Parkausweise - blau und orange

Als Nachteilsausgleich im Personenverkehr bekommen Menschen mit Schwerbehinderung einen besonderen Parkausweis. Damit können sie zum Beispiel im eingeschränkten Halteverbot und auf Behinderten-Parkplätzen parken. Es gibt einen blauen EU-Parkausweis und einen orangen Parkausweis.


Verschiedene Parkausweise für Menschen mit Schwerbehinderung

Menschen mit Schwerbehinderung können mit dem Park-Ausweis an besonderen Stellen parken. Meistens sind diese Parkplätze in der Nähe vom Eingängen: Öffentliche Gebäude, Krankenhäuser, Bahnhöfe und Supermärkte haben oft einen oder mehrerer solcher Parkplätze. Man kann auch vor der eigenen Wohnung oder am Arbeitsplatz den Behinderten-Parkplatz nutzen. Auch Ehepartner, Eltern und Kinder können einen Parkausweis beantragen. Das ist möglich, wenn der Angehörige mit Schwerbehinderung das Fahrzeug nicht selbst fahren kann. Sie dürfen den Ausweis aber nur nutzen, wenn sie den Angehörigen mit Schwerbehinderung fahren oder wenn Sie etwas für ihn erledigen.

Aber Achtung: Es gibt zwei verschiedene Park-Ausweise für Menschen mit Schwerbehinderung. Einen blauen EU-Parkausweis und einen orangenen Parkausweis für Deutschland. Behinderten-Parkplätze mit Rollstuhlsymbol können nur Menschen nutzen, die einen blauen EU-Parkausweis haben. Wer nur einen Behindertenausweis besitzt oder sich das Bein gebrochen hat, darf nicht auf einem Behinderten-Parkplatz parken.

Parkausweis Deutschland: orange

Der orangene Parkausweis gilt nur in Deutschland. Das Straßenverkehrsamt an Ihrem Wohnort stellt den Ausweis kostenlos aus.

Den Ausweis erhalten Sie bei folgenden Voraussetzungen:

  • Merkzeichen G und B sowie einem GdB von wenigstens 80 für Einschränkungen der unteren Gliedmaßen oder der Lenden-Wirbelsäule, soweit sich diese Einschränkungen auf das Gehvermögen auswirken
  • Merkzeichen G und B sowie ein GdB von wenigstens 70 wegen Einschränkungen der unteren Gliedmaßen oder der Lenden-Wirbelsäule sowie ein GdB von wenigstens 50 wegen Erkrankungen des Herzens oder der Atemwege
  • Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa und einem Grad der Behinderung von wenigstens 60
  • künstlichem Darmausgang und zugleich künstlicher Harnableitung und einem Grad der Behinderung von wenigstens 70

Mit dem orangenen Park-Ausweis dürfen Sie hier parken:

  • im eingeschränkten Halteverbot, im Zonen-Halteverbot und auf Anwohner-Parkplätzen bis zu 3 Stunden. Sie müssen eine Parkscheibe auslegen.
  • in Fußgängerzonen während der Ladezeit
  • in verkehrsberuhigten Bereichen, wenn der durchgehende Verkehr nicht behindert wird
  • an Parkuhren und Parkschein-Automaten, ohne Gebühr und zeitlich unbegrenzt

Der orangene Parkausweis berechtigt nicht zum Parken auf öffentlichen Behindertenparkplätzen!

EU-Parkausweis: blau

Der blaue EU-Parkausweis mit Lichtbild gilt in den Ländern der Europäischen Union und einigen anderen Staaten, zum Beispiel Schweiz und Norwegen. Das Straßenverkehrsamt an Ihrem Wohnort stellt den Ausweis kostenlos aus. Nur mit dem blauen EU-Parkausweis dürfen Sie auf Behinderten-Parkplätzen mit Rollstuhl-Symbol parken.

Den blauen EU-Ausweis bekommen Menschen mit Schwerbehinderung und mit:

  • außergewöhnlicher Gehbehinderung (Merkzeichen aG)
  • Blindheit (Merkzeichen Bl)
  • Contergan-Schädigung (beidseitige Amelie oder Phokomelie) und Menschen mit vergleichbarer Behinderung

Mit dem blauen EU-Park-Ausweis dürfen Sie hier parken:

  • auf Parkplätzen mit Rollstuhl-Symbol, nicht länger als 24 Stunden
  • an allen oben genannten Stellen (siehe orangener Parkausweis)

Wer einen blauen Parkausweis besitzt, kann einen eigenen Parkplatz am Wohnort beantragen. Ein Rechtsanspruch besteht allerdings nicht.

Teilweise werden auch lokal Parkerleichterungen für Menschen mit Behinderung gewährt. So gibt es einen gelben Parkausweis, der ähnliche Vorteile wie der orangene Parkausweis bietet. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Kommune.

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zuletzt aktualisiert: 17.07.2017

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