Freifahrten im Personennahverkehr

Mehrere Menschen sitzen mit den Rücken zum Betrachter in einer Straßenbahn. Ein Mädchen hat sich umgedreht und man sieht sie lächeln.

Menschen mit Schwerbehinderung haben ein Anrecht auf Nachteilsausgleiche im Personennahverkehr: Sie können in den Verkehrsmitteln des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) innerhalb der Grenzen der Bundesrepublik Deutschland in der 2. Klasse kostenlos reisen.
Zum Beispiel in allen Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn, also S-Bahn, Regionalbahn (RB), Regionalexpress (RE) und Interregio-Express (IRE). Die Freifahrtsberechtigung gilt auch in Bussen und Straßenbahnen, in U- und S-Bahnen sowie in anderen Zügen, die in einen Verkehrsverbund einbezogen sind. Auch Schiffe im Linien-, Fähr- und Übersetzverkehr im Orts- und Nachbarschaftsbereich können als Nahverkehrsmittel benutzt werden.

Anspruch auf Freifahrt im Öffentlichen Personennahverkehr haben Inhaber eines Schwerbehindertenausweises mit den folgenden Merkzeichen:

  • G = Erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr
  • aG = außergewöhnliche Gehbehinderung
  • Gl = Gehörlos
  • Bl = Blind
  • H = Hilflos

Seit dem 1. September 2011 gilt diese Freifahrtsregelung bundesweit und ist nicht mehr auf 50 Kilometer beschränkt. Bis zu diesem Datum galt die unentgeltliche Beförderung im Öffentlichen Personennahverkehr nur in einem Radius von 50 Kilometern um den jeweiligen Wohnort.

Voraussetzung für die Freifahrt

Reisende mit Schwerbehinderung benötigen für ihre „Freifahrt“ zusätzlich zum grün-orangen Schwerbehindertenausweis ein Beiblatt mit gültiger Wertmarke. Das Versorgungsamt oder die für den jeweiligen Wohnsitz zuständige Kommunalverwaltung verkauft diese Wertmarken. Die Marken kosten ab 2016 80 Euro jährlich bzw. 40 Euro für ein halbes Jahr. Wird die Wertmarke spätestens drei volle Monate vor Ablauf der Gültigkeitsdauer zurückgegeben, so werden für jeden vollen Monat 6 € zurückerstattet. Von den Kosten befreit sind Menschen mit Behinderung, die blind (Bl) oder hilflos (H) sind oder Leistungen der Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB II (2) (Grundsicherung für Arbeitssuchende), dem SGB XII (12) (Sozialhilfe) sowie vergleichbaren gesetzlichen Bestimmungen beziehen. Schwerkriegsbeschädigte und ihnen gleichgestellte Personen sind ebenfalls freifahrtsberechtigt.
Ist im Schwerbehindertenausweis ein „B“ eingetragen, darf eine weitere Person kostenlos mitreisen. Anstelle einer Begleitperson kann auch ein Hund mitgeführt werden. Blindenführhunde werden zusätzlich zu einer Begleitperson unentgeltlich befördert, wenn im Schwerbehindertenausweis das Merkzeichen "Bl" eingetragen ist. Aber auch Hilfsmittel wie beispielsweise Rollstühle werden ohne Entgelt befördert.

Weitere Informationen im Internet


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Bahn, Fliegen, Nachteilsausgleich, ÖPNV

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