Informationen zu persönlicher Assistenz

Eine Frau hält einen Becher einen älteren Mann zum trinken hin.

Menschen mit Behinderung möchten ein weitgehend selbstständiges und selbstbestimmtes Leben führen können. Um dies zu ermöglichen, brauchen sie manchmal Unterstützung. Durch die Hilfe von Assistenten und Assistentinnen lässt sich der persönliche Tagesablauf individuell nach den eigenen Vorlieben umsetzen. Dazu gehört die Unterstützung zu Hause, aber auch Begleitung am Arbeitsplatz, beim Studium, bei der Freizeitgestaltung. Die Einarbeitung der persönlichen Assistenten erfolgt in der Regel durch die Menschen mit Behinderung selbst und durch ergänzende Fortbildungsveranstaltungen.
Das Assistenzmodell ist zukunftsweisend, denn es kann Menschen mit Behinderung eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sichern.

Assistenzbereiche

Assistenzen werden berufs- und freizeitbezogen angeboten:

  • für den Besuch eines Kindergartens
  • für den Schulbesuch
  • für den Arbeitsbereich
  • für das Wohnen
  • für die Pflege
  • für die Freizeitgestaltung
  • für Aktivitäten der Erwachsenenbildung
  • als Hilfen für Eltern mit (geistiger) Behinderung und ihre Kinder - Elternassistenz

In der Regel handelt es sich um Einzelunterstützung, die Assistenz kann sich aber auch auf eine Kleingruppe beziehen. Inhaltlich können die Assistenzen sehr unterschiedlich sein. Hier die wichtigsten:

  • Aufbau von Beziehungen
  • Unterstützte Kommunikation
  • Verständigungs- und Übersetzungshilfen
  • Spaziergänge
  • Spielplatzbesuch
  • kleine Ausflüge
  • Tagesausflüge
  • Besuch kultureller Veranstaltungen
  • Besuch von Bildungsveranstaltungen
  • Begleitung zu Vereinen
  • Büchereibesuch
  • Besorgen von Zeitschriften, Literatur
  • Vorlesen von Büchern und Zeitschriften
  • gemeinsamer Einkauf, Besorgungen
  • Hilfe zum Aufbau von Kontakten und Freundeskreisen
  • Besuch von Sportveranstaltungen
  • Besuch von Kinder- und Jugendgruppen
  • Begleitung im Alter

Kulturtechnische Hilfen

  • Hilfen im Lesen, Schreiben und Rechnen
  • Hilfen im Umgang mit Geld
  • Hilfen im Umgang mit Behörden oder Institutionen

Mobilitätshilfen

  • Hilfen zur Bewältigung von Wegen (Wegetraining)
  • Training der Verkehrs- und Orientierungssicherheit
  • Hilfen bei der Bewegung mit Rollstuhl, Gehhilfen, Tandem
  • Hilfen bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel
  • Hilfen zur Förderung der Mobilität durch Sport und Spiel

Psychosoziale Hilfen

  • Hilfe bei beschränkter Gefahreneinschätzung
  • Hilfe im Umgang mit eigenen Verhaltensschwierigkeiten
  • Beistand und Begleitung in Phasen besonderer Anspannung, Resignation, Überängstlichkeit
  • Stärkung von Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung
  • Hilfe, Beistand und Begleitung zur Vermeidung und Bewältigung von Diskriminierungen und Angriffen

Hilfen beim Schulbesuch

  • Vorbereitung zum Besuch einer Schule
  • Begleitung auf dem Schulweg
  • Begleitung im Unterricht
  • Begleitung zu Ausflügen, Schulveranstaltungen
  • Vor und Nachbereitung der Hausaufgaben/Unterrichtsinhalte
  • Einzelnachhilfe
  • Besorgung von Unterrichtsmaterial
  • Begleitung von schulischen Praktika

Hilfen zur sozialen Inklusion mit dem Ziel

  • Selbstständigkeit
  • Teilhabe an gesellschaftlichen Aktivitäten
  • Weiterentwicklung sozialer Fähigkeiten
  • Selbstbewusstsein und Belastbarkeit

Finanzierung

Wenn die Leistungen der Pflegekasse und das eigene Vermögen bzw. der eigene Verdienst nicht ausreichen, um die notwendige und gewünschte Assistenz zu finanzieren, kann man beim überörtlichen Sozialhilfeträger „Hilfe zur Teilhabe am Leben“ beantragen. Hier werden dann die Kosten für die Assistenz übernommen, die man beispielsweise für die Ausübung von Freizeitaktivitäten benötigt. Eltern können für ihre Kinder im Rahmen der Hilfe zur Teilhabe die Kostenübernahme für eine Assistenzkraft in der Schule beantragen. Außerdem kann beim Sozialhilfeträger „Hilfe zur Pflege“ beantragt werden. Menschen mit einer Behinderung oder einer chronischen Erkrankung, die berufstätig sind, können bei der Arbeitsagentur oder dem Integrationsamt die Kostenübernahme für eine Arbeitsassistenz beantragen.

Um das Verfahren der Finanzierung zu erleichtern gibt es seit 2008 bundesweit das sogenannte „trägerübergreifende Persönliche Budget“. Hierbei beantragt man die notwendige Assistenzleistung bei einem der beteiligten Kostenträger (Rehabilitationsträger) oder bei einer der Gemeinsamen Reha-Servicestelle. Dadurch hat es der Antragsteller mit nur einem „Budgetbeauftragten“ zu tun, der für sämtliche Fragen und Belange zuständig ist.

Weiterführende Informationen im Internet


Stichworte, die diesem Artikel zugeordnet wurden:

Arbeit, Assisten, Erwachsenenbildung, Hilfe im Alltag, Integration, Kindergarten, Schule, Teilhabe

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