Altwerden mit Angehörigen mit Behinderung

Drei Menschen unterhalten sich

Menschen mit schwerer geistiger oder körperlicher Behinderung haben heute eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie Menschen ohne Behinderung. Der medizinische Fortschritt hat nicht nur die Lebenserwartung verlängert, sondern auch die Lebensqualität entscheidend verbessert. Das Thema „alternde Eltern“ gewinnt daher zunehmend an Bedeutung.

In vielen Werkstätten gibt es professionelle Betreuer, sogenannte Coaches oder Case Manager, die sich mit ihrem Angebot speziell an Senioren richten, die ihr ganzes Leben in der Familie gelebt haben. Sie bieten Begleitung beim Übergang in den Ruhestand an und überlegen zusammen mit den Betroffenen und ihren Angehörigen, wie diese neue Lebensphase am besten vorbereitet werden kann. Auch der Termin bei einer Beratungsstelle für Senioren und Menschen mit Behinderung kann hilfreich sein, da ältere Menschen oft wenig über die Wohnangebote für Menschen mit Behinderung wissen. Für die meisten Eltern stellt es dann bereits eine große Erleichterung dar, wenn sie sehen, dass es auch für Menschen mit schwerer geistiger und körperlicher Behinderung Möglichkeiten gibt, ein Leben weitgehend nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen zu leben.

Wohnortnahe Integration

Für jüngere Eltern stellt sich das Thema in dieser Form meist nicht, da es mittlerweile selbstverständlich ist, dass auch junge Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung im Alter von 20 bis 30 Jahren von zu Hause ausziehen. An vielen Orten sind Initiativen entstanden, in denen Betroffene sich austauschen und gegenseitig unterstützen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Kölner Verein „Wir mittendrin“, zu dem sich im Herbst 2000 Eltern der Pestalozzi-Förderschule zusammengeschlossen haben. Ziel der Eltern war es, ihren Kindern auch nach dem Auszug aus dem Elternhaus eine wohnviertelnahe Integration zu ermöglichen. In der Josefs-Gesellschaft wurde dann ein Träger für ein neues Wohnheim gefunden. Seit Oktober 2005 leben im Anna-Roles-Haus (www.anna-roles-haus.de) 24 Menschen mit Behinderung – darunter viele ehemalige Schüler der Pestalozzi-Schule.
Aber auch an vielen anderen Orten sind inzwischen inklusive Wohnprojekte entstanden, in denen Menschen mit und ohne Behinderung, junge und alte Menschen gemeinsam leben.

Wichtige Infos bietet auch die Broschüre Menschen mit geistiger Behinderung und Demenz begleiten (PDF) des Demenzservice NRW.

Angebote für ältere Menschen vor Ort


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Behindertentestament, Gesetzliche Betreuung, Grundsicherung, Wohnformen

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