Selbstbestimmt Leben

Eine Frau blättert in einem Aktenordner.

„Nichts über uns ohne uns“ lautet seit vielen Jahren das Motto der Selbsthilfebewegung von Menschen mit Behinderung. Wer könnte besser wissen, welche Hilfe notwendig ist, welche Barrieren es wegzuräumen gilt und wie gesellschaftliche Teilhabe funktionieren kann, als Menschen mit Behinderung selbst? In vielen Gruppen und Organisationen der Selbsthilfe engagieren sich Menschen mit Behinderung für eine barrierefreie und inklusive Gesellschaft. Und sie beraten andere über ihre Rechte und über die Möglichkeiten der Teilhabe.

Möglichst selbstbestimmt zu leben, bedeutet Freiheit und ist ein Menschenrecht. Gerade deshalb legt die UN-Behindertenrechtskonvention so großen Wert auf den Aspekt der Selbstbestimmung. Besonders Artikel 19 des Übereinkommens betont das Recht auf eine „unabhängige Lebensführung“ und die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Wohnort selbst wählen
Ein wichtiger Aspekt der Selbstbestimmung ist die freie Wahl der Wohnform. Menschen mit Behinderung sollen laut UN-Behindertenkonvention die Möglichkeit erhalten, „ihren Aufenthaltsort zu wählen und zu entscheiden, wo und mit wem sie leben“. In Hinblick auf mehr Selbstbestimmung gewinnen deshalb besonders die ambulant unterstützten Wohnformen an Bedeutung.

Persönliche Assistenz
Auch wenn Menschen wegen geistiger oder körperlicher Einschränkungen auf Hilfe angewiesen sind, besteht bei den meisten der Wunsch, den Alltag möglichst eigenständig und selbstverantwortlich zu gestalten. Unterstützt werden sie dabei immer öfter von „Persönlichen Assistenten“. Persönliche Assistenz wird über das Persönliche Budget finanziert. Dabei handelt es sich um Geld, das Menschen mit Behinderung zusteht, um sich die nötige Hilfe „einzukaufen“. Sie werden somit zu Arbeitgebern, die Assistentinnen und Assistenten selbst einstellen und bezahlen – für die Hilfe zu Hause, im Studium, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit.

Barrieren in den Köpfen
Manche Behinderungen sind für Außenstehende nicht offensichtlich. Beispielsweise eine Psychische Behinderung. Bei langfristigen seelischen Beeinträchtigungen fällt es vielen Menschen zunehmend schwer, ihr Leben selbstverantwortlich zu führen. Besonders dann ist es wichtig, zu wissen, wo und von wem man Hilfe und Unterstützung erfahren kann.

Aber es sind häufig nicht nur äußere Barrieren oder eigene Einschränkungen, die es Menschen mit Behinderung schwer machen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Neben diesen Barrieren gilt es auch die Hindernisse und Vorurteile in den Köpfen der Menschen ohne Behinderung abzubauen. Hier muss noch vieles verbessert werden, damit Inklusion erreicht und Selbstbestimmung verwirklicht werden kann.



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