Das Prinzip Rehabilitation vor Rente

Mehrere alte Damen und Herren sind in einem Garten.

Seit 2001 kennt das Rentenrecht nicht mehr die Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, sondern nur noch Renten wegen Erwerbsminderung. Erwerbsgemindert sind Personen, die keine sechs Stunden mehr am Tag arbeiten können. Bevor der Rentenversicherungsträger eine Rente wegen Erwerbsminderung bewilligt, wird geprüft, ob Leistungen zur Teilhabe (Rehabilitation) sinnvoll sein können. Eine Rente wird erst gezahlt, wenn abgeklärt ist, dass sich auch durch Rehabilitationsleistungen die Erwerbsfähigkeit nicht wieder herstellen lässt. Also erst wenn alle sinnvollen und zumutbaren Rehabilitationsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Wenn begründete Aussicht besteht, dass die Erwerbsminderung in einem überschaubaren Zeitraum behoben werden kann, sind auch zeitlich befristete Renten neben dem Übergangsgeld möglich.
Bei Unsicherheit, ob aufgrund einer chronischen Erkrankung beziehungsweise einer Behinderung, eine Rente oder eine Leistung zur Teilhabe (Rehabilitation) beantragt werden soll, kann man unbesorgt eine Rehabilitation beantragen. Denn sollte die Reha-Leistung abgelehnt werden, gilt der Antrag automatisch als Antrag auf eine Rente wegen Erwerbsminderung.

Verletztenrente

Anders ist es bei der gesetzlichen Unfallversicherung. Sie zahlt eine Verletztenrente an diejenigen, die durch einen Arbeits- oder Wegeunfall oder eine Berufskrankheit einen dauerhaften Schaden erlitten haben. Voraussetzung: Die Erwerbsfähigkeit ist um mindestens 20 Prozent gemindert und besteht über die 26. Woche nach dem Unfall hinaus.
Die Verletztenrente wird danach berechnet, wie stark die Erwerbsfähigkeit gemindert ist. Es kann also eine Voll- oder eine Teilrente geben. Die Höhe richtet sich nach dem Einkommen, welches im Jahr vor dem Unfall erzielt wurde. Die Verletztenrente muss man nicht beantragen. Der Versicherungsträger muss von sich aus prüfen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.
Unter den Begriff Arbeitsunfall fallen auch die Unfälle von Kindern, Schülern und Studenten in Kindertageseinrichtungen, Schulen und Hochschulen. Auch für sie besteht ein gesetzlicher Unfallschutz. Da sie üblicherweise kein Arbeitseinkommen erzielen, wird ihre Verletztenrente nach einem fiktiven Einkommen berechnet.

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