Infos für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige.

Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit mehrfacher und geistiger Behinderung (MZEB)

In einem MEZB werden erwachsene Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung behandelt. Dort arbeiten Ärzt*innen und Therapeut*innen, die geschult sind für die Behandlung von Menschen mit Behinderung. Die Medizinischen Zentren gibt es erst seit einigen Jahren. Was genau ist ein MZEB? Und wo findet man die Zentren?


Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit mehrfacher und geistiger Behinderung (MZEB) – was ist das?

In einem MZEB arbeiten viele Fachleute zusammen. Zum Beispiel: Ärzt*innen, Psycholog*innen, Therapeut*innen und Sozialarbeiter*innen. Sie sind spezialisiert auf die Behandlung von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Manche Menschen mit Behinderung können nicht sagen, wo sie Schmerzen haben oder was ihnen fehlt. Eine der Aufgaben der Fachleute in einem MZEB besteht deshalb darin herauszufinden, welche Krankheit eine Patientin oder ein Patient hat. Anschließend erstellen sie einen persönlichen Behandlungsplan. Dabei versuchen sie sowohl eine Überversorgung als auch eine Unterversorgung zu vermeiden. Also, nicht zu viel Behandlung aber auch nicht zu wenig.
Eine weitere Aufgabe des MZEB ist die Vorsorge. Das bedeutet, die Fachleute helfen den Patient*innen dabei, Krankheiten und Behinderungen zu vermeiden. Zum Beispiel durch eine besondere Therapie. Und sie beraten Angehörige und Assistent*innen, wie sie die Menschen mit Behinderung am besten unterstützen können.
In einem MZEB steht der einzelne Mensch mit Behinderung im Vordergrund. Die Verbesserung seines persönlichen Gesundheitszustandes ist das Ziel der Behandlung. Die Behandlungsräume sind weitgehend barrierefrei.

Wo finde ich ein MZEB?

In Deutschland gibt es über 70 Medizinische Behandlungszentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder Mehrfachbehinderung. Hier gibt es eine
Übersicht über die MZEBs in Deutschland.
Beachten Sie: Nicht jedes MZEB kann alle Krankheiten und Behinderungsarten behandeln.

Können sich alle Menschen mit Behinderung in einem MZEB behandeln lassen?

Nein. In einem MZEB werden nur Menschen behandelt, die sonst keine geeignete medizinische Versorgung bekommen können. Vor allem aufgrund der Schwere und Art ihrer Behinderung. Zum Beispiel Menschen mit schwerer geistiger Behinderung oder komplexen Mehrfach-Behinderungen. Sie können sich oft nicht gut verständlich machen. Oder auch Menschen, die stark verhaltensauffällig sind. Außerdem Menschen, die zur Behandlung eine angst- und barrierefreie Umgebung benötigen.
 
Patient*innen müssen zudem meist folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie sind mindestens 18 Jahre alt.
  • Sie haben eine Überweisung durch einen niedergelassenen Arzt oder eine Ärztin (zum Beispiel Hausarzt, Internistin, Neurologe, Psychiaterin, Orthopäde).
  • Sie haben einen Grad der Behinderung von mindestens 70.
  • In Ihrem Schwerbehindertenausweis steht eines dieser Merkzeichen: G, aG, H, Bl, Gl.

Manche MZEBs haben eigene Aufnahme-Voraussetzungen. Diese stehen auf der Internetseite des jeweiligen MZEBs.

Wer bezahlt die Kosten für die Behandlung?

Die Kosten übernimmt die Krankenkasse, bei der Sie krankenversichert sind. Sie selbst müssen keine Kosten für die Behandlung in einem MZEB bezahlen.

Seit wann gibt es die MZEBs?

Die Medizinischen Zentren für Erwachsene mit Behinderung gibt es erst seit einigen Jahren. Im Sommer 2015 hat die Regierung das Versorgungs-Stärkungsgesetz im Sozialgesetzbuch 5 verabschiedet. In Paragraf 119c steht, dass es ab sofort ambulante „Medizinische Behandlungszentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen (MZEB)“ geben soll. Ambulant heißt: Die Zentren sind keine Krankenhäuser. Nach der Behandlung fahren die Patient*innen wieder nach Hause.
 
Für Kinder und Jugendliche mit chronischer Erkrankung oder Behinderung gibt es eigene medizinische Zentren. Diese heißen Sozialpädiatrische Zentren. Die Abkürzung dafür lautet SPZ. Wie in einem MZEB arbeiten auch in einem Sozialpädiatrischen Zentrum viele Fachleute zusammen. Sie können die Probleme und Krankheiten der Kinder und Jugendlichen auf verschiedene Arten behandeln. Inzwischen gibt es über 160 Sozialpädiatrische Zentren in Deutschland.
Mehr Informationen dazu lesen Sie im Familienratgeber-Artikel SPZ - Sozialpädiatrisches Zentrum.

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