Berufstätigkeit

Bäckereiverkäuferin und Kundin unterhalten sich an einer Verkaufstheke

Zurzeit sind in Deutschland nur 4,5 Prozent aller Menschen mit Schwerbehinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig. Deshalb ist gerade für sie eine gute Berufsberatung wichtig. Für die berufliche Eingliederung ist zunächst die Arbeitsagentur zuständig. Diese unterstützt und berät bei der Entscheidung, ob eine Vermittlung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt möglich ist, eine spezielle Schulung oder Betreuung erforderlich ist oder ob eine Tätigkeit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung aufgenommen werden kann.

Bundesagentur für Arbeit

Die Bundesagentur bietet auf ihrer Internetseite vielfältige Informationen zum Thema "Menschen mit Behinderung und Arbeit" an. Unter anderem zu Fragen der Aus- und Weiterbildung, zu rechtlichen Fragen oder zur beruflichen Rehabilitation.
Außerdem bietet sie Stelleninformationen für Akademiker mit Schwerbehinderung an. Die Infos werden alle zwei Wochen per E-Mail versendet. Die Anmeldung erfolgt unter: zav.sbakademiker-stellen@arbeitsagentur.de.
Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung unterhält ein eigenes Team, das sich auf die Vermittlung von Akademikern mit Schwerbehinderung spezialisiert hat.
Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)
Arbeitgeber-Service für schwerbehinderte Akademiker
Villemombler Straße 76
53123 Bonn
Tel.: 0228 713 1375
Fax: 0228 713 270 1375
www.zav.de

Der Integrationsfachdienst

Der Integrationsfachdienst unterstützt Arbeitsagenturen, Rehabilitationsträger und Integrationsämter bei der Vermittlung und Betreuung von Menschen mit Behinderung und bei der Beratung der Arbeitgeber. Er berät von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen mit Schwerbehinderung und hilft beim Übergang aus Werkstätten für Menschen mit Behinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Das Integrationsamt

Integrationsämter sind für Menschen mit Behinderung und für Arbeitgeber im Einsatz. Hauptziel ihrer Arbeit ist die Eingliederung von Menschen mit Schwerbehinderung in das Arbeitsleben. Eine weitere Aufgabe ist die Einziehung der Ausgleichsabgabe von Arbeitgebern, die nicht die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl von Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigen. Private und öffentlich-rechtliche Arbeitgeber, die über mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen, sind verpflichtet, auf wenigstens 5 Prozent der Arbeitsplätze Menschen mit Schwerbehinderung zu beschäftigen. Ist diese Quote nicht erfüllt, müssen diese Unternehmen eine Ausgleichsabgabe zahlen. Damit soll Benachteiligung vermieden und Teilhabe ermöglicht werden. Doch knapp ein Drittel aller zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen verpflichteten Arbeitgeber bietet keine entsprechenden Arbeitsplätze an. So bleibt rund 250.000 Menschen mit Behinderungen nur die Möglichkeit, in Werkstätten für Menschen mit Behinderung zu arbeiten. Dort erhalten sie einen Monatslohn von gerade einmal 160,- Euro.

Um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben zu fördern, können Integrationsämter auch einen sogenannten Mindestausgleich an den Arbeitgeber zahlen, wenn die Leistung des behinderten Arbeitnehmers bestimmte Grenzen unterschreitet. Darüber hinaus gehört auch die Überwachung des besonderen Kündigungsschutzes zu den Aufgaben des Integrationsamts. Die Kündigung eines Menschen mit Schwerbehinderung ist nur wirksam, wenn der Arbeitgeber vorher die Zustimmung des zuständigen Integrationsamts einholt. Der besondere Kündigungsschutz führt nicht dazu, dass Mitarbeitern mit Schwerbehinderung nicht gekündigt werden kann, sondern soll sie lediglich vor Kündigungen schützen, die im Zusammenhang mit der Behinderung stehen.

Integrationsprojekte

Integrationsprojekte sind Betriebe oder Abteilungen zur Beschäftigung besonders schwer vermittelbarer Menschen mit Schwerbehinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Sie bieten eine Beschäftigung mit berufsbegleitender Betreuung und bei Bedarf auch Weiterbildungen und Schulungen an.
Arbeitsprojekte sind Alternativ- und Parallelangebote zu Werkstätten für Menschen mit Behinderung, mit dem Ziel der individuellen Förderung. Auch für in Arbeitsprojekten Beschäftigte müssen die Voraussetzungen für die Gewährung von Eingliederungshilfen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB XII) vorliegen.

Angebot:
Individuelle Rehabilitations- bzw. Eingliederungshilfen durch Begleitung und Anleitung an Arbeitsplätzen für Menschen mit geistigen und / oder seelischen Behinderungen und starken Verhaltensauffälligkeiten.

Beispiele unterstützter Beschäftigung:

Gartenarbeiten, Reparaturen, Renovierung, Instandhaltung, Tierpflege, Landwirtschaft, Cafe-Betrieb, Küche, Reinigung, hausmeisterliche Tätigkeiten, Verwaltung.
Ein Ziel solcher Projektarbeit ist der Übergang auf Arbeitsplätze des allgemeinen Arbeitsmarktes (dazu zählen alle sozialversicherungspflichtigen Tätigkeiten) sowie auf Arbeitsplätze, bei denen Zuverdienstmöglichkeiten gegeben sind.

Informationen zum besonderen Kündigungsschutz, zum Zusatzurlaub und zur vorgezogenen Altersrente von Menschen mit Schwerbehinderung finden Sie in der Rubrik Schwerbehinderung

Bildung und Arbeit vor Ort

Weiterführende Informationen zum Thema "Berufstätigkeit und Behinderung" im Internet



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