Kindergarten & Co.   

Jedes Kind hat ab dem dritten Geburtstag einen rechtlichen Anspruch auf den Besuch eines Kindergartens. Kinder mit Behinderung können einen Heilpädagogischen Kindergarten besuchen, in den ausschließlich Kinder mit Behinderung gehen. Oder sie besuchen einen inklusiven Kindergarten, in dem sie gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung betreut werden. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Betreuungsmöglichkeiten für Kinder mit Behinderung. Die unterschiedlichen Angebote werden im Text vorgestellt.


Gemeinsam mit anderen Kindern lernen ist für alle Kinder sinnvoll - unabhängig von Art und Grad einer Behinderung. Es gibt Kindergärten, Kitas und Kindertageseinrichtungen, die auf Kinder mit Behinderungen spezialisiert sind. Diese haben in den Bundesländern unterschiedliche Namen, zum Beispiel Heilpädagogischer Kindergarten, Tageseinrichtung oder Schulvorbereitende Einrichtung. Welche Betreuungs-Angebote es in Ihrer Gemeinde gibt, können Sie beim Jugendamt oder der Beratungsstelle für Familien erfahren.

Inklusive Gruppen in Regelkindergärten

Mehrere Kinder mit Behinderung werden in einem Regelkindergarten gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung betreut.

Inklusive oder integrative Kindergärten

In inklusiven Kindergärten werden Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam gefördert. Rücksicht und Toleranz spielen hier eine wichtige Rolle. In den meisten inklusiven Kindergärten werden die Erzieher und Erzieherinnen durch Therapeuten unterstützt, zum Beispiel durch Physio- und Ergotherapeuten. Diese können einzelne Kinder nach Bedarf fördern. Das können etwa Kinder mit folgenden Behinderungen oder Schwächen sein:

  • Down-Syndrom
  • Hörbehinderung
  • Sprachbehinderung
  • Kinder mit chronischen Erkrankungen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Konzentrationsschwäche

Einzelintegration in Regelkindergärten oder Kindertagesstätten (KITAs)

Einzelintegration bedeutet, dass ein einzelnes Kind mit Behinderung in einem Regelkindergarten oder einer Kita aufgenommen und gefördert wird. Dort gibt es also keine inklusiven Gruppen, in denen mehrere Kinder mit und ohne Behinderung betreut werden.

Heilpädagogische Kindergärten und Kitas

In diesen Kindergärten und Kitas werden nur Kinder mit pädagogischem Förderbedarf betreut. Dazu gehören Kinder mit einer Lernbehinderung oder einer Körperbehinderung. Diese Kindergärten werden auch Förderkindergärten genannt. Die Gruppenstärke liegt meist zwischen acht und zwölf Kindern. Die therapeutische Förderung ist fester Bestandteil der Betreuung.

Schulkindergärten

Schulkindergärten besuchen Kinder, die alt genug für die Schule sind, aber noch nicht die nötige Reife für die Schule haben. Dort werden sie gefördert und auf den Schulunterricht vorbereitet. Über den Besuch des Schulkindergartens wird bei der Untersuchung zur Einschulung entschieden. Die Kinder gehen zunächst für ein Jahr den Schulkindergarten (auch Vorklasse genannt). Danach wird ihre Schulreife nochmals untersucht. In den meisten Fällen werden sie dann in einer Regelschule oder einer Förderschule eingeschult.

Schulvorbereitende Einrichtung (SVE)

SVE gibt es nur in Bayern. Diese Einrichtungen besuchen Kinder mit Förderbedarf, die noch nicht schulpflichtig sind. Die SVE sind meistens Förderschulen angeschlossen. Sie haben sich auf die jeweilige Behinderung spezialisiert, zum Beispiel Lernbehinderung oder Körperbehinderung.

Sprach-Kitas

Seit 2016 gibt es das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“. Die Schwerpunkte des Programms sind neben der sprachlichen Bildung, die inklusive Betreuung und die Zusammenarbeit mit Familien.

Welche Kosten fallen an?

Die Kosten für den Besuch in einem Heilpädagogischen Kindergarten übernimmt das Sozial- oder Jugendamt. Es handelt sich dabei um eine Leistung der Sozialhilfe in Form der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung. Für die Betreuung in Sprachheilkindergärten und Kindergärten für Kinder mit einer Hörbehinderung tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten.
Besucht das Kind dagegen einen inklusiven Kindergarten, können von den Eltern die Beiträge verlangt werden, die auch von Eltern nicht behinderter Kinder erhoben werden.

Rechtsgrundlage

Die Kosten der Eingliederungshilfe für die Betreuung des Kindes mit Behinderung werden von der zuständigen Stelle, zum Beispiel dem Sozialamt, oder dem Land getragen.

Rechtliche Grundlagen für die Übernahme der Kosten:

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zuletzt aktualisiert: 26.10.2017

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