Kindergarten & Co.

Kinder klatschen zur Musik

Neben dem „klassischen“ Kindergarten gibt es eine Reihe weiterer Angebote für Kinder mit Behinderung. Institutionelle Tagesangebote für Kinder werden im wesentlichen in zwei Angebotsformen unterteilt. Zum einen die Angebote, welche sich an Kinder bis zum dritten Lebensjahr richten und zum anderen die Angebote für Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Eintritt in die Grundschule.

Angebote für unter 3-Jährige

Bei der Entscheidung für oder gegen eine frühe Betreuung sollten folgende Faktoren bedacht werden:

  • das Recht auf Persönlichkeitsentfaltung aller Familienmitglieder, vor allem der Mutter
  • die wirtschaftliche Notwendigkeit der Berufstätigkeit beider oder alleinerziehender Elternteile
  • die positive Bedeutung von frühzeitigen Sozialkontakten zu anderen Kindern und das Streben der Kinder nach Kontakten mit anderen Kindern
  • die emotionale und soziale Isolierung vieler betroffener Eltern

Der Grundsatz, dass Kinder andere Kinder für eine positive Entwicklung brauchen, gilt in besonderer Weise für Kinder mit Behinderung. Ihr behinderungsbedingter Entwicklungsverlauf erhält durch soziale Erfahrungen und Anregungen in der Begegnung mit anderen Kindern viele positive Impulse, die auch durch noch so positives Bemühen erwachsener Kontaktpersonen nicht ersetzt werden können.
Eine bundesweit einheitliche Regelung der integrativen Tagesangebote für Kinder unter drei Jahren gibt es nicht. Die Finanzierung dieser Angebote ist Ländersache. In der Regel erfolgt aber eine Mischfinanzierung aus Mitteln der Jugendhilfe (SGB VIII) und der Sozialhilfe (SGB XII).

Aktuelle länderspezifische Informationen sind über die Kultusministerien der einzelnen Länder zu erhalten: www.kmk.org

Organisations- und Angebotsformen

Angebote für über 3-Jährige

Der Kindergarten - in manchen Bundesländern auch als Kindertagesstätte bezeichnet - ist eine Einrichtung mit sozialpädagogischem Erziehungsauftrag und somit ein ergänzendes Angebot zum Lebens- und Lernraum der Familie. Im Vordergrund steht die individuelle Entwicklung und Förderung des Kindes.
Lernen in der Gemeinschaft mit anderen Kindern ist ein sinnvolles Angebot für alle Kinder, unabhängig von Art und Schweregrad einer Behinderung. Individuelle Förderung und soziale Erfahrung bilden wichtige Grundlagen zum Erlernen von Fähigkeiten für das Leben in einer Gemeinschaft.
Ziel ist es, die eigene Persönlichkeit zu erfahren, eigene Fähigkeiten, Bedürfnisse und Interessen zu entfalten, in die Gemeinschaft einzubringen, die Interessen anderer akzeptieren zu lernen und damit insgesamt ein positives Selbstwertgefühl zu gewinnen.

Kinder mit geistiger oder körperlicher Behinderung haben die gleichen Bedürfnisse wie Kinder ohne Behinderung. Wesentliches Ziel der Erziehung ist daher, eine umfassende Teilhabe mit nichtbehinderten Menschen und gleichzeitig darauf zu achten, dass die nichtbehinderten Kinder Akzeptanz lernen.
Kinder sollen durch die Erziehung im Kindergarten angeregt werden, sich entsprechend in die Umwelt einzuleben, sich mit ihr erlebend und handelnd auseinanderzusetzen und die bestehenden Anforderungen zu bewältigen.

Organisations- und Angebotsformen

Ablauf und Finanzierung

Bevor ein Antrag auf Eingliederungshilfe gestellt werden kann, muss zunächst diagnostiziert sein, dass das Kind eine Behinderung hat. In der Regel müssen sich die Eltern selbst einen Kindergarten suchen, der bereit und in der Lage ist, ihr Kind aufzunehmen. Dabei sollen die Jugendämter beratend zur Seite stehen. Einen Aufnahmeantrag stellt man bei der zuständigen Bezirks-/Sozialverwaltung, wo dieser geprüft und bestätigt wird. Für den besonderen Betreuungsbedarf wird eine Förderung gewährt. Die Einrichtungen können in der Regel, wenn sie noch nicht ausgewiesen integrativ sind, Pauschalen für Zusatzpersonal und gegebenenfalls bauliche Maßnahmen beantragen, wenn sie Kinder mit Behinderung betreuen. Näheres ist in den Kindergartengesetzen der Länder festgeschrieben.
In den §§ 53 bis 60 SGB XII (Sozialgesetzbuch 12) ist die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung geregelt. Darin stehen u.a. auch die Leistungsansprüche. Das Sozialamt ist zuständig für Leistungen nach dem SGB XII.

Ein Sozialamt in Ihrer Nähe finden Sie in der Adressdatenbank.

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