Anforderungen an Wohnraum für Schwerbehinderte

Eine Familie mit einem schwerbehinderten Kind

Wer Wohnraum behindertengerecht planen oder umgestalten möchte, benötigt Informationen darüber, welche konkreten Anforderungen die Barrierefreiheit an eine Wohnung stellt. Diese Informationen finden sich in DIN-Normen, die vom Deutschen Institut für Normung erarbeitet wurden.

Die Landesbauordnungen der meisten Bundesländer nehmen über die technischen Baubestimmungen auf sie Bezug und machen sie so – ganz oder teilweise – zu verbindlich geltendem Recht. Unabhängig davon kann der Inhalt der DIN-Normen dadurch Verbindlichkeit erlangen, dass er in einem Bauvertrag aufgenommen wird.
Aktuell gilt für den barrierefreien Neu- und Umbau von Wohnungen die DIN-Norm 18040-2. Sie legt Mindeststandards fest und entspricht dem aktuellen Stand der Technik. Die DIN 18040 ersetzt die bis zum Jahr 2010 gültige, veraltete DIN 18025 von 1992.

DIN 18040

Im Oktober 2010 hat das Institut für Normung die neue DIN 18040 veröffentlicht. Darin werden die Richtlinien für barrierefreies Bauen festgelegt. Die DIN 18400 besteht aus zwei Teilen. Teil 1 beschäftigt sich mit "Öffentlich zugänglichen Gebäude" und Teil 2 mit "Wohnungen".

Informationen zur DIN 18040 im Internet

DIN 18040-2: Barrierefreie Wohnungen
Die DIN 18040-2 gilt für die barrierefreie Planung, Ausführung und Ausstattung von Wohnungen, Gebäuden mit Wohnungen und deren Außenanlagen. Die Anforderungen an die Infrastruktur der Gebäude mit Wohnungen berücksichtigen grundsätzlich auch die uneingeschränkte Nutzung mit dem Rollstuhl.

Die Norm konkretisiert die Anforderungen an Wohnraum für

  • Menschen mit einer Sinnesbehinderung (Blinde und Sehbehinderte, Gehörlose und Hörgeschädigte),
  • Menschen mit eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten (z.B. gehbehinderte Menschen),
  • Menschen mit sonstigen Behinderungen,
  • klein- und großwüchsige Menschen und
  • Personen mit einer geistigen Behinderung.

Menschen mit Hörbehinderungen benötigen zum Beispiel ausgeglichene raumakustische Bedingungen, damit Geräusche und Laute gut verständlich sind. Um das Ablesen von den Lippen zu erleichtern, sollten die Räume hell und schattenlos ausgeleuchtet sein. Störende Blendungen sollten vermieden werden. Türklingel und Telefon müssen durch optische Signale wie Blinklichter in allen Räumen ergänzt sein.

Bei blinden Menschen sind Orientierungsmöglichkeiten mit taktilen (tastbaren) Elementen besonders wichtig. So ist der Übergang des Fußbodens zu Treppenstufen mit taktilem Material zu kennzeichnen. Gleiches gilt für den Anfang und das Ende von Treppenhandläufen.

Neu aufgenommen in die DIN 18040 wurde der Bereich Sensorik. Das heißt, es werden hierin auch die Anforderungen von Menschen mit Sinneseinschränkungen (Sehen, Hören) stärker berücksichtigt. Bei blinden Menschen sind Orientierungsmöglichkeiten mit taktilen (tastbaren) Elementen besonders wichtig. So ist der Übergang des Fußbodens zu Treppenstufen mit taktilem Material zu kennzeichnen. Gleiches gilt für den Anfang und das Ende von Treppenhandläufen.

Der Bereich öffentliche Verkehrs- und Außenanlagen findet sich nicht in der DIN 18040. Zu dem Bereich zählen Straßen, Plätze, öffentliche Grünanlagen, Spielplätze und Arbeitsstätten. Dieses Thema wird zur Zeit in einem neuen Projekt unter der Norm-Nummer DIN 18040-3 bearbeitet.

Einzelheiten / Näheres zu der neuen DIN 18040 findet sich hier:
Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude
Teil 2: Wohnungen

Unterschiedliche Anforderungen

Barrierefreiheit stellt bei jeder Personengruppe andere Anforderungen an den Wohnraum. Die baulichen Maßnahmen werden durch technische Ausstattungen ergänzt, deren Auswahl ebenfalls von den besonderen Bedürfnissen des Menschen und der Art seiner Behinderung abhängig sind.
Betroffene und Planer sollten sich grundsätzlich frühzeitig – nämlich bereits bei Planungsbeginn – mit Fachleuten aus dem Bereich des barrierefreien Bauens beraten, um den Bedürfnissen des Einzelnen gerecht zu werden. Viele Merkmale des barrierefreien Wohnens können kostenneutral geplant werden. Auch die Umsetzung im Bestand lässt sich zu akzeptablen Kosten realisieren. Dafür ist es erforderlich, dass entsprechende Anforderungen bei der Planung erfasst und auch bei Neubauten und bei der Modernisierung durchgesetzt werden. Als Ansprechpartner stehen die lokalen Behindertenverbände und Beratungsstellen für Wohnraumanpassung zur Verfügung. Mehr dazu unter Behindertengerechte Wohnraumumgestaltung.

Weiterführende Informationen im Internet

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