Arbeitsstellen, wo ein Mensch mit Behinderung einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern hat. Zum Beispiel gibt es Arbeitsstellen bei Geschäften, die Hilfsmittel oder Reha-Bedarf verkaufen. Wenn Sie selbst eine Behinderung haben, können Sie aus eigener Erfahrung mit Kunden sprechen. Sehen Sie sich im Video das Beispiel von Dennis Winkens an. Ein anderes Beispiel ist „Discovering Hands“. Dort arbeiten blinde Frauen, die Brustkrebs besser tasten können als Menschen, die sehen können: www.discovering-hands.de. Das Unternehmen auticon beschäftigt sogar nur Menschen mit Autismus als IT-Berater.
Sie sich bei einem Inklusionsbetrieb bewerben.Auch hier haben Menschen mit Behinderung eine sehr gute Chance, eine Arbeitsstelle zu bekommen. Die Arbeitgeber haben schon Erfahrung mit Arbeitnehmern mit Behinderung. Im Vorstellungsgespräch können sie sich dann voll auf Ihre Stärken und Fähigkeiten konzentrieren. Mehr Informationen zum Inklusionsbetrieb finden Sie im Familienratgeber-Artikel „Arbeiten mit Behinderung: besondere Angebote, Infos und Unterstützung“.

Warum Sie Ihre Behinderung beim Vorstellungsgespräch erwähnen könnten

Behinderung im Vorstellungsgespräch (kurz) erwähnen, wennGrund
Sie zum Beispiel eine Gehbehinderung haben.Der Arbeitgeber sieht Ihre Behinderung. Er könnte sich fragen, wie sich Ihre Behinderung auf den Job auswirkt. Erklären Sie einfach kurz, ob es Einschränkungen gibt oder nicht. So kann sich der Arbeitgeber besser vorstellen, Sie als Arbeitnehmer einzustellen.
man früher oder später über Ihre Behinderung sprechen wird.Wenn man Ihre Behinderung früher oder später sieht oder bemerkt, kann sich der Arbeitgeber fragen, warum Sie davon nicht erzählt haben. Er könnte denken, dass Sie vielleicht noch mehr Geheimnisse haben. Und dass Sie auch bei anderen Dingen nicht ehrlich sind. Und dann vertraut er Ihnen nicht mehr. Wenn Sie von Ihrer Behinderung aber schon im Vorstellungsgespräch erzählen, kann der Arbeitgeber Ihnen von Anfang an vertrauen.

Wie sollte ich mein Behinderung in der Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch erwähnen?

Am besten kurz. Die meisten Menschen bewerben sich auf Stellen, weil sie diese Arbeit machen können. Darauf sollten Sie in der Bewerbung und im Vorstellungsgespräch konzentrieren: Die Behinderung ist zwar ein Teil von Ihnen, aber das Wichtigste in Ihrer Bewerbung sollten immer Ihre Stärken, Erfahrungen und Fähigkeiten sein.

Erklären Sie Ihre Behinderung am besten in einer leicht verständlichen Sprache, ohne viele medizinische Einzelheiten. Falls die Personalchefs Zweifel bekommen, könnten Sie sagen, dass es finanzielle Hilfe vom Integrationsamt geben kann. Doch bedenken Sie: Ein Unternehmen wird Sie nicht einstellen, weil das Unternehmen Geld vom Staat für Sie bekommt. Sondern weil Sie die Arbeit machen können.

Außerdem sollten Sie Ihre Behinderung in einem ruhigen Moment erwähnen. Also zum Beispiel nicht, ganz schnell wenn Sie ankommen oder gehen. Viele Menschen haben nie mit einem Menschen mit Behinderung gearbeitet. Sie brauchen vielleicht Zeit, um über diese Information nachzudenken. Der Personalchef könnte auch etwas Zeit brauchen, um noch Nachfragen zu stellen. So können Sie die Unsicherheit des Personalchefs besser vermeiden.

Vorher bei Beauftragten für Gleichstellung oder Behinderung nachfragen

In größeren Betrieben gibt es Beauftragte für Gleichstellung oder Beauftragte für Menschen mit Behinderung.. Dort können Sie sich vor der Bewerbung oder dem Vorstellungsgespräch melden und viele Fragen schon vorab klären.

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Quell-URL: https://www.familienratgeber.de/lebensphasen/bildung-arbeit/bewerbung-behinderung.php

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