Finanzleistungen in der Rehabilitation

Ein Junge geht mit einer Gehilfe, gestützt von einer Frau.

Um Menschen während ihrer medizinischen und / oder beruflichen Rehabilitation finanziell abzusichern, zahlen die Rehabilitationsträger Krankengeld beziehungsweise Verletztengeld, Übergangsgeld und gegebenenfalls Beiträge zur Sozialversicherung.

Bei medizinischer Rehabilitation

Das Krankengeld hat Lohnersatzfunktion und beträgt in der Regel 70 Prozent des erzielten Bruttoarbeitsentgeltes. Krankengeld wird für maximal 78 Wochen (im Rahmen einer stufenweisen Wiedereingliederung) gewährt. Vom Krankengeld werden vor Auszahlung noch die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung abgezogen. Bei einer Arbeitsunfähigkeit, die auf einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen ist, zahlen die Berufsgenossenschaften oder die Krankenkassen nach Ablauf der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber das Verletztengeld. Das Verletztengeld beträgt 80 Prozent des Regelentgelts (Bruttogehalt), ist jedoch auf die Höhe des Nettoarbeitsentgelts begrenzt.
Die Rentenversicherung zahlt während der medizinischen Rehabilitation ein Übergangsgeld. Es beträgt in der Regel 68 Prozent des letzten Nettoverdienstes. Menschen mit Behinderung, die mindestens ein kindergeldberechtigtes Kind haben, erhalten als Übergangsgeld 75 Prozent des Nettoentgelts. Das gleiche gilt für Menschen mit Behinderung, deren Ehegatten nicht erwerbstätig sein können, da sie den Menschen mit Behinderung pflegen oder selbst der Pflege bedürfen.

Bei beruflicher Rehabilitation

Der zuständige Reha-Träger zahlt in der Regel ein Übergangsgeld. Das Übergangsgeld wird als Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben verstanden. Es soll ein Ausgleich für fehlendes Einkommen sein und einen Anreiz bieten, an einer berufsfördernden Maßnahme teilzunehmen. Die Höhe des Übergangsgeldes richtet sich grundsätzlich nach den Einkommensverhältnissen vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit und den Familienverhältnissen zur Zeit der Berufshilfemaßnahme. Es beträgt 75 Prozent des zuletzt erzielten Nettoverdienstes, wenn zum Haushalt mindestens ein kindergeldberechtigtes Kind gehört oder bei Pflegebedürftigkeit. Alle anderen Rehabilitanden erhalten als Übergangsgeld 68 Prozent ihres letzten Nettoarbeitsentgelts. Der Anspruch auf das Übergangsgeld besteht für die Dauer der Reha-Maßnahme. Während des Bezugs werden Beiträge und Beitragszuschüsse zur Sozialversicherung übernommen.

Menschen mit Behinderung, die keinen Anspruch auf eine dieser Leistungen haben, weil sie nicht lange genug Beiträge zur Rentenversicherung oder zur Bundesanstalt für Arbeit gezahlt haben, können während ihrer Rehabilitation zur Sicherung des Lebensunterhalts bei Bedürftigkeit Hilfe zum Lebensunterhalt von der Sozialhilfe erhalten. Bei beruflicher Erstausbildung im Rahmen der Rehabilitation erhalten Menschen mit Behinderung, die kein Übergangsgeld beanspruchen können, in der Regel vom Arbeitsamt ein Ausbildungsgeld.

Zusätzliche Leistungen

Zusätzlich zur Sicherung des Lebensunterhalts übernehmen die Rehabilitationsträger bei Bedarf die nachfolgenden Aufwendungen:

  • Beiträge oder Zuschüsse zur Sozialversicherung
  • Kinderbetreuungskosten
  • verordneter Rehasport und Selbstbewusstseinstraining in Gruppen
  • notwendige Fahrkosten
  • Reisekosten für Familienheimfahrten
  • Haushaltshilfe
  • Kosten für eine notwendige Begleitperson
  • Hilfsgeräte und technische Arbeitshilfen
  • Beschaffung von Kraftfahrzeugen einschließlich der barrierefreien Ausstattung
  • Kosten für den Führerschein
  • Wohnungshilfen, Beschaffung einer barrierefreien Wohnung
  • finanzielle Hilfen beim Umbau zu einer barrierefreien Wohnung

Es wird im Einzelfall entschieden, welche Leistungen zur Erreichung des Rehabilitationsziels erforderlich sind. Über die jeweils geltenden Voraussetzungen informieren die Rehabilitationsträger beziehungsweise die gemeinsamen Servicestellen.

Die Sozialversicherung von Menschen mit Behinderung

Während medizinischer und beruflicher Rehabilitation besteht für Menschen mit Behinderung in der Regel Versicherungsschutz in allen Zweigen der Sozialversicherung. Menschen mit Schwerbehinderung, die vor ihrer Behinderung nicht gesetzlich versichert waren, können innerhalb von drei Monaten nach Feststellung der Schwerbehinderung freiwillig der Krankenversicherung beitreten, wenn sie, ein Elternteil oder ihr Ehegatte in den letzten fünf Jahren vor dem Beitritt mindestens drei Jahre gesetzlich krankenversichert waren. Diese Frist gilt nicht, wenn sie wegen ihrer Behinderung diese Voraussetzung nicht erfüllen konnten.
Menschen mit Behinderung, die in anerkannten Werkstätten, Anstalten, Heimen und ähnlichen Einrichtungen beschäftigt werden, sind in der Renten- und Krankenversicherung pflichtversichert.

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